Diskussion um SBB-Preise

09. Dezember 2012 17:22; Akt: 09.12.2012 17:22 Print

Passagiere sollen 300 Millionen mehr bezahlen

Mit dem Fahrplanwechsel steigen auch die Preise für Bahntickets. Und sie sollen weiter steigen: Bürgerliche Politiker fordern, dass die SBB-Kunden in Zukunft noch stärker zur Kasse gebeten werden.

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Mit dem heutigen Fahrplanwechsel steht den Schweizer Bahnpassagieren ein verbessertes Angebot mit mehr Zugverbindugnen und mehr Sitzplätzen zur Verfügung. Doch der Ausbau der Infrastruktur hat auch seine Schattenseiten. Die Bahntickets steigen im Schnitt um 5,2 Prozent. Deutlich höher fallen die Preisanstiege bei den HalbtaxAbos sowie den Generalabonnementen aus, die zum Teil über 8 Prozent mehr kosten.

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Was halten Sie von Mobility Pricing? Sollen auch Fahrten mit der Bahn verursachergerecht bezahlt werden?
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Doch damit nicht genug: Bahnfahrerinnen und -fahrer sollen künftig deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Bürgerliche verlangen von ihnen jährlich Hunderte von Millionen Franken mehr.

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner fordert gegenüber der SonntagsZeitung, dass Bahnbenützer «mindestens zehn Prozent mehr» an den Kosten tragen. Bislang verbilligt der Steuerzahler die Bahn mit rund 2,9 Milliarden Franken im Jahr. Ein um 10 Prozent höherer Selbstdeckungsgrad führt dazu, dass Passagiere rund 300 Millionen Franken pro Jahr mehr zahlen müssten. Die Subventionen der SBB hält Giezendanner für kein faires System. «Da zahlt jeder von uns mit – egal, ob er jemals den Zug benützt oder nicht», sagt er.

Selbstdeckungsgrad der SBB muss erhöht werden

Auch Markus Hutter (FDP) fordert als Präsident der nationalrätlichen Verkehrskommission gegenüber der SonntagsZeitung: «Der Bahnfahrer sollte sicher 60 Prozent der Kosten selber tragen», sagt er der SonntagsZeitung. Das Parlament müsse den SBB Vorgaben machen, um den Selbstdeckungsgrad zu erhöhen.

Im Jahr 2005 lag der Eigenfinanzierungsgrad noch bei 55,7 Prozent. Seither ist er weitergesunken. Hutter und Giezendanner halten denn auch 10 000 Franken für ein Erstklass-GA für angemessen. Der Preis dafür entspreche in etwa den tatsächlichen Kosten.

SBB-Chef Meyer: «Die Politik muss entscheiden»

Anders sehen es natürlich die Grünen. Bastien Girod schlägt vor, die Ticketpreise für Einzelfahrten ohne Halbtax zu senken und tageszeitabhängige Sparangebote zu schaffen. Die zusätzlichen Kosten will der grüne Nationalrat durch die Anhebung der Halbtax-Abo-Preise und ein differenziertes Generalabonnement bezahlt haben: So spricht er sich für ein Vielfahrer-GA aus, das deutlich mehr kosten soll als das heutige GA. Dafür soll es ein günstigeres Flex-GA geben, das nur ausserhalb der Stosszeiten gilt.

Die Debatte über die Tarife sorgt überall für heisse Köpfe, vor allem bei den ÖV-Benutzern. Deshalb verlangt SBB-Chef Andreas Meyer vom Parlament klare Ziele: «Die Politik muss entscheiden, wie viel die öffentliche Hand künftig im Personenverkehr bereit ist zu zahlen und wie viel die Nutzer in Zukunft selbst übernehmen sollen.»

(pre)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Die Bahn sollte ja eigentlich günstiger als das Autofahren, damit auch Anreize bestehen die Bahn zu benützen. Dies ist jedoch nicht der Fall im Moment. Für die Lösung der Probleme müsste die SBB mal grundsätzlich restrukturiert werden. Von teureren Preisen gür Pendler zu den Stosszeiten halte ich nichts. Den zu den Stosszeiten sind die Züge voll und ausgelastet. Da sollten eher die Leute zur Kasse gebetten werden, die zu ungewöhnlichen Zeiten den Zug nutzen. – Paul Irmsch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kathrin Gasser am 09.12.2012 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es nervt

    Die sbb nerven langsam mit diesen preis erhöhung! Für was soll ich so viel zahlen damit ich leuten näher komme denen ich gar nicht näher kommen will oder am morgen nicht mal ein sitzplatz bekomme sorry sbb aber da zahl ich lieber etwas mehr und gehe mit dem auto!

