Rabiate Massnahme

19. April 2018 17:49; Akt: 19.04.2018 17:58 Print

Berner Tierpark schiesst Krähen mit Pistolen ab

Die Bundesstadt hat ein Krähenproblem. Trotz zahlreicher Massnahmen hat die Population der Rabenkrähen weiter zugenommen. Der Tierpark Bern greift mittlerweile zur Schusswaffe.

Bern hat ein Krähenproblem. Während in der Innenstadt vor allem der Lärm und Kot der Tiere stört, ist der Tierpark Bern direkt durch die Krähen bedroht. (Video: RC)
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Die Krähen-Population in der Stadt Bern ist auch in diesem Jahr weiter gestiegen. In der Schweiz nistet jede siebte Krähe in der Bundesstadt, wie der «Bund» berichtete.

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Während man teilweise mit Uhu-Figuren oder Falken gegen die Vogelplage vorgehen will, greift man im Berner Tierpark zu rabiaten Methoden. Weil die Rabenkrähen dort ein richtiges Problem darstellen, greifen die Mitarbeiter des Dählhölzli nun zur Pistole. «In manchen Situationen bleibt uns nichts anderes übrig, als einen den Raben im Sinne der Abschreckung zu erschiessen», sagt Peter Schlup vom Tierpark. Die Raben werde man so für ein paar wenige Wochen los. Auch, weil man die erschossenen Vogelkadaver danach sichtbar als Vogelscheuchen platziere.

Schutz für Flamingos und Ziesel

Grund für diese Massnahme sei der Schutz der eigenen Tiere. Denn die Rabenkrähen würden das Treiben in den Gehegen vom Wald aus beäugen – um dann plötzlich aus dem Hinterhalt anzugreifen: «Die Raben sitzen auf dem Baum und beobachten die Enten oder Flamingos. Sobald sie herausfinden, wo diese ihre Nester versteckt haben, schlagen sie zu und klauen die dortigen Eier», so Schlup.

Auch andere kleinere Tiere, wie das etwa 15 Zentimeter grosse Ziesel, werde von den Raben angegriffen und getötet. «Da das Gehege der Ziesel sehr klein ist, können wir die Raben durch eine mechanische Drahtbefestigung von Übergriffen abhalten.» Bei grösseren Gehegen könne man eine solche Befestigung jedoch nicht realisieren; dort müsse man halt auch mal einen Schuss abfeuern.

Das sagen Tierschützer

Diese Methoden werden vom Geschäftsführer des Tierschutzes Schweiz, Hans-Ueli Huber, in Frage gestellt. Einerseits sei es zwar legitim, die eigenen Tiere durch den Abschuss der Krähen zu schützen. Doch das Handhaben mit den toten Vögel findet er seltsam. «Das Ausstellen von toten Krähen hat keine abschreckende Wirkung, das ist von Experten so bestätigt.» Die Krähen seien schlau genug, um zu merken, dass es sich nur um eine scheinbare Gefahr handelt.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waran am 19.04.2018 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gekrähe

    Es wird zur Plage diese Krähen sie haben keine natürlichen Feinde und müssen dezimiert werden! Beim Wild ist es nicht anders...

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  • Leser am 19.04.2018 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wo es Futter gibt hat's Krähen

    Tja, vor ein paar hundert Jahren hatten sie vermutlich kein Krähenproblem in der Stadt, denn das Galgenfeld liegt nordöstlich davon.

  • Resu am 19.04.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadtmethode

    Hoffe nun, das auch der Bär und Wolf in der Stadt zur Plage wird. Dann schiessen sie sie auch einfach ab. Aber wenn sowas auf dem Land praktiziert wird, ist das geschrei der Städter nicht zum Aushalten

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bud am 20.04.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich liebe sie ....

    ich füttere schon mehrere Jahre ein Krähenpäärli und wir verstehen uns sehr gut ! Zudem kommt keine andere Krähe näher als 150 Meter an unser Haus heran ! Beste Wächter also !!!!

  • BiChaDe am 20.04.2018 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Möglichkeiten!

    Ich finde das keine gute Lösung... Gäbe sicher andere Möglichkeiten... ZB Hormone im Futter, damit sie sich nicht weiter vermehren!?

  • Schwizer am 20.04.2018 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine intervention des Menschen.

    Lasst die Natur, auch Natur sein.

  • Karina am 20.04.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...immer das gleiche..

    Ich liebe Krähen. Ihre Intelligenz fasziniert mich! Hätten wir Menschen nicht früher schon für ein Ungleichgewicht in der Tierwelt gesorgt, hätten wir auch keine Probleme mit zuvielen Krähen. Wir machen uns diese Probleme selber, die Krähen dürfen es nun büssen.

  • Vera Gut am 20.04.2018 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Bärchen Milie wurde abgeknallt

    Der Berner Tierpark hat vor einigen Jahren aus das Jungbärchen Milie getötet und wohl als Fleisch verkauft, weil man zu faul war, diesem einen neuen Platz zu suchen (war glaube ich während des Umbaus?)Nur hat die Presse darüber damals nichts geschrieben. Im Tierpark hält man sich bedeckt. Das Bärchen wurde nach einer älteren Angestellten benannt, welche immer im Notfall für die Kasse aushalf. Beschämend ist das, Herr Direktor, wirklich beschämend!!