Kantonale Wahlen

23. September 2012 19:52; Akt: 23.11.2012 13:40 Print

Radikale Linke gewinnt in Schaffhausen

Die FDP muss im Kanton Schaffhausen eine Blamage hinnehmen: Sie verliert nicht nur deutlich; auch der Partei- und der Fraktionspräsident verpassten die Wahl. Neu hat die Alternative Liste Fraktionsstärke.

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Im Kanton Schaffhausen verlieren FDP und SP, während die Alternative Liste, die Jungsozialisten sowie die SVP Senioren gewinnen. (Bild: Keystone)

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Bei den Parlamentswahlen im Kanton Schaffhausen hat die FDP eine Schlappe erlitten. Sie verlor im 60-köpfigen Kantonsrat drei Sitze. Ihren Höhenflug fortsetzen konnte dafür die Alternative Liste (AL). Sie erreichte fünf Sitze und damit Fraktionsstärke.

Wie in kaum einem anderen Kanton verzeichnet die AL in Schaffhausen derzeit Erfolge. Im August erst war ihr Kandidat überraschend in den Schaffhauser Stadtrat gewählt worden. Jetzt, einen Monat später, verdoppelten die Alternativen beinahe ihren Wähleranteil im Kantonsparlament auf 7,5 Prozent und gewannen zwei Sitze hinzu.

Das links-grüne Lager geht somit leicht gestärkt aus den Wahlen hervor. Die SP verlor bei einem Wähleranteil von 21,1 Prozent rund 2 Prozentpunkte. Sie verfügt neu über 13 Sitze im Kantonsrat. Der verlorene Sitz der Sozialdemokraten ging jedoch an die Jungsozialisten (Juso), die im Kanton Schaffhausen erstmals zu den Wahlen angetreten war.

Exponenten der FDP abgewählt

Grosse Verliererin ist die FDP. Ihr Wähleranteil sank um 4,3 Prozentpunkte auf 15 Prozent. Sie verliert drei Sitze und ist neu nur noch mit neun Parlamentariern vertreten. Abgewählt wurden sowohl der Parteipräsident als auch der Präsident der Fraktion.

Stärkste Partei im Schaffhauser Kantonsrat bleibt sie SVP mit einem Wähleranteil von 26,7 Prozent. Sie konnte ihre 16 Sitze halten und gewann mit den erstmals angetretenen SVP Senioren sogar einen Sitz dazu.

Dieser wurde an eine Kandidatin aus der Stadt Schaffhausen vergeben. Somit schaffte der prominente Kandidat aus Hallau, Christoph Blochers älterer Bruder Gerhard Blocher, den Sprung ins Parlament erwartungsgemäss nicht. Und wie bei der FDP wurde auch bei der SVP der Parteipräsident abgewählt.

Ökoliberale verlieren Fraktionsstärke

Während die AL mit ihrem Resultat Fraktionsstärke erreichte, verloren die Ökoliberalen diese am Sonntag. Die ÖBS verlor einen Sitz und verfügt neu nur noch über vier Sitze. Einen Sitz dazu gewonnen, hat dafür die EDU, die neu über zwei Sitze im Kantonsrat verfügt.

Ihre Sitze verteidigt haben am Sonntag die Jungfreisinnigen und die Junge SVP. Letztere sind weiterhin mit drei Mitgliedern im Kantonsrat vertreten, die Jungfreisinnigen mit zwei. Ihre drei Sitze halten konnte auch die CVP, die EVP verteidigte ebenfalls ihren Sitz.

Doppelter Pukelsheim

Die Kantonsratswahlen in Schaffhausen wurden zum zweiten Mal nach dem System des doppelten Pukelsheim durchgeführt. Dieses Zuteilungsverfahren erhöht die Chancen für kleinere Parteien und Gruppierungen gewählt zu werden. Es ist jedoch erst nach Auszählerung aller Stimmen klar, welche Partei in welchem Wahlkreis wie viele Sitze macht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Demokrat am 23.09.2012 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linksextremismus

    Die AL und JUSO entsprechen in etwa der PNOS der Linken. Aber Linksextremismus ist in der Schweiz leider immer noch salonfähig...

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  • Reto Stadelman am 23.09.2012 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Extremisten sind immer schlecht

    Eine absolute Katastrophe. Man kann von der FDP halten was man will, das sie durch einen Haufen Extremisten ersetzt wird (egal on links oder rechts) ist schlimm! Ich wünsche gute Besserung Kanton Schaffhausen...

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  • Peter Laplace am 24.09.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    AL soll extrem sein?

    Also sorry, wer die AL Schaffhausen als Links-Extrem bezeichnet hat wohl überhaupt keine Ahnung von ihrem politischen Programm... Lieber die AL welche moderne Ideen vertritt als die alte eingerostete SP.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris von Swiss am 24.09.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    böses Erwachen

    Offensichtlich ist die Schmerzgrenze noch lange nicht erreicht in Schaffhausen, dass es zu einem Linksrutsch kommt. Viel Spass!

    • Papierlischweizer am 24.09.2012 15:56 Report Diesen Beitrag melden

      Hellwach?

      Es ist wohl eher die Erkenntnis gereift, dass gewisse selbsternannte Vorzeigeschweizer und Söhne des Kantons Schaffhausen mit Namen Christoph und Gerhard auch nicht das Gelbe vom Ei sind.

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  • Peter Laplace am 24.09.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    AL soll extrem sein?

    Also sorry, wer die AL Schaffhausen als Links-Extrem bezeichnet hat wohl überhaupt keine Ahnung von ihrem politischen Programm... Lieber die AL welche moderne Ideen vertritt als die alte eingerostete SP.

  • SHler am 24.09.2012 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extremismus?!

    Kennt irgendjemand der hier die AL kritisiert auch ihr Parteiprogramm? Mit Extremismus hat das nun wirklich nichts zu tun! Das weiss auch jeder, der sich damit auseinandergesetzt hat und nicht nur die Meinung anderer nachschwatzt.

    • Timi Stamm am 24.09.2012 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      Nötigung vor Wahllokal

      Ja kennen wir. Aber die Belästigungen am Samstag vor dem Wahllokal war ja Nötigung.... Unterschriften Hohberg!

    • Michael Kohlhaas am 24.09.2012 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      Extremismus

      Es ist bedenklich, dass der Extremismus von Links heutzutage immernoch verharmlost wird ...

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  • Daniel am 23.09.2012 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht die letzte Ohrfeige für die FDP

    Schaffhausen und St. Gallen zeigen einen deutlichen Trend auf. Die Bevölkerung hat die Schnauze voll von Liberalen und Abzockern. Die FDP wird noch manche Ohrfeige kassieren.

  • Mark Strahl am 23.09.2012 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warum wählst man links?

    Die Schweiz hatte noch nie eine Linke Mehrheit und wie ich behaupte haben wir wegen dieser Tatsache den höchsten Lebensstandard mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen in ganz Europa! Die Linke wird die Schweiz noch ruinieren und merken werden das die links-Wähler erst, wenn es zu spät ist. Unter dem legitimen Vorwand der sozialen Gerechtigkeit werden wir unseren Spitzenplatz räumen und uns dem Rest der EU anpassen. Wer glaubt das sei gut für uns ist einfach ein Träumer.

    • Pascal Wacker am 24.09.2012 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Einige Stichworte...

      AHV, IV, 41-Stundenwoche, 4 Wochen Ferien, Frauenstimmrecht, Krankenkasse, ...

    • kein Linker am 24.09.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      Ach Mark Stahl

      langsam wird,s langweillig! Die Leute wählen was Sie wollen und nicht was man Ihnen vorschreibt! Da können die SVpler und die Bürgerlichen noch so "töublen".

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