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Fall Hildebrand
07. November 2012 12:00; Akt: 07.11.2012 12:33 Print
Mörgeli blitzt vor Bundesgericht ab
SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli ist mit seiner Beschwerde gegen den Zürcher Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser gescheitert. Das Pub-Gespräch bleibt ohne Folgen.
Die Affäre Hildebrand.
Der Zürcher Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser wird sich für seine Äusserungen in einem Bülacher Pub definitiv nicht wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses verantworten müssen. SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli ist mit seiner Beschwerde vor Bundesgericht abgeblitzt.
Bildstrecken Fall MörgeliPresse zu Mörgeli Infografik Die Affäre HildebrandOberstaatsanwalt Martin Bürgisser war am 23. März 2012 in einem Pub in Bülach gesessen. Er äusserte an diesem Freitagabend gegenüber Bekannten, dass die Oberstaatsanwaltschaft bis zum nächsten Mittwoch die Aufhebung der parlamentarischen Immunität von SVP-Nationalrat Christoph Blocher beantragen werde.
Kein Geheimnis mehr
Der Schritt war im Zusammenhang mit der Strafuntersuchung wegen der Weitergabe von Bankunterlagen zum Ex-Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand geplant. Christoph Mörgeli, der von einem im Pub anwesenden SVP-Kantonsrat informiert worden war, erstattete in der Folge gegen Bürgisser Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung.
Das Zürcher Obergericht verweigerte die Ermächtigung zur Strafverfolgung, da der «Tages-Anzeiger» und die «Neue Zürcher Zeitung» bereits tags zuvor über die Absicht der Staatsanwaltschaft berichtet hätten. Die von Bürgisser im Pub verbreitete Information habe damit gar keinen Geheimnischarakter mehr aufgewiesen.
Mörgeli nicht betroffen
Mörgeli gelangte dagegen ans Bundesgericht. Die Richter in Lausanne sind auf seine Beschwerde nun aber gar nicht erst eingetreten. Betroffen von der angeblichen Amtsgeheimnisverletzung sind laut Gericht einzig Christoph Blocher selber und der Kanton Zürich.
Weitere Personen wie Christoph Mörgeli seien dagegen nicht direkt in ihren Rechten verletzt und könnten deshalb auch nicht als Privatkläger am Verfahren teilnehmen. Mörgeli hatte argumentiert, dass Bürgissers Äusserung vor allem politisch motiviert gewesen sei und darauf abgezielt habe, auch ihn zu schädigen.
So habe Bürgisser im Pub geäussert, dass das Gesuch um Aufhebung von Blochers Immunität bezwecke, «nebst diesem die SVP zu schwächen und damit endlich auch Christoph Mörgeli zu erledigen». Ob dies zutrifft, kann laut Gericht offenbleiben. Selbst wenn dem so wäre, könnte Mörgeli gemäss Urteil nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Keinen praktischen Nutzen
Das Argument des politischen Hintergrundes ändere nichts daran, dass die Durchführung eines Strafverfahrens gegen Bürgisser für Mörgeli selber ohne praktischen Nutzen bleiben würde. Für das bundesgerichtliche Verfahren muss Mörgeli 1500 Franken Parteientschädigung an Bürgisser zahlen.
Auf die Erhebung von Gerichtskosten zu Lasten von Mörgeli hat das Gericht verzichtet. Es begründet dies unter anderem damit, dass es sein aktuelles Urteil auf einen kürzlich gefällten Leitentscheid stütze, der Mörgeli noch nicht habe bekannt sein können.
Der Zürcher SVP-Nationalrat hatte im vergangenen September seinen Posten als Kurator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich räumen müssen. Zuvor war in den Medien ein Bericht publik gemacht worden, in dem seine Arbeit als Konservator kritisiert wurde.
(sda)
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Alle 60 Kommentare

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nervensäge
was für ein wichtigtuer. es geht nicht immer nur um ihn und die partei. soll sich besser einen neuen job suchen, als alle zu nerven. der will sich wohl mit seinem querulantentum immunisieren gegen jede kritik. wenn ich mal gebüsst werde, sage ich in zukunft auch "politisch motiviert" ;)
Recht so...
Da haben ihn seine Freunde wohl falsch beraten! Nun kann er sich voll auf die Jobsuche konzentrieren. Wird sicher nicht einfach...
Bravo, bravo
Dies ist eine sehr, sehr gut Nachricht. Mehr zu sagen gibt es nicht !!