Strom für Inwil

31. Mai 2012 07:33; Akt: 31.05.2012 11:39 Print

Riesen-Solaranlage geplant

In der luzernischen Ortschaft Inwil soll das grösste Solarkraftwerk der Schweiz entstehen. Auf 20 Fussballfeldern wird ab 2014 der Strom für 2200 Haushalte produziert.

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So ist die Anordnung der Solaranlage bei Inwil geplant. (Fotomontage CKW)

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Wo einst ein Kernkraftwerk geplant war, soll nun das grösste Solarkraftwerk der Schweiz entstehen: Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) wollen in Inwil LU eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage bauen. Ab 2014 soll diese jährlich 10 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugen.

Als «Ironie des Schicksals» bezeichnete Felix Graf, Leiter des Geschäftsbereichs Energie der CKW, in der Medienmitteilung vom Donnerstag die Tatsache, dass die Axpo-Tochter in Inwil eine neue Solaranlage plant. Denn: Eigentlich hatten die CKW in den siebziger Jahren das Land gekauft, um dort ein Atomkraftwerk zu bauen.

Diese Pläne zerschlugen sich aber. Ebenfalls jene eines Freizeitparks, der scheiterte, weil angeblich die wirtschaftlichen Nutzen die ökologischen Nachteile nicht aufwiegen konnten, wie die Luzerner Regierung im Jahr 2000 ihren abschlägigen Entscheid begründete.

Der geplante Ausstieg aus der Kernkraft und die Energiewende wirkte sich auch auf die Strategie der CKW aus. Die Erwartungen an die Photovoltaik seien hoch, verlangt würden innovative Projekte, heisst es in der Mitteilung. Deshalb wollen die CKW nun 25 Mio. Franken in ein neues Solarkraftwerk in Inwil investieren.

20 Fussballfelder gross

Entstehen soll eine rund 20 Fussballfelder grosse Freiflächenanlage im Gebiet Schweissmatt. Laut einer CKW-Sprecherin gehört das gesamte Land bereits dem Energiekonzern. Ein Grossteil der Fläche bleibt für extensive Landwirtschaft erhalten. Tiere könnten weiterhin weiden, sagte sie. Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen sollen, wisse man noch nicht.

Die Photovoltaik-Anlage soll pro Jahr 10 Mio. Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2200 Haushalten. Laut CKW ist dies das bisher grösste Sonnenkraftwerk der Schweiz. In der Nähe von Quinten SG am Walensee planen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich ein Kraftwerk mit einer Leistung von 9 Megawatt.

Die CKW rechnen damit, dass die Anlage bei einem optimalen Planungs- und Genehmigungsverlauf 2014 ans Netz geht. Sie stellten das Projekt kürzlich der Gemeinde und den zuständigen kantonalen Departementen vor. Nun wollen sie auch interessierte Umweltverbände einladen, die Umsetzung aktiv mitzugestalten.

Mit Hochschule zusammenarbeiten

Um die Erfahrungen mit der neuen Solaranlage gerade im Bereich der Netzstabilität auszuwerten und neue Erkenntnisse zu gewinnen, wollen die CKW mit der Hochschule Luzern zusammenarbeiten.

Bereits vor 30 Jahren hatte die CKW eine Photovoltaik-Anlage auf der Alp Chlus bei Sörenberg realisiert. 2004 beteiligten sie sich am damals grössten Sonnenkraftwerk der Schweiz auf dem Mont Soleil.

Die Solaranlage in Inwil ist eines von aktuell sechs geplanten CKW-Projekten im Kanton Luzern. Insgesamt investiert der Zentralschweizer Energiekonzern 125 Mio. Franken in diese Anlagen, die total 75 Mio. Kilowattstunden Strom für 17 000 Haushalte liefern sollen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 31.05.2012 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Finde das Projekt eine super Sache. Vorallem finde ich den spagat zwischen Solarkraftwerk und landwirtschaftlicher Nutzfläche genial!

  • Noldi Schwarz am 31.05.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alibiübung

    Man rechne: Für alle Haushalte in der Schweiz wären das die gesamte Fläche beider Appenzell mit Solarpanels zugekleistert. Ohne Garantie, dass die dann auch genügend Strom über das ganze Jahr liefern. Von den dabei montierten Schadstoffen (ja Solarpanels enthalten viele Schadstoffe) schon gar nicht zu reden. Wann kehrt endlich wieder die Realität ein?

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  • John am 31.05.2012 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Solar umweltschädigender als Atom

    Der Abbau von Solaranlagen hinterlässt pro Kw mehr Umweltmüll als ein Kw Atomstrom. Die Gifte des Materials sind noch Millionen Jahre toxisch. Auch verbraucht Solar mehr CO2 als Atom. Erneuerbar ist es auch nicht, da man dazu Kupfer braucht, das in 40 Jahren ausgeht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 01.06.2012 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    AUFWAND + ERTRAG = ABZOCKEREI

    und wohl auch noch vom Steuerzahler durch den Bund finanziert / subventioniert.

  • Anton O am 01.06.2012 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    reine Profitgier

    wenn Grossfirmen ein Solarprojekt aufstellen dann nur aus profitgründen. Da ist eine perfekte Projektierung vorhanden damit der letzte Rappen Fördergeld geholt werden kann. Für kleine dezentrale Projekte von Bürgern bleibt somit kein Förderbeitrag mehr übrig. Und wenn schon grosse Flächen belegen dann sollten es zugepflasterte Flächen wie Parkplätze Industriebauten sein. Damit würde sogar der Doppeleffekt einer Beschattung geschaffen.

  • Robert am 31.05.2012 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Solarenergie bei Lidl

    In Perlen hat ein Lidl eröffnet. Warum überdacht man dort nicht das Gebäude und die Parkplätze mit einer Solaranlage. Damit haben wir schon die Fläche von 10 Fussballfelder. Und das gleiche in Honau beim Aldi und die Fläche währe wettgemacht. Und das Tolle ist, dass die Schnäppchenjäger während ihrem Marathon vom Auto in den Discounter im Trockenen bleiben.

    • stefu am 01.06.2012 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      zu teuer

      die Autodächer sicher nicht, dann muss man wieder beleuchten, aber man sollte die Ladenbesitzer, bei denen genügend Sonne ist und mehr als 1000m2 sind sollte man verpflichten, ein Solarkraftwerk zu bauen oder eines von der CKW bauen lassen

    • Doris am 03.06.2012 01:36 Report Diesen Beitrag melden

      solarenergie

      diese Idee ist genial!! weshalb müssen wir den Politikern und den obergescheiten immer alle guten Ideen vorkauen?

    • Bergli am 03.06.2012 07:51 Report Diesen Beitrag melden

      poiltisch motiviert

      denke mal an den der das Land verkauft - der reibt sich die Hände..... solange Heimat-, Natur oder sonst ein Shutz gegen Nachrüstungen auf Scheunendächern, Wohnhäusern etc sind wird eben Landschaft verbaut. Danke Frau Leuthart für diese hyperintelligente Energiepolitik!

    • René Hofmann am 03.06.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur bei Lidl.....

      Meine Rede. ;-) Es sollten viel mehr brachliegende Flachdächer mit solchen Anlagen bestückt werden. Potential wäre genügend vorhanden.

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  • Andrea S. am 31.05.2012 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Weg in die richtige Richtung - Bravo!

    Ich wäre für eine Art Dachlösung, damit untendran irgendwas Essbares gepflanzt werden könnte und mit dem auf den Panels grossflächig gesammelten Regenwasser diese Plantagen dann auch bewässert werden können.

  • Claudio Mathiuet am 31.05.2012 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Absurde Reaktionen

    Das Einzig absurde an der Anlage sind reaktionen von egoistischen Menschen die lieber den rest ihres Lebens auf kosten unserer Kinder verbringen, als sich buwusst werden wie verschwenderisch wir mit den Resoucen umgehen. Es mag sein, dass "nur" 99,9% des Materials eines PV Moduls reciclierbar sind, aber dafür verseucht es unser Land nicht für die nächsten 10'000 Jahre... Aber der Müll ist ja auch kein Problem für uns, den überlassen wir ja auch unseren Kindern. Es ist Zeit umzudenken und nachhaltig zu handeln