Schnellabschaltung

21. November 2012 17:20; Akt: 21.11.2012 17:26 Print

Störung im AKW Beznau

Nach einer Störung musste im Atomkraftwerk Beznau der Block 2 abgeschaltet werden. Offenbar herrscht für die Bevölkerung keine Gefahr. Der Block muss aber vorläufig abgeschaltet bleiben.

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Dem wird der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts publik, dass das AKW Mühleberg vorerst nur bis Juni 2013 betrieben werden darf. Für eine längere Bewilligung braucht es ein umfassendes Sicherheits- und Instandhaltungskonzept. In der Schweiz soll es keine neuen Atomkraftwerke geben: Am gibt Energieministerin Doris Leuthard (CVP) den bundesrätlichen Beschluss zum mittelfristigen Atomausstieg bekannt. Nach dem Supergau in Fukushima ist die Bevölkerung aufgerüttelt: Am 20 000 Menschen in Kleindöttingen für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Das Volk im Kanton Bern sagt am Ja zu einem neuen AKW in Mühleberg, im Bild das Modell. Die Konsultativabstimmung findet einen Monat vor Fukushima statt. Gleich für drei neue Kernkraftwerke reichen die Stromkonzerne Gesuche ein: Gösgen, Beznau und Mühleberg. Das Bild zeigt eine Computerillustration des geplanten AKW in Beznau. Im besetzt Greenpeace den Kühlturm von Leibstadt. Zwei Monate später lehnt das Schweizer Volk erneut den Atomausstieg sowie ein weiteres Moratorium klar ab. Neben der Frage der Endlagerung sorgen auch die Atomtransporte immer wieder für Gesprächsstoff. Greenpeace blockiert Ende August das Zufahrtsgleis zum AKW Gösgen. In den prägt der Wellenberg im Kanton Nidwalden die öffentliche Debatte. Die Nagra führt auch an anderen Orten Sondierbohrungen durch. Aufnahme von in Benken im Zürcher Weinland. Dort soll ein Lager für radioaktive Abfälle entstehen. Nach der Ablehnung durch die Bevölkerung wird das Projekt auf Eis gelegt. Die Bohrstelle in Grafenort am Wellenberg in einer undatierten Aufnahme. Nach dem Volks-Ja vom September 1990 zu einem zehnjährigen Moratorium beruhigt sich die Diskussion um die Kernenergie in der Schweiz - zumindest grösstenteils. Am versuchen Greenpeace-Mitglieder auf das Gelände des Kraftwerks Beznau zu gelangen, um gegen den Einbau eines neuen Dampferzeugers zu protestieren. Wenige Tage vor der Abstimmung am werben Greenpeace-Aktivisten am Kühlturm von Leibstadt. Das Volk lehnt den Atomausstieg ab, stimmt aber einem zehnjährigen Moratorium zu. Die Linken üben sich in Solidarität mit Tschernobyl: Die SP-Nationalräte Peter Bodenmann (links) und Elmar Ledergeber, späterer Stadtpräsident Zürichs, unterziehen sich am einer Strahlenmessung während des Besuchs einer Parlamentarierdelegation in Tschernobyl. Beim Aareschwimmen in Bern am fordern die Atomgegner 3x Ja: für den Energieartikel, für die Ausstiegsinitiative und die Moratoriumsinitiative. In der Schweiz