Hohe Busse für Thuner

29. Mai 2018 13:23; Akt: 29.05.2018 20:41 Print

Ferienwohnung zur Hanf-Plantage umfunktioniert

Ein Mann aus Thun baute in seiner Ferienwohnung in Blatten VS über 19 Kilogramm Cannabis an. Nun wurde er zu einer unbedingten Busse von 8100 Franken verurteilt.

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Das Kantonsgericht Wallis büsst einen 48-jährigen Deutschschweizer. Der Mann aus Thun baute in einem Miet-Chalet in Blatten VS vier Jahre lang Marihuana an – im März 2017 flog er auf. Das Gericht sprach gegen den ehemaligen Heroinabhängigen eine Busse von 8100 Franken aus. Zudem muss der Verurteilte die Verfahrenskosten von 1250 Franken tragen, wie der «Walliser Bote» berichtet.

Über 150 Pflanzenkübel sichergestellt

Bei einer Hausdurchsuchung im Frühjahr 2017, die durch die Meldung eines Nachbarn ausgelöst wurde, beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Gegenstände der professionell betriebenen Indoor-Hanfanlage. Ausserdem transportierten die Beamten 50 grosse Cannabispflanzen und Hanfstecklinge sowie über 150 Pflanzensetzkübel in unterschiedlichsten Grössen ab.

Ein Anwohner erinnert sich: «Zur Unterstützung habe ich den Polizisten meine Schubkarre ausgeliehen.» Ausserdem wurde der Berner überführt, den Strom zur Betreibung der Anlage vom Sicherungskasten abgezapft zu haben.

Hanf gegen Koks getauscht

Beim Verhör gab der Verurteilte zu, Hanf verkauft oder vor der Berner Reitschule gegen Kokain für den Eigenkonsum eingetauscht zu haben. Die Hanfsamen habe er von einem österreichischen Onlineshop bezogen.

Das Verdikt fiel eindeutig aus: Der 48-jährige Thuner wurde wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, unrechtmässigem Energiebezug sowie Nichtanzeigen eines Fundes verurteilt. Letzteres, weil bei der Razzia ein Motorrad sichergestellt wurde, dessen Fund der Mann offenbar nicht den Behörden gemeldet hatte.

(ber)