SBB-App

06. März 2012 07:23; Akt: 06.03.2012 13:43 Print

«E-Tickets - das Problem sind die Richtlinien»

Die E-Tickets der SBB schneiden bei den Lesern gut ab. Doch mangelnde Kulanz bei zu spät gelösten Tickets, Verbindungsprobleme und schlechte Lesegeräte der Kontrolleure ärgern die Leute.

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Die meisten Nutzer des elektronischen Billets haben keine Probleme und sind zufrieden. Doch einige Fallstricke hat das Handy-Ticket. (Bild: Keystone)

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Falsches Datum und leerer Akku: Mit dem Boom der E-Tickets nehmen auch die Beschwerden zu. Mangelnde Kulanz bei zu spät gelösten Billets ist einer der Kritikpunkte. «Aus Sicht der SBB ist ein Fahrgast kriminell, wenn er das Ticket im Zug eine Minute nach der Abfahrt löst», enerviert sich ein Leser. Die SBB erwecke damit den Eindruck, als gehe es ihr nur um Kunden-Abzocke. Michelle doppelt nach: «Das Problem sind nicht die E-Tickets an sich, sondern die Richtlinien. Dadurch verteilen die Zugbegleiter willkürlich Bussen.» SBB-Sprecher Christian Ginsig erklärt, dass die SBB bei den E-Tickets noch nicht dort sei, wo man hinwolle. «Wir liefern den Kunden zu wenig Antworten auf Ihre Fragen.»

Die grosse Mehrheit von über 250 Kommentarschreibern hat hingegen keine grosse Mühe, mit den E-Tickets und den Regeln umzugehen. «Die SBB-App ist viel übersichtlicher als jeder Billetautomat. Ich habe damit über 50 Tickets gekauft, ohne Probleme», schreibt Leserin Kathy Marti. Mühsam sei höchstens, wenn die Lesegeräte den Barcode nicht lesen könnten. «Da verdrehen die Kondukteure schon mal die Augen.»

«Kundenunfreundliche AGBs»

Online-Billets sind aber nicht ganz ohne Fallstricke, wie eine Schilderung von Leser Kurt Meier zeigt: «Ich war kurz vor 24 Uhr losgefahren und musste unterwegs umsteigen. Der Zugbegleiter wies mich darauf hin, für den Rest der Strecke ein neues Billet zu kaufen.» In der Tat: Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der SBB sind alle MMS-Tickets nur am selben Tag gültig.

Zahlreiche Leser haben kein Verständnis dafür, dass die E-Tickets nicht übertragbar sind. «Die AGB sind dermassen kundenunfreundlich, dass ich schon lange keins mehr kaufe», empört sich Bruno.

Ärger wegen Verbindungsproblemen

Ganz anders denkt Karl Müller, der für seine Familie immer wieder E-Tickets kauft «Es gibt viele Leute, die lieber über die SBB ausrufen, statt sich an der Nase zu nehmen und sich über die Verkaufskonditionen der E-Tickets zu informieren.» Auch E-Ticktet-Fan Andrea Widmer findet den Kauf-Prozess klar gegliedert. Das Problem liege beim Nutzer: «Wer lesen kann und es auch tut, ist im Vorteil.»

Unerfreulich ist für mehrere Zugfahrer, wenn beim Buchen via Handy Verbindungsprobleme entstehen. So musste Christof sein Ticket vier Mal in Auftrag geben, bis er eine Bestellbestätigung erhielt. In der Abrechnung kam dann die Überraschung: Nicht einmal, sondern vier Mal wurde ihm die Fahrt abgebucht. Eine Rückerstattung war nicht möglich. Auch Rod Hess sieht bei der Verbindung zum Server den Haken. «Das ist immer ein Riesenriegel, bis endlich der kleine Pieps kommt», schreibt er. Darum raten mehrere E-Ticket-Nutzer, nur von zu Hause über den Computer oder das W-LAN die Tickets zu kaufen.