  • Purzelbaum am 09.12.2012 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto !

    Bb sbb hallo auto !

  • mista maapla am 10.12.2012 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    blind?

    wenn man die kommentare liest, könnte man meinen jeder pendler wohnt IM bahnhof. das pendler mit busen, velo, tram, zu fuss oder wie auch immer AUF DER STRASSE zum bahnhof gehen und dabei KEINE strassenverkhersabgabe zahlen, sonder nur ihr GA, sieht wohl keiner. ausserdem ist die bahninfrastruktur genau so schön wie strassen, verschandelt die landschaft auch. und umweltschutz als grund find ich eine heuchelei, alleine was die sbb an pestiziden pro jahr versprayt, damit die gleise nicht zuwachsen, stauseen in schönster berglandschaft und und und. billette teurer machen, ganz klar.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steff am See am 11.12.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Zugfahren kann schön sein

    Vermehrt Auto fahren und Fahrgemeinschaften gründen.Grosse Firmen sollen gefälligst ihre Mitarbeiter mit einem eigenen Bus abholen.Ebenso Hochschulen.Bei diesen teuren Studienplätzen liegt das schon drin und generiert erst noch Arbeitsplätze für Chauffeure. Die SBB werden sich noch wundern.Es braucht Mut und am Anfang ein bisschen Geld aber dann löst sich das Problem.Im Zug ist es wieder ruhiger und die Leute kommen pünktlich zur Arbeit wenn sie dann auch auf der Matte stehen.

  • reto muggler am 10.12.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fortsetzung

    -> Er/sie bleibt weiterhin verschlossen und ängstlich allem Fremden gegenüber (selbstverschuldet!) ->hört endlich auf die Duckmaeuser zu machen, Donner noch eins!

  • reto muggler am 10.12.2012 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Komplett unverstaendlich

    Die Schweizer verstehe wer will- ich bin selber einer und hab sie nie verstanden die Bahn gehört den Schweizer Bürgern ! Anderswo gäbe es laengt's einen Volksaufstand, das reichste Land der Welt faehrt mit antiquarischen Flickenwagons durch die Gegend und verlangt Preise die niedere Einkommen nicht bezahlen können-> Illegalisierung oder Isolierung-> Hallo Ignoranz! Abgesehen davon kommt der Durchschnittsauslaender nicht in die Schweiz weil eben zu teuer ->Schweizer bleibt unter sich und die Reichen sowieso -> Schweizer lernt andere Perspektiven durch Touristen anderer Länder nicht kennen etc.

  • Martin P. am 10.12.2012 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Systemfehler

    Niemand begreift was passiert ist. Der Fehler ist, dass nur der operative Bereich unter Kostendruck gesetzt wurde, nicht aber die exorbitant teure und ineffiziente Bahninfrastruktur. Dieser Fakt wurde von Management skrupellos ausgenutzt: Die Kosten für die Sicherheit des Fahrbetriebes wurde an die staatliche Infrastruktur ausgelagert. Anders gesagt, bei den Lokführern wurde 20 Mio. gespart und um die Sicherheit zu gewähren, musste parallel dazu 1200 Mio. in infrastrukturseitige Sicherheitstechnik investiert werden. Genau das müsst ihr jetzt bezahlen.

  • Janosch am 10.12.2012 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wusste nicht

    Dass die SBB eine Privatbahn mit gewinnmaximierenden Praktiken ist. Es versandet so viel Geld in der Schweiz... Ich kann und will nicht verstehen, wie kein Geld gefunden werden kann. Das kann sich die Bahn nur leisten weil sie ein Staatsbegrieb mit Monopolcharakter hat. Ich kann ja nicj auswählen mit welcher bahn ich fahren willy ich MUSS die SBB nehmen. Ausserdem ist es ein Witz, dass der Staat dem Staat Geld zahlt. Die Infrastruktur und die Dienstleistung sind staatlich. Ich kann mir auch jeden Tag einen franken zahlen, wenn ich mich kratzen will.