Ja zum Tram

04. März 2018 15:37; Akt: 04.03.2018 16:58 Print

«Alle haben gemerkt, dass es nur gemeinsam geht»

51,6% der bernischen Stimmberechtigten sagen Ja zum Tram-Kredit. Die Lehrplan-Initiative wurde abgeschmettert.

storybild

Bald soll ein Tram nach Ostermundigen fahren. (Bild: 20 Minuten / cho)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Hochspannung bei der kantonalen Abstimmung über das Tram Bern-Ostermundigen: Die Stimmberechtigten des Kantons Bern haben den Kantonsbeitrag von 102 Millionen Franken am Wochenende mit einem Ja-Anteil von knappen 51,6 Prozent gutgeheissen.

In einer Referendumsabstimmung legten 186'264 Stimmende ein Ja in die Urne, 174'436 lehnten die Vorlage ab.

«Wir haben mit einem knappen Resultat gerechnet – auf beide Seiten», sagt Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer. Sie sei nun froh, dass der Kanton dieses wichtige Infrastruktur-Projekt angenommen hat: «Die Leute haben gemerkt, dass es nur gemeinsam geht.» Dennoch sei es eine Herkulesaufgabe gewesen, die Landbevölkerung vom städtischen Projekt zu überzeugen. «Ich habe es aber geschafft, der Landbevölkerung aufzuzeigen, dass auch bei ihnen Strassenprojekte umgesetzt werden», so die bernische Verkehrsdirektorin. Als Beispiel nennt sie etwa der Bypass in Thun oder die Umfahrung in Wilderswil.

Dennoch haben Egger-Jenzer und die Berfürworter am Sonntag gebibbert: Anfänglich lagen die Befürworter im Hintertreffen, doch schliesslich sorgten die Stadtberner Stimmberechtigten für die Wende. Dort legten fast zwei Drittel der Stimmenden ein Ja in die Urne, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Ablehnung im Berner Oberland am deutlichsten

Ebenfalls gutgeheissen wurden die Kantonsmillionen fürs Tram auch im Oberaargau und in Biel mit je etwa 52 Prozent Ja-Stimmen. Eine Mehrheit gegen das Tram gab es in den Verwaltungskreisen Emmental, Seeland, Interlaken-Oberhasli, Frutigen-Niedersimmental und Obersimmental-Saanenland. Dort war die Ablehnung mit 65,5 Prozent am deutlichsten.

Nach dem Ja zum Tram soll der Baustart 2022 erfolgen; jetzt erst könne man nämlich mit der Planung der Detailaspekte beginnen. Vorher, ab Ende 2019, solle auf der Bus-Linie 10 der 2,5-Minutentakt zu den Spitzenzeiten eingeführt werden. Dies, um die Transportkapazität zwischen Bern und Ostermundigen zu steigern.

Nein zur Lehrplan-Initiative

Keine Chance hatte beim Berner Stimmvolk die Initiative «Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk!». 76,7 Prozent der Stimmenden lehnten die Initiative ab. Das Begehren verlangte, dass der Grosse Rat die Lehrpläne genehmigen und dem fakultativen Referendum unterstellen solle.

Ein Ja zur Initiative hätte den Weg geebnet für eine Abstimmung über den Lehrplan 21. Dieser verursache Mehrkosten ohne pädagogischen Mehrwert, machen die Initianten geltend. Die Gegner des Begehrens entgegneten, das Parlament sei der falsche Ort, um über Lehrplan-Inhalte zu diskutieren.

(miw/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • klamottenkiste am 04.03.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmen bis es passt

    Es wurde einfach abgestimmt, bis das Resultat passt. so geht das in Bern.

    einklappen einklappen
  • Markus Meier am 04.03.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Unglaublich..., das chaos ist vorprogrammiert!

    einklappen einklappen
  • Gjilan am 04.03.2018 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Bern

    Jaa Super, ein Tram braucht mann einfach Definitiv nicht nach Ostermundigen! Bus alle 2-3Min. und ein Tram alle 6Min.! Plus das Tram fährt nur von Oberdorf - BH Bern u d dann muss man aussteigen für die Weiterfahrt nach Köniz oder in die Rüti oben!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Höfi am 11.03.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja zum Tram

    Bei einer Differenz von 1,6% Prozent kann nur eine Politikerin so sprechen! Alle haben gemerkt.......Vielleicht sollte man nochmals nachzählen. Es wurde schon soviel betrogen!

  • steve68 am 10.03.2018 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere Städte...

    haben lange Busse.... mit bestehenden fahrleitungen und kleinen strassenanpassungen

    • Peter Baumann am 12.03.2018 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @steve68

      ... Oder Trams auf Eigentrassee. Nur Schildbürger zerstören schutzwürdige Alleen und bauen neue Tramlinien im Mischverkehr!

    einklappen einklappen
  • steve68 am 10.03.2018 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    habt ihr wieder mal was durchgemurxt ... hoffe es hat dann genug Platz im bus für den letzten rest

  • Trämlergilde am 08.03.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Erst in 10 Jahren gibt es das Tram!

    Was haben wir Tram-Freunde aus Basel, Genf und Zürich uns die Augen gerieben, als wir vernahmen, dass die Berner erst jetzt nach der Finanzierungsabstimmung mit der Planung beginnen" wollen, zumal sich ausser der Wendeschleife in Ostermundigen nichts Gravierendes gegenüber der ausführungsreifen Planung des abgelehnten Projekts "Tram Region Bern" (Ast Ostermundigen) geändert hat! Sind denn jetzt die Busse auf einmal nicht mehr "hoffnungslos überfüllt"? Ihr Berner seid halt manchmal schon unglaublich langsam, in diesem Fall noch langsamer, als man euch im Allgemeinen nachsagt...

  • Gruss aus Bern am 06.03.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ferien beim Warten

    auf eine Lücke in der Tramwand verbringen, scheint für eine knappe Mehrheit der Berner eine reizvolle Idee zu sein, aber bitte, die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.