Zum Fahrplanwechsel

13. Juli 2012 10:30; Akt: 13.07.2012 14:50 Print

ÖV wird teurer – aber weniger als erwartet

Der Preisüberwacher und der Verband öffentlicher Verkehr haben sich geeinigt: Die ÖV-Tarife steigen durchschnittlich um rund 5 Prozent. Ausserdem soll ein neues GA eingeführt werden.

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Kunden des ÖV müssen ab Dezember tiefer in die Taschen greifen. (Bild: Keystone)

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Bahn- und Busfahren wird im Dezember zwar immer noch um mehr als 5 Prozent teurer. Doch für einige Billette schlagen die Preise leicht weniger auf als vorgesehen. Darauf haben sich der Preisüberwacher und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) geeinigt.

Billette zum Normaltarif in der zweiten Klasse werden ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 statt um 4 Prozent um 3 Prozent teurer. In der ersten Klasse muss für ein Einzelbillett 6,5 statt 7 Prozent mehr bezahlt werden. So sieht es die am Freitag in Bern den Medien präsentierte einvernehmliche Regelung vor.

Weniger Aufschlag bei 2.-Klass-GA und Halbtax

Einen geringeren Aufschlag wird es bei Generalabonnementen (GA) für die zweite Klasse geben: Für Erwachsene wird das GA um 200 statt um 210 Franken aufschlagen und neu 3550 Franken kosten.

Auch die GA-Preise in der zweiten Klasse für Junioren, Studierende, Senioren, Behinderte und Kinder werden weniger stark erhöht. Der Preis des Erwachsenen-GA für die erste Klasse steigt wie vom VöV ursprünglich beabsichtigt um 8,4 Prozent. Für Erwachsene kostet es neu 5800 Franken.

12,5 Prozent - von 400 auf 450 Franken - beträgt der Aufschlag beim Halbtaxabonnement für drei Jahre. Das sind zehn Franken weniger als geplant. Auch beim Halbtaxabonnement für zwei Jahre handelten VöV und Preisüberwacher eine etwas tiefere Erhöhung aus - um 30 statt um 35 Franken. Dieses Abonnement kostet neu 330 Franken.

Beim Halbtaxabonnement für ein Jahr bleibt es bei der Erhöhung von 10 Prozent (6,1 Prozent) auf 175 Franken. Auf eine Preiserhöhung ganz verzichtet wird bei den 9-Uhr-Tageskarten. Nicht teurer werden das Gleis-7-Abo für junge Erwachsene sowie die Junior- und Enkel- Karte.

GA mit «Off Peak»-Rabatt

Insgesamt steigen die Preise im öffentlichen Verkehr um mehr als 5 Prozent. Eine nächste gesamtschweizerische Preisrunde darf frühestens in zwei Jahren stattfinden, also Ende 2014. Vorbehalten bleibt, dass sich die Verhältnisse - namentlich Teuerung und Abgeltungen der öffentlichen Hand - wesentlich ändern.

Die Vereinbarung sieht ausserdem vor, dass der VöV bis Ende 2013 Vorschläge für «Off Peak»-Rabatte ausarbeitet, wie Preisüberwacher Stefan Meierhans es nannte. Er und der VöV vereinbarten deshalb, dass bis Ende 2013 Alternativen zum heutigen GA angeboten werden, die mehr Kunden ausserhalb der Hauptreisezeiten in die Züge bringen. Diese bessere Auslastung der Züge solle mithelfen, die Kosten zu decken und den Bedarf für künftige Erhöhungen der Preise zu reduzieren.

Meierhans ist mit dem Verhandlungsergebnis «mittelmässig zufrieden», wie er sagte. Bei den gemeinsamen Tarifen der 130 im VöV vereinigten, sehr unterschiedlichen Unternehmen setzten sich tendenziell jene durch, die am meisten jammerten, gab er zu bedenken.

Die Preiserhöhung ist namentlich auf die vom Bundesrat um rund 200 Millionen Franken erhöhten Trassenpreise zurückzuführen. Eigentlich hätten die Fahrpreise deshalb um rund 7 Prozent erhöht werden müssen, sagte VöV-Direktor Ueli Stückelberger. Der VöV wolle aber nicht die gesamten Mehrkosten den Reisenden aufbürden.

