Deutsche «alarmiert»

18. Oktober 2012 13:13; Akt: 18.10.2012 13:20 Print

AKW Beznau hat gravierende Mängel

Ein deutsches Gutachten stellt dem AKW Beznau schlechte Noten aus und benennt «wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen». Auch das französische AKW Fessenheim kriegt sein Fett weg.

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Ein Gutachten, das vom Umweltministerium von Baden-Württemberg in Auftrag gegeben wurde, listet die Mängel des AKW Beznau auf. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Das Umweltministerium des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg hat Sicherheitsmängel beim Atomkraftwerk Beznau im Kanton Aargau kritisiert. Das Ministerium stützt sich bei der Kritik auf ein Gutachten. Der grüne Umweltminister Franz Untersteller zeigte sich «alarmiert».

Die beiden Beznauer Reaktoren hätten bei Erdbeben und Überflutung sowie im Brennelemente-Lagerbecken, bei der elektrischen Energieversorgung und der Kühlwasserversorgung «wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen».

Das teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Das Ministerium hatte ein Sicherheitsgutachten beim deutschen Öko-Institut und beim Physikerbüro Bremen in Auftrag gegeben.

Das Gutachten listet auch zahlreiche Mängel beim französischen AKW Fessenheim im Elsass auf. Es handle sich um eine «sicherheitstechnisch unzureichende Anlage», heisst es. Frankreichs Präsident François Hollande hatte kürzlich angekündigt, das AKW solle bis Ende 2016 stillgelegt werden.

Europäische Standards gefordert

In den meisten relevanten Bereichen liege das AKW Beznau hinter dem Sicherheitsstandard deutscher Anlagen zurück, wird der grüne Umweltminister Untersteller in einer Medienmitteilung zitiert.

Als Konsequenz forderte der Umweltminister sowohl die deutsche Bundesregierung als auch die Europäische Kommission auf, sich verstärkt für europäische Standards bei der Anlagensicherheit einzusetzen. Punktuelle Untersuchungen wie im EU-Stresstest seien nicht ausreichend.

Für die Untersuchung im Auftrag des Umweltministeriums stützten sich die beiden Büros vor allem auf die Unterlagen, die Betreiber und Aufsichtsbehörden im Rahmen des EU-Stresstests erstellt und veröffentlicht haben. Daneben nutzten sie weitere öffentlich zugängliche Informationen.

Mitte Jahr hatte bereits das Umweltministerium von Österreich ein Sicherheitsgutachten zum AKW Mühleberg im Kanton Bern vorgelegt und mehr Informationen verlangt. Nach einer ersten Prüfung des Berichtes mit 22 Empfehlungen kam die Schweizer Atomaufsicht ENSI diese Woche zum Schluss, es gebe keinen Handlungsbedarf.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi W. am 19.10.2012 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gewohnt.

    Bin nicht unbedingt ein Freund von den AKW. Alternativ-Energie ist mir auch lieber. Trotzdem muss ich sagen die Deutschen haben an allem in der Schweiz etwas zu meckern. Wenn man genau hinschaut wie viele Vorschriften die Politiker/innen der Deutschen uns Schweizern machen wollen kann man nur zu einem Resultat kommen. Vermutlich haben die noch gar nicht gemerkt, dass wir nicht zu Deutschland gehören, doch sollte das in den ca 70 Jahren aufgefallen sein, dass die Schweiz ein Eigenständiger und Demokratischer Staat ist. Doch wie gewohnt hoch zu Ross, also mit der Kavallerie kommen unsere nördlichen Nachbarn auf uns zu.

  • Marco B. am 19.10.2012 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr..

    Je mehr solche Deutschen Schlechtachten erstellt werden, desto besser. Man nimmt sie mit jedem Mal weniger Ernst. *gähn* Ein AKW-Schlechtachten von Deutschland ist heute so objektiv wie eine Tabakbewertung der Lungenliga.

  • Marco B. am 19.10.2012 01:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtachten von rotgrün..

    Dass ausgerechnet das Pseudo-Aussteigerland D ein rotgrünes Schlechtachten erstellt, ist wohl kein Wunder. Lassen wir doch die Chinesen mal eines erstellen. Wetten, die finden unsere AKWs top?

  • hans am 18.10.2012 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ich will ja nicht schwarzmalen..

    ... aber sagt nachdem halb europa unbewohnbar ist nicht "ich hab von nichts gewusst"

  • Nachforscher am 18.10.2012 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    @ Steff & Konsorten

    gemäss wikipedia ist der Herr Umweltminister Untersteller ausgebildeter Landschaftsarchitekt. Er kann Risiken somit zuverlässig beurteilen.