Die begeisterten App-Nutzer, die ihre Tickets nur noch über das Handy kaufen, haben aber auch Wünsche an die SBB: Das Lesegerät der Kontrolleure sollte dringend verbessert werden. Es sei schwach und verursache immer wieder Probleme. Und: Auch das Halbtax sollte man übers Handy lösen können. «Dann muss es nicht jedes Mal bereit gehalten und gezeigt werden», schreibt Renate B.

(am/ann)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wenn die SBB das so als "Regel" aufgestellt hat ist das mehr als bedenklich. Theoretiker sollten Praktiker Platz machen und das Personal im Zug sollte die Möglichkeit haben, die Situation richtig einzuschätzen. Nicht jeder Fahrgast ist ein potenzieller Betrüger. Aber jeder, der es einfach darauf ankommen lässt (kein Billet zu lösen und erwischt zu werden) soll als Betrüger behandelt werden! – Elio Marazzi

Ich habe das E-Ticket übers Iphone App schon 5mal in den letzten zwei Wochen benutzt und bin damit zufrieden. Finde es super, dass ich nicht mehr an den Schalter muss. Das einzige Problem sehe ich noch bei der App: -teilweise sehr träge -Bahnhöfe werden ab und zu nicht gefunden - Ticket für Mitfahrer lösen finde ich unübersichtlich – J. V.

Benütze eTicket laufend über Smartphone. Hatte noch nie Probleme; wirklich super die Sache. Mangel ist der immer wieder langwierige Check über die SBB Kontrollgeräte. Dies sollte nicht länger dauern als die normale Kontrolle - tut es aber: das sollten die SBB ja wissen - ist aber total störend! – Nick Jeker

Die neusten Leser-Kommentare

  • Flor Gerger am 06.03.2012 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Lob an die SBB

    Ich musste auch (wie in oben genanntem Beispiel) wegen Verbindungsproblemen zwei Tickets lösen. Es wurde auch zwei mal auf der Karte abgebucht. Die SBB hat mir aber den Betrag ohne zu murren vergütet!

  • Daniel K. am 06.03.2012 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    NFC einsetzen

    Statt einen Scanner, der das Display liest, sollte SBB sich Gedanken darüber machen, hier NFC (Near Field Communication) einzusetzen. Somit müsste der Fahrgast das Handy nur noch an das Lesegerät des Zugbegleiters halten und "tataa", die Kontolle ist abgeschlossen. Ohne lästiges Display-Scannen, etc. Ich hoffe, in Zukunft wird es noch einfacher...

  • Denker Harald am 06.03.2012 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bahnanbieter wechseln?

    Solche Geschäftsbedingungen sind nur möglich, weil die SBB das Monopol haben. Unsere Regierung machte kürzlich ein Gesetz gegen Kartelle und Monopolstellungen. Und sie vergessen dabei vor der eigenen Türe zu schauen (Annahme, keine Unterstellung, noch nicht). Leider ist es so, dass für viele Pendler nur das Auto eine echte alternative zu den SBB sein kann. Oder fahren noch andere Anbieter mit Personen-Zügen durch die Schweiz?

  • Tschutschubahn am 06.03.2012 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Problemsuche

    Das Problem sind nicht die Richtlinien - Das Problem ist die Faulheit der Kunden, die diese davon abhält die Richtlinien zu lesen. Richtlinien sind nämlich simpel, leicht verständlich, kurzgefasst und ganz leicht zu befolgen...

  • angelina g. am 06.03.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    jaja die tickets

    "mangelnde kulanz bei zu spät gelösten tickets" wie kann man ein ticket zu spät lösen? es heisst doch ganz klar, das man den zug mit einem ticket besteigen muss!!! also ich finde es gut das man da richtig durchgreifft, sonst kann ja jeder kommen und erst das ticket lösen wenn der kondukteur kommt. kein ticket = zu spät erworbenes ticket = BUSSE pasta.