Ausfälle von 17 Millionen Franken

Nach Angaben des VöV entgehen den Transportunternehmen wegen der Vereinbarung Einnahmen von rund 17 Millionen Franken im Jahr. Stückelberger bezeichnete die Regelung als «inhaltlich akzeptierbar». Die Verkehrsbetriebe könnten rund 90 Prozent der gewünschten Tariferhöhungen umsetzen.

Stückelberger und Meierhans betonten, dass sie die Einigung einer möglicherweise jahrelangen juristischen Auseinandersetzung vorgezogen hätten. Denn so habe die Kundschaft Klarheit über die Fahrpreise.

Der VöV berechnete vor einem Jahr, dass die Preise im öffentlichen Verkehr bis 2018 um bis zu 27 Prozent aufschlagen könnten. Auf diesem Pfad bleibe der Verband, sagte Stückelberger.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 13.07.2012 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    immer nur jammern

    die ÖV-Tarife sollten um 50% steigen damit der ÖV endlich mal selbsttragend wird! Immer dieses Gejammere wenn die Preise im ÖV steigen - warum muss der Autofahrer Euch die Hälfte der Tickets bezahlen?

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  • victor am 13.07.2012 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GA

    schön, dass solche, die das geld haben, natürlich nicht mehr bezahlen müssen... aber die 2. klasse wird natürlich erhöht... was ist das für eine lobby? ich frage mich wirklich langsam, wieso die immer fein davon kommen... wenn ich 12'000.- im monat verdienen würde, wär es mir ziemlich egal ob ich noch 5% draufzahle... aber als 3'200.- löhner mit alimentenverpflichtung, schmerzt dies sehr!

  • PascalB. am 13.07.2012 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Top SBB

    Für den Service den wir in der Schweiz geniessen im ÖV, sind die Preise mehr als gerecht ist meine Meinung...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Georg C. am 13.07.2012 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wohin fliesst der Gewinn?

    Es sind noch keine 10 Jahre her,da gab es täglich Schlagzeilen wegen einer unzufriedenen SBB. Aus ihrer Sicht einfach zu wenig Pendler für die teure Infrastruktur. Daraufhin hat die Politik sofort reagiert. Sie hat die Kantone und die Gemeinden dazu verpflichtet einen wesentlichen Teil der Kosten am öffentlichen Verkehr zu übernehmen. Notabene unsere Steuergelder. Viele Gelder für die Werbung eingesetzt. Mittlerweile hat die SBB ein x-faches an Pendlern und schreibt jedes Jahr Gewinn. Also das Geld fliesst,von zwei Seiten. Nur,was geschieht eigentlich mit dem Gewinn? Nur für die Infrastruktur?

  • Teodoro Barrientos am 13.07.2012 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    einmal ZVV niemehr ZVV

    Also ich wundere mich schon wieviel die preise seit 1998 gestiegen sind (1998 weil ich damals in der Lehre war und noch kein auto hatte)...apropo auto...kann es sein das es sich mehr lohnt auto zu fahren als die bahn zu nehmen???

  • rachel g. am 13.07.2012 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    ich denke viele könnten ohne problem mit einem velo zur arbeit gehen. finde es allerdings nicht fair den preis weiter,zu erhöhen da viele eben auch keine andere wahl haben (zb studenten) nicht alle haben das geld dazu..

  • Beo Bachter am 13.07.2012 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja sind wir auf dem türkischen Bazar?

    Ach wie nett, die SBB schlägt weniger auf als angekündigt... Dass ist wie auf dem türkischen Bazar; der Händler nennt einen hohen Preis, damit der Käufer verhandeln kann. Der Händler kommt ein paar Prozente entgegen und schon ist der Käufer zufrieden. Dass er trotzdem (zu)viel bezahlt hat merkt doch Niemand... Liebe SBB eure Kundschaft lässt sich nicht so einfach hinters Licht führen wie die Medienlandschaft. Teurer bleibt teurer!

  • realist am 13.07.2012 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abzocke

    so wie es aussieht..funktioniert das system mit den co2-einsparnissen der bürger..;) mehr pendler=mehr bezahlen wiso? das grüne gutgemeinte denken der bürger wird so tiptop ausgenützt