Studie der Uni Bern

07. Februar 2018 05:48; Akt: 07.02.2018 05:48 Print

Heilen Menschenherzen bald dank Zebrafischen?

von Simon Ulrich - Forscher der Uni Bern haben herausgefunden, dass Zebrafische verletztes Herzgewebe flexibel nachwachsen lassen können. Die Erkenntnis könnte dereinst dem Menschen dienen.

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Zebrafische sind faszinierende Geschöpfe: Sie können nicht nur verletzte Flossen innert kurzer Zeit nachbilden, sondern auch schwerwiegende Schäden am Herz reparieren. Der Trick: Ihre Herzmuskelzellen teilen sich und ersetzen ganz einfach das verlorene Gewebe. Die Fähigkeit zur Zellerneuerung im Herzgewebe fehlt dem Menschen. Umso eifriger suchen Forscher nach dem Mechanismus, der bei den gestreiften Zierfischen dafür verantwortlich ist.

An der Uni Bern ist man dem Geheimnis nun einen Schritt näher gekommen. Ein Team um Nadia Mercader am Institut für Anatomie hat herausgefunden, dass die Herzmuskelzellen des Zebrafischs höchst flexibel sind: Neu entstehende Zellen können sich nämlich so verändern, dass sie die Aufgaben von geschädigten Zellen in verschiedenen Regionen des Herzens übernehmen können. Regenerierende Zellen aus dem Herzinnern helfen etwa beim Wiederaufbau der Aussenwand.

Wie baut sich ein Herz von selbst wieder auf?

«Es ist ein bisschen wie bei einem Haus aus Legosteinen», erklärt Mercader. «Zerfällt es, baut man es wieder auf. Nur, dass die Steine beim zweiten Mal ganz anders eingesetzt werden.» Bei der Herzentwicklung im Zebrafisch-Embryo sei die Flexibilität der Zellen sogar noch grösser als im ausgewachsenen Herzen, so die Biologin.

Doch was geht uns die Biologie von Zebrabärblingen, wie die Fische biologisch korrekt genannt werden, überhaupt an? «Es geht grundsätzlich um die Frage, wie die Natur es im Tierreich geschafft hat, dass sich ein Herz von selber wieder neu aufbaut», sagt Mercader. Die Studie zeige auf, dass ein Herz auf verschiedene Weisen wieder neu aufgebaut werden kann – anstatt nach einem fixen Plan.

Vollständige Heilung nach Herzinfarkt?

«Wenn wir besser verstehen, was genau zur Flexibilität im Zebrafisch-Herz führt, könnten wir denselben Reparaturprozess dereinst vielleicht auch im menschlichen Herzen in Gang setzen», sagt Mercader. Dies könnte etwa durch Injektionen geschehen, die die Zellteilung aktivieren und folglich zur Zellerneuerung im Herzgewebe führen.

Dies würde bedeuten, dass Verletzungen am Herzen, etwa nach einem Herzinfarkt, vollständig ausheilen. Davon sei man aber noch weit weg, so Mercader. «Momentan ist die Forschung noch damit beschäftigt, die Erkenntnisse der Zebrafische an Mäusen zu testen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schlitzöhrli am 07.02.2018 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt

    Ich finde es faszinierend was die Forscher herausgefunden haben! Das genannte Thema (Zellteilung) öffnet noch weitere, lebenswichtige Möglichkeiten, nicht nur am Herzen. Bravo, macht so weiter!!!

  • Tierfreund am 07.02.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geben und Nehmen

    In Brasilien wurde herausgefunden, dass die Haut eines bestimmten Fisches, welche sich hervorragend eignet, dass bei Verbrennungen die Wunden sehr gut verheilen, kaum ohne Narben zu hinterlassen. Da dieser Fisch schon lange ebenfalls als Nahrung gefischt wird, wird er inzwischen sogar gezüchtet. Das nennt sich geben und nehmen der Natur. Der Mensch sollte zwar der Natur, der Fauna doch noch etwas mehr Respekt und Zuwendung geben!

  • Samuel R. am 07.02.2018 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Satire Realität wird.

    Ich kam hierher, um einen satirischen Kommentar darüber abzugeben, dass es sich um einen Tierversuch handelt und medizinscher Fortschritt nur mit Computermodellen und Tests an Menschen ge gemacht werden solle. Leider kamen mir Menschen, die diese Ansicht tatsächlich haben, zuvor.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto455 am 07.02.2018 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Tierversuche...

    Und wie kann nun von einem Fischherz auf ein Menschenherz geschlossen werden?

    • Betty am 08.02.2018 21:49 Report Diesen Beitrag melden

      Tierversuche verstehen

      Es geht darum den Mechsnismus zu verstehen, man kann sich das vllt so vorstellen, wie aus Vogelschwingen Flugzeuge entstanden sind. Die Natur ist hier Vorbild.

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  • Spiderman am 07.02.2018 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh nein...

    Ich muss Dr. Connors aufhalten!

  • Tierfreund am 07.02.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geben und Nehmen

    In Brasilien wurde herausgefunden, dass die Haut eines bestimmten Fisches, welche sich hervorragend eignet, dass bei Verbrennungen die Wunden sehr gut verheilen, kaum ohne Narben zu hinterlassen. Da dieser Fisch schon lange ebenfalls als Nahrung gefischt wird, wird er inzwischen sogar gezüchtet. Das nennt sich geben und nehmen der Natur. Der Mensch sollte zwar der Natur, der Fauna doch noch etwas mehr Respekt und Zuwendung geben!

  • Natur am 07.02.2018 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gesunde Ernährung

    ohne E- Stoffe, Biokost und viel Wasser rettet Leben. Wir müssen Anfangen die Wurzel der Krankheiten zu erkennen, nicht Symtom bekämpfung machen. Dann würde es auch keine Tierversuche brauchen, was eh etwas vom abscheulichsten ist was gemacht wird. Wir Leben und wird werden alle Sterben, dass ist ein Fakt, doch was wie wir mit unserem Körper umgehen, das liegt in unserer eigenen Verantwortung.

    • schmiffe am 07.02.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Natur

      ja in der antike und im mittelalter waren alle ohne e stoffe ja so gesund, sozusagen supermenschen, haben alle krankheiten problemlos überlebt.

    • Reto455 am 07.02.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Natur

      Ich sehe das genau so. Zum Glück hat heutzutage jeder die Möglichkeit selber nachzuforschen. Manche vertrauen aber lieber auf die Schulmedizin. Sollen sie das doch tun ;-) Ihnen wünsche ich Gesundheit und ein erfülltes Leben!

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  • Trio am 07.02.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Zellen von Fischen haben mit Zellen von Menschen nichts zu tun. Das ist so als würde man sagen man hätte die Haut von Chamäleons untersucht und dereinst könnten auch Menschen ihre Farbe wechseln.

    • schmiffe am 07.02.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Trio

      es geht darum den chemischen prozess zu verstehen um ihn synthetisieren zu können. nicht darum fisch gewebe in den menschen zu transplantieren

    • S.E am 07.02.2018 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Jawohl Herr Doktor!

      Dann sollten sie sich so schnell wie möglich bei der Uni Bern melden und den Forschern dort sagen, dass diese Forschung völlig nutzlos ist und sie es viel besser wissen!

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