Nach Felssturz

18. Juni 2012 09:31; Akt: 18.06.2012 16:05 Print

Der Todesfels ist im TalDer Todesfels ist im Tal

Erlösung für die SBB: 2500 Kubikmeter Gesteinsmassen sind pünktlich um 12.30 Uhr ins Tal gedonnert. Lesen Sie im Live-Ticker die Chronologie des Spektakels.

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Die Felsmassen sind im Tal, die Strassen wieder befahrbar und die Wiedereröffnung der Bahnlinie absehbar. Kurz: Alle Beteiligten scheinen mit dem Ablauf der Sprengung äusserst zufrieden. Wir beenden damit den Live-Ticker. Zusätzliche Informationen, Bilder und Videos finden sie demnächst auf 20 Minuten Online.
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Offenbar hat alles wie am Schnürchen geplant. Chefgeologe Marc Hauser ist soeben aus dem Helikopter ausgestiegen, er zeigt sich gegenüber dem SF sehr zufrieden mit der Sprengung. Es seien glücklicherweise keine riesigen Felsbrocken ins Tal gedonnert, Nachsprengungen seien nicht nötig. Nun dauere es rund 24 Stunden, bis sich der Fels beruhige, dann könne mit der Räumung begonnen werden.
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Der Helikopter mit den Spezialisten an Bord kreist noch immer über dem Unglückshang. Sie überprüfen unter anderem, ob alle Sprengungen wie geplant erfolgt sind.
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Den SBB ist buchstäblich ein grosser Stein vom Herz gefallen: «Es ist eine Erlösung für uns», sagt Infrastrukturleiter Philippe Gauderon.
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Und wie unser Reporter vor Ort berichtet, öffnet die Kantonspolizei Uri in diesem Moment auch die Autobahn wieder.
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Die Kantonsstrasse ist bereits wieder freigegeben, der Autoverkehr kann also zumindest teilweise wieder anrollen.
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In einer ersten Reaktion gleich nach der Sprengung zeigt sich SBB-Chefgeologe Marc Hauser zufrieden: «Es sieht nach einem vollen Erfolg aus.» Er wird sich nun in den Helikopter setzen und sich von oben ein Bild der Lage machen.
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Die Sprengung der Felsmassen ist erfolgt. Mit grossem Getöse donnern 2500 Kubikmeter Gestein ins Tal.
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Das Signalhorn erklingt auf Anordnung des Sprengchefs fünf Mal. Die Sprengung steht unmittelbar bevor.
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Nun dauert es nun nor wenige Minuten bis zum grossen «Chlapf». Alles ist vorbereitet und auch das Wetter spielt mit, dennoch machen die Verantwortlichen der zuständigen Sprengfirma