IAEA kritisiert AKW

03. Februar 2013 15:20; Akt: 03.02.2013 15:43 Print

Mühleberg muss sicherer werden

Experten der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) hat das AKW Mühleberg eingehend geprüft. Sie orteten gewisse Mängel, etwa im Anlagebetrieb, Management und in der Notfallplanung.

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Experten der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) empfehlen nach einer Prüfung des AKW Mühleberg der Betreiberin BKW Massnahmen zur weiteren Verbesserung der Sicherheit.

Die so genannte OSART-Mission hatte das Atomkraftwerk vor den Toren Berns im Oktober 2012 unter die Lupe genommen. Die Experten bewerteten das AKW als sicher. Sie stellten aber Vorschläge in Aussicht, mit denen die betriebliche Sicherheit in Mühleberg weiter erhöht werden kann.

Der detaillierte Bericht dazu wurde nun vor wenigen Tagen veröffentlicht, wie aus Artikeln in der «SonntagsZeitung» und der Zeitung «Der Sonntag» hervorgeht. Gemäss dem IAEA-Bericht verbringt beispielsweise das BKW-Management nicht genug Zeit auf der Anlage, um die Arbeiten zu beobachten und das Werkspersonal zu betreuen.

Zwar habe die BKW bereits 2008 Abläufe eingeführt, die zum besseren Verständnis zwischen Managern und Werkspersonal führen sollten. Allerdings hätten diese noch nicht den erwünschten Erfolg gehabt.

Betriebsfeuerwehr und Formalitäten

Zudem sei die Betriebsfeuerwehr nicht zu jedem Zeitpunkt wie vorgesehen zur Verfügung gestanden, bemängeln die Experten. Laut Bericht war dies in 8 von 1045 Schichten der Fall. Zum Teil bemängelten die Experten auch den Umgang mit gewissen Formalitäten, etwa beim Ausfüllen von Übergabeprotokollen oder bei Berichten über Probleme.

Verbesserungspotenzial gibt es ausserdem bei der Notfallplanung. Damit allfällige Risiken für das Personal vermieden werden können, sollte die Betreiberin des Werks den Schutz vor Strahlung bei einem Unfall überprüfen.

Das Notfall-Kontrollzentrum SUSAN sei zwar gegen externe Risiken gesichert und mit den nötigen Kommunikations-Tools ausgerüstet, halten die internationalen Experten fest. Doch die «langfristige Bewohnbarkeit» des SUSAN-Gebäudes sei derzeit für ein Notfallteam nicht gesichert.

BKW prüft Vorschläge

BKW-Sprecher Antonio Sommavilla bezeichnete auf Anfrage die Empfehlungen als üblichen Prozess zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit. Die BKW prüfe die Empfehlungen und wolle entsprechende, geeignete Massnahmen ableiten. Deren Umsetzung solle in rund 18 Monaten beim nächsten Besuch der internationalen Experten präsentiert werden.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) erwartet seinerseits, dass die BKW die Empfehlungen umsetzt. Diese seien zum Teil bereits durch Forderungen des Ensi zum Langzeitbetrieb abgedeckt, wie es auf der Internetseite der Behörde heisst.

Das Expertenteam der IAEA bestätige, dass das Atomkraftwerk Mühleberg die internationalen Vorgaben einhalte, hält das Ensi fest. Die Experten der OSART-Mission hätten sich beispielsweise positiv zu den Massnahmen in Zusammenhang mit Kernmantelrissen geäussert. Ebenfalls gelobt wurde die rasche Anpassung der laufenden Revisionsarbeiten nach dem Bekanntwerden der Befunde im Reaktordruckbehälter eines belgischen Kernkraftwerks.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kochlehrling am 03.02.2013 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Deckel drauf

    Nur schön den Deckel draufhalten. Kann ja nichts passieren, wenn man den Kochtopfexperten Gleuben schenkt. Und falls doch - Nach uns die Sindflut. Die Politiker werdens schon richten.

  • Sarah am 03.02.2013 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange..

    wollt ihr noch warten??!! ABSCHALTEN!!

    einklappen einklappen
  • Andreas am 03.02.2013 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschläge Prüfen

    Wenn sie das Ding weiterlaufen lassen wollen, müsse die mehr tun als nur Prüfen, denn das allein reicht nicht. Schaltet das Ding entlich ab!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leonhard am 04.02.2013 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ab- und nicht Aufrüsten ist gefragt

    Das Geld muss jetzt für Erneuerbare-Energie und nicht in Flickwerke investier werden - beides ist nicht tragbar, sondern Steurgeld-Verschwendung.

  • Hans am 04.02.2013 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Fass ohne Boden

    kann man nicht weiter mit Steuegelder unterstützen. BR - D.L. richtet sich wie eine Windfahne im Wind, weil sie am kürzeren Hebel ist und gar keine Macht hat. Nur sollte sie nicht dauernd Ankündigungen machen, die gar nicht greifen, weil sie gar keine Ahnung hat und sich über den Tisch ziehen lässt.

  • Emanuel am 04.02.2013 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen kaputt

    Da versichert BKW sie hätten die Sicherheit in Mühleberg verbessert und dann kommt so ein Bericht von der IAEA. War das in dem Fall nur gutes Marketing von BKW? Da fragt man sich schon, kann man den Atomkraftwerkbetreiber noch trauen?

  • Fridolin am 04.02.2013 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    undurchsichtig

    und wieviel davon ist nun real und wieviel politisches Kalkül? Nichts dagegen dass die Sicherheit erhöht wird - es macht aber stutzig wenn man die verschiedenen 'Prüfungsergebnisse' korreliert. Ist den vom Staat beauftragten 'Experten' zu trauen oder wird schon vorher definiert was rauskommen muss?

  • Giussi am 04.02.2013 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau hinsehen

    Da wird mal wieder masslos Übertrieben. Leider stürzen sich auch und garade die Medien heute auf alles was sich gegen die Kernenergie schreiben lässt. Mainstream nennt sich das. Überall wo etwas überprüft wird, entstehen empfehlungen. Diejenigen der IAEA bewegen sich bei genauer Betrachtung auf hohem Niveau.