Unterschriften eingereicht

16. November 2012 12:17; Akt: 16.11.2012 13:18 Print

«Atomausstieg soll nicht weiter vertagt werden»

Die Grünen haben 109'000 Unterschriften für ihre Volksinitiative für den Atomausstieg deponiert. Die Initiative sei nötig für eine engagierte Umsetzung der Energiewende, findet die Partei.

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Mit rund 109'000 beglaubigten Unterschriften haben die Grünen und weitere Organisationen am Freitag ihre Volksinitiative für den Atomausstieg deponiert. Das Begehren verlangt maximale Laufzeiten für alle AKW in der Schweiz und ein Verbot neuer AKW.

Es brauche diese Initiative, damit die Energiewende nachhaltig, engagiert und ohne Hintertüre umgesetzt werden könne, sagte Regula Rytz, Co-Präsidentin der Grünen, am Freitag vor den Medien in Bern. «Der Atomausstieg soll nicht weiter vertagt werden.»

Die Initiative sei ein Sicherheitsnetz gegen die «unglaublichen Risiken und unglaublichen Folgekosten» der Atomenergie, sagte Rytz. Zudem bedeuteten unbeschränkte Laufzeiten ein grösseres Restrisiko und fehlende Planungssicherheit für die Betreiberunternehmen.

Auch der Bundesrat will aus der Atomenergie aussteigen. Er legte sich aber nicht darauf fest, wann die AKW vom Netz gehen sollen. Die Initiative dient den Grünen deshalb auch als Druckmittel: «In der Energiestrategie des Bundesrates ist kein verbindlicher Termin für den Atomausstieg zu finden, wir haben einen», sagte Vizepräsident Bastien Girod.

So soll das AKW Beznau I ein Jahr nach Annahme der Initiative ausser Betrieb genommen werden. Für die übrigen Reaktoren legt das Begehren die Laufzeit auf 45 Jahre fest. Der Ausstieg wäre damit 2029 mit der Abschaltung des jüngsten AKW in Leibstadt geschafft. Mühleberg und Beznau II müssten nach dem Fahrplan der Grünen 2015 vom Netz genommen werden, Gösgen im Jahr 2024.

Ohne Gaskraftwerke, mit Wasser-, Solar- und Windenergie

Für Greenpeace Schweiz ist sogar ein Ausstieg bis 2025 realistisch. Neunzig Prozent der Atomenergie könnten bis dann «durch Wasserkraft und importierten sauberen Strom» kompensiert werden, sagte Cécile Bühlmann von der Greenpeace.

Girod sagte, dass die Initiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» nötig und machbar sei: «Wir müssen nun die erneuerbaren Energien stärken und die Energieeffizienz verbessern.»

Dies sei auch ohne Gaskraftwerke möglich. «Mit sechzig Prozent Wasserkraft und mit Pumpspeicherwerken ist es sehr einfach, die Atomenergie zu ersetzen», sagte Girod. Das Beispiel Deutschland zeige, dass das von den Grünen angestrebte Tempo absolut realistisch sei.

Dort habe der Anteil der erneuerbaren Energien seit Einführung des Förderungsgesetzes vor zehn Jahren von wenigen Prozenten auf 24 Prozent der Stromproduktion zugenommen. «Sind wir gleich schnell wie die Deutschen, geht unser Fahrplan auf», sagte Girod.

Helfen soll auch die Stärkung der Windenergie. Laut Girod ist der Ausbau von heute 32 Anlagen auf deren 1000 realistisch.

Fukushima als Auslöser

Die Grünen hatten die Initiative als Reaktion auf die Atomkatastrophe nach dem Erdbeben in Japan im März 2011 lanciert. Noch ist sie nicht am Ziel. Die mächtige Atomlobby werde sich gegen die Annahme der Initiative formieren, sagte Rytz. Auch laut Birgit Wyss, Co-Präsidentin der Organisation «Nie wieder AKW», muss der politische Druck hochgehalten werden. «Sonst wird in der Politik verzögert, verzögert, verzögert.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Bruppbacher am 16.11.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    0.5% aller AKW explodieren

    Seit 1950 gab es weltweit ca 600 zivile Kernreaktoren und 3 davon haben mit einem GAU geendet. Das sind 0.5%! Würden sie noch fliegen wenn sie jedes 200. mal abstürzen würden? Würden sie überhaupt noch irgendetwas machen wenn es jedes 200 mal mit dem schlimst möglichen Ergebnis enden würde? Nur bei AKW sagen alle plötzlich das das ja gar kein grosses Risiko sein und überhaupt alles sei sicher.. Nukleare Sicherheit ist reine Illusion! und das wir in der Schweiz bisher keinen AKW unfall hatten reiner Zufall..

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  • Karl am 16.11.2012 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schmutzig und Billig

    Wer hat den Beitrag von 10vor10 gesehen über Kohlekraftwerke zur Stromgewinnung? Da sind die Gaskraftwerke noch das kleinere Übel. Und Kohle wird die billige Lösung Nr.1 wenn die Kernenergie als Energieform wegfällt. Die Konzerne müssen zur erneuerbaren Energie gezwungen werden, sonst wird wieder auf Schmutzig und Billig gesetzt.

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  • Mario M. am 16.11.2012 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gegner werden immer dieselben sein

    Alle diejenigen welche jetzt für den Atomausstieg propagieren oder eifach auch gegen den Atomstrom wettern, genau dieselben werden es dann sein, welche sich beschweren werden, wenn auf den Feldern riesige Windkraftwerke stehen werden, wenn viele Flüsse aus der Natur verschwinden weil man sie stauen muss um Strom zu erzeugen, es werden dieselben sein die motzen werden, wenn der Strompreis um ein vielfaches steigen wird oder wenn die CH den Strom dann eben billig aus den Nachbarländern einkauft wo ebenfalls mit AKW's Strom gewonnen wird. Immer nur mekern aber Alternativen wollt ihr auch nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 18.11.2012 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neues KKW

    Wir Solten Schnelstmöglich mit dem bau eines neuen und viel effizienteren KKWs anfangen dann könten die anderen in 10-20 jahren abschalten und wir hätten genug energie zur verfügung! Das neue modell wäre auch viel sicherer als die bestehenden! Aber wir zerstören ja lieber ein paar täler mit Stauseen und zerstören das ganze landschaftsbild mit Windproppelern!!!

  • gugusli am 16.11.2012 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grünen sind nur auf einem Auge grün!

    Wenn die Grünen wirklich diesen Planeten retten wollten, müssten sie vorab Hand bieten, um das Wachstum der Weltbevölkerung zu stabilisieren: z.B. in Richtung der ecopop-Initiative!

  • Rafael am 16.11.2012 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Sofern keine Alternative in Sicht ist, müssen wir AKW's so lange wie nur möglich betreiben. Erst wenn die erneuerbaren Energien genug ausgereift sind, kann man über einen Atomausstieg reden. Und liebe Grüne; ihr würdet nur ungern auf eure Handys und Computer verzichten.

  • Marcello Bello am 16.11.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Skeptisch!

    In unserem 2 Personenhaushalt ist die Anzahl der Geräte die am Strom angeschlossen oder aufgeladen werden müssen in den letzten 15 Jahren um 40! auf 66 angewachsen und das ohne Lampen. Ich denke neue Stromverbraucher und das Bevölkerungswachstum werden die Energieeffizienz mehr als auffressen. Wir haben zwar schon eine Photovoltaikanlage, die bei Sonnenschein mehr als genügend Strom produziert, aber für den Bandstrom sehe ich in der Schweiz noch keine Alternative zum AKW.

  • NoGoNo am 16.11.2012 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das Zauberwort heisst:

    SPAREN!! Wozu brauchen wir alle 25m eine Strassenlaterne, jede zweite tut's auch. Stelle immer wieder am hellichten Tag brennende Strassenbeleuchtungen fest, wozu? Weihnachtsbeleuchtungen in allen Orten und Städten, wozu? Beleuchtung von hist. Bauwerken, zum Teil auch die ganze Nacht durch, wozu. All unsere standby, Bereitschafts- und sonstigen Lämchen in den Bergen von Elektronik die jeder Schweizer besitzt; kosten uns laut ETH Studie die Energieausbeute eines!!! AKVs! Muss das sein?

    • B. B. am 17.11.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Alle 25m?

      Bei mir steht da alle 2m eine rum und das bei den unwichtigsten Strassen bis in den hintersten Winkel. In der Nacht ist alles in diesen grausigen Braunton gefärbt und ich sehe keine Sterne. Und hauptsache, die Firmengebäude leuchten jede Nacht wie Christbäume und schleudern den Strom auch innen nur so raus, aber die Haushalte sollen bei jedem Lichteinschalten ein schlechtes Gewissen kriegen...

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