beginnt der Abstimmungskampf: Im Januar blockieren Greenpeace-Aktivisten einen Zug mit Atommüll beim Kernkraftwerk Gösgen. Die Beerdigung von Kaiseraugst als Coup: Der damalige SVP-Nationalrat Christoph Blocher stellt am in Bern eine Motion vor, die eine Entschädigung für das Ende von Kaiseraugst fordert. Motor-Columbus, in deren Verwaltungsrat Blocher sitzt, erhält vom Bund schliesslich 350 Millionen Franken. Die Regierung steht weiterhin zur Atomkraft: Ein halbes Jahr nach Tschernobyl, eröffnet Bundesrat Leon Schlumpf (links) das Fernwärmenetz des AKW Beznau. Als Folge der Tschernobyl-Katastrophe lancieren links-grüne Kreise die Zwillingsinitiativen zum Ausstieg aus der Atomenergie und zum Moratorium. SP-Präsident Helmut Hubacher an der Delegiertenversammlung im Der Reaktorunfall von Tschernobyl am 26. April 1986 mobilisiert auch in der Schweiz. Zwei Monate später, am versammeln sich rund 30 000 Demonstranten in Gösgen. Es ist die grösste Demonstration gegen die Kernenergie in der Schweiz. Dabei sind jedoch auch gewaltbereite Militante aktiv. Sie versuchen das Kraftwerksgelände zu stürmen, was die Polizei mit Tränengas verhindert. Kaiseraugst ist das Aushängeschild der Anti-Atom-Bewegung der in der Schweiz - obwohl in der gleichen Zeit die AKW Gösgen und Leibstadt nicht verhindert wurden. Protest-Denkmal in Kaiseraugst, aufgenommen 1985. Andere AKW wurden jedoch nie gebaut, wie jenes in Inwil (LU). Fackelmarsch am der Gewaltfreien Aktion Inwil in Luzern. Ein Teil der Anti-Atom-Bewegung radikalisiert sich und schreckt auch vor gewalttätigen Aktion nicht zurück. Im wird der Informationspavillon von Kaiseraugst mit einer Bombe zerstört. In Gösgen versuchen AKW-Gegner 1977 mehrmals die Baustelle zu besetzen, was misslingt. Am besetzen einige Tausend Personen Eisenbahnunterführungen bei Dulliken. Das Bild zeigt Filippo Leutenegger (mit Megafon), späterer Chefredaktor der Schweizer Fernsehens und heutiger FDP-Nationalrat. Gut zehn Wochen dauert die Besetzung. räumen die AKW-Gegner die besetzte Baustelle des geplanten Kernkraftwerks Kaiseraugst, nachdem der Bundesrat einen Baustopp zugesichert hatte. Das geplante AKW Kaiseraugst wird zum Kristallisationspunkt der Schweizer Anti-Atom-Bewegung. Am besetzen einige Hundert «A-Werk-Gegner» die Baustelle des geplanten Kernkraftwerks. formiert sich Widerstand gegen Kernkraftwerke in der Schweiz, der anfangs noch stark durch den Gewässerschutz motiviert war. FDP-Bundesrat Ernst Brugger sitzt 1970 an einem Schaltpult in Beznau I. Ausgerechnet ein Sozialdemokrat setzt sich für die Kernenergie in der Schweiz ein: Bundesrat Willy Spühler, von 1960 bis 1966 Energieminister, aufgenommen während des Besuchs eines AKW in Schweden Das erste AKW der Schweiz: Beznau I nimmt nach vier Jahren Bauzeit seinen Betrieb auf. Aufnahme von 2002 mit Beznau II, das 1972 ans Netz ging.

In der Schweiz gibt es schon lange Widerstand gegen die Atomkraftwerke.

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Im Block 2 des Atomkraftwerks (AKW) Beznau ist es am Mittwoch zu einer Schnellabschaltung gekommen. Auslöser der Abschaltung war eine Störung bei der Bespeisung des Dampferzeugers. Dieser befindet sich im nichtnuklearen Teil des AKW.

Bei der Schnellabschaltung um 14.30 Uhr funktionierten alle Systeme einwandfrei, wie der Energiekonzern Axpo, Betreiber des AKW Beznau, mitteilte. Die Sicherheit der Anlage sei stets gewährleistet gewesen.

Beim Abschalten sei aus dem nichtnuklearen Teil Dampf abgegeben worden. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) wurde umgehend über den Vorfall informiert. Nun muss der Fehler lokalisiert und behoben werden.

Block 2 bleibt abgeschaltet

Wie lange der Block 2 des AKW Beznau abgeschaltet bleibt, kann noch nicht vorausgesagt werden, wie Daniela Biedermann, Mediensprecherin der Axpo, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Erst wenn die Aufsichtsbehörde ENSI die Freigabe erteilt, kann der Block 2 des AKW Beznau wieder in Betrieb genommen werden. Nicht betroffen und weiterhin in Betrieb ist der Block 1 des AKW Beznau.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • steschny am 21.11.2012 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammerer

    Es ist unglaublich! Ihr jammert schon wieder so doof! Ich möchte euch ja mal sehen wenn wir keine AKW's mehr haben. Ihr seit dann sicher auch die Ersten, welche sich über den zu teuren Strom beschwert! Wenn ihr nur wüsstet! Und dank den Medien wird es natürlich noch schlimmer! Solche Störfälle gibt es schon seit es die AKW's in der Schweiz gibt! Also hört doch auf, schwarz zu malen!!!

  • K.Buck am 21.11.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    An die Stirn fassen...

    Atomkraftwerke sind nach wie vor die Sicherste Art Energie zu Erzeugen, mit den wenigsten Toten pro KwH, wieso wir in der Schweiz kein neues Modernes AKW Bauen und die alten Dinger Abschalten ist mir ein Rätsel.

  • Ruhig Blut ales ist gut am 21.11.2012 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Es besteht NIEMALS

    bei irgendeinem Unfall von Kraftwerken, Fabriken, Militaeranlagen etc etc. eine Gefahr fuer die Bewohner; nur sollten sie Bitte Fenster und Tueren schliessen und falls vorhanden die Vorhaenge und Laden ebenfalls.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 21.11.2012 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kleinigkeit

    Eigentlich sollten solche Kleinigkeiten überhaupt nicht in die Medien gelangen. Da schreien nur unzählige Leute die keine Ahnung vom Ganzen haben (und keine Ahnung haben wie harmlos diese Störung war) man solle das AKW abschalten und vergleichen es mit Fukushima. Ich bin auch für das Schrittweise abschaffen von AKWs, aber erst müssen vernünftige alternative Energiequellen her, und die lieben Leute die jetzt am lautestens schimpfen müssen auch bereit sein, dafür zu bezahlen. Nebenbei, wie wäre es mit einem sparsamen Umgang mit Strom? Dann könnten wir jetzt tatsächlich sofort ein AKW abschalten.

  • Markus Meier am 21.11.2012 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kusi

    Schön wie sich wieder alle als Atomexperten ausgeben..! Wenn Ihr den Bericht mal genau lesen würdet, hättet Ihr gemerkt das die Abschaltung vom nichtnuklearen Teil verursacht wurde, sprich von einer ganz normalen Dampfturbine!!! Schon mal was von einem Druckwasserreaktor gehört!?! Da gibt es eine Teil der verstrahlt ist und einen der ganz normal zugänglich ist und rein gar nicht verstrahlt ist!! Oder ist schon mal ein Mensch zu schaden gekommen durch Dampf??? Danke Mecii

  • R.G.A am 21.11.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr Abschaltungen

    Weshalb häufen sich die Vorfälle von Schnellabschaltungen denn immer mehr? - Weil die AKW's inzwischen einfach zu alt sind und abgeschaltet gehören - mit jeder weiterem Defekt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann einmal ein Sicherheitssystem nicht funktioniert - klar es befand sich im nicht nuklearen Teil, aber wenn es nicht funktioniert und es trotzdem im AKW eingebaut ist, dann betrifft es mit Hilfe einer Kettenreaktion auch einmal den nuklearen Teil und schon haben wir das Theater. - Ich bin immerhin froh, dass die Sicherheitssystem funktionieren und kontrolliert werden...........

  • David R am 21.11.2012 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fessenheim ?

    Oh wie toll - sollten wir nicht, statt auf's Ausland zu schiessen, mal mit unseren AKW Ruinen aufräumen .... übrigens ich bin ein Befürworter der Nuklearenergie .... aber sie sollte nicht 40 Jahre alt sein. Gruss, David

  • Hélène Widmer am 21.11.2012 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch keine ausreichende Alternative gefunden

    Genau. Eine Alternative FINDEN. Aber gefunden, ist noch nicht wirklich eine um die dann entstehende Stromlücke abzudecken! Denn auch wenn wir in der Schweiz alle AKWs ausschalten, werden immernoch 40% der gesamten Stromquelle von ausländischen (bspw. Frankreich) Atomkraftwerken bezogen..