Ja zu Ecopop

24. Oktober 2014 11:50; Akt: 24.10.2014 14:13 Print

Baselbieter SVP verpasst Brunner eine Ohrfeige

Die Ecop0p-Initiative spaltet die SVP. Am Parteitag hat die Baselbieter Sektion überraschend die Ja-Parole beschlossen – und fällt damit ihrer eigenen Parteileitung in den Rücken.

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Kräftiger Gegenwind von der Basis: Dem Ecopop-Nein von SVP-Parteipräsident Toni Brunner folgen längst nicht alle SVP-Mitglieder. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Im Gegensatz zur SVP Schweiz empfiehlt die Baselbieter SVP die Ecopop-Initiative zur Annahme. Das hat sie am Parteitag am Donnerstagabend in Liestal mit 63 gegen 57 Stimmen beschlossen und stimmt somit einer Begrenzung der Zuwanderung auf jährlich rund 16'000 Personen zu, über die am 30. November abgestimmt wird. Eine «Ohrfeige» nennt es die «Nordwestschweiz» für den Vorstand, der dagegen stimmte.

Der Entscheid fiel zwar knapp aus, reicht aber dafür aus, dass die erste SVP-Sektion überhaupt die Ja-Parole fasst. Damit stellen sich die Baselbieter offen gegen die nationale Parteileitung. Das dürfte für Parteichef und Ecopop-Gegner Toni Brunner ein Alarmzeichen sein, dass ihm noch weitere SVP-Sektionen die Gefolgschaft verweigern könnten.

«Verzweifelter» Appell half nicht

Nationalrat Thomas de Courten hatte zwar noch vor den verheerenden Folgen für die Wirtschaft gewarnt, die ein Ja bedeuten würde. Dem laut der «Nordwestschweiz» «verzweifelten Appell» de Courtens folgten jedoch gerade einmal 57 Stimmberechtigte.

Zuvor hatten die SVP-Sektionen aus Zürich und Bern die Nein-Parole verkündet. In Bern fiel diese besonders deutlich aus – nur 33 der 448 Delegierten stimmten Ja.

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 24.10.2014 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totalversagen

    Ist ja logisch gibt es immer mehr Befürworter, schließlich ist seit der letzten Abstimmung absolut nichts passiert. Fragwürdige Arbeitsauffassung eines versagenden Bundesrates.

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  • M. Sauer am 24.10.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ecopop ist nichts rechts

    Mit dem reisserischen Titel wird Ecopop als rechtsextrem dargestellt. Das könnte falscher nicht sein. Dass uns unendliches Wachstum auf begrenztem Gebiet ins Verderben führt, hat doch nichts mit rechts oder links zu tun. Es geht doch einfach darum, dass wir jeden Tag 12 Fussballfelder zubetonieren, nur um immer mehr und mehr Wirtschaft zu haben. Ich will nicht, dass meine Enkel im Hongkong Europas aufwachsen!

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  • luca b am 24.10.2014 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt Ja

    Ich als Deutscher würdr Ja Stimmen wiso? Ihr könnt mit einem Ja ein neues Europa formen, denkt doch mal an Eure Forfahren manchmal braucht es mut um was zu ändern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • JR. Gunzenhauser am 25.10.2014 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parteidemokratie

    Hier ist das Problem der "Parteidemokratie" wieder sichtbar geworden: die zufällig anwesenden bestimmen - ob sie representativ sind oder nicht!

  • Morgan Stern am 25.10.2014 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverantwortung - Selbstbestimmung

    Es ist in einer freiheitliche Partei völlig OK, wenn man ECOPOP kontrovers diskutiert. Diejenigen Wähler, die in den letzten Initiativen der SVP zum Erfolg verholfen haben, sind eh keine strammen Partei-Soldaten, sondern meist besorgte, vorausschauende selbstverantwortliche Bürger aus der breiten Mitte, denen die Freiheit und Selbstbestimmung über alles geht.

  • Guschti am 24.10.2014 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    mals ist einfach fertig, oder?

    Ja Herr Brunner, wenn man hemdsärmlig politisiert und dabei vergisst das Volk zu spüren ist man abgehoben und hat Realitätsverlust.

  • Jimbo am 24.10.2014 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich werde ihn übertrumpfen

    Soll Brunner ein Nein stimmen! Mir doch egal, ich werde meine ganze Familie, bekannte, kollegen, nachbarn, tanten, und arbeitskollegen zum Ja überzeugen. 25x ja.

  • Lisbeth Arrend am 24.10.2014 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    von wegen Fachkräftemangel!!

    Ich bin 31 Jahre alt und möchte folgendes feststellen... ich habe vom Bundesrat, resp. den Räten, noch keine konkreten Vorschläge, wie man die Prämienbeiträge für die 2.Säule umformen will, damit über 50 jährigen, nicht als zu teuer, von der Wirtschaft disqualifiziert werden. Wenn man sieht, welches Know-How, mit dieser Unsinnigkeit verloren geht und man die Wirtschaftsbosse von wegen Fachkräftemangel jammern hört, ist das einfach schizophren. Ich werde der Ecopop zustimmen, damit die Wirtschaftsbosse und die Räte gezwungen werden, hier endlich Lösungen zu bringen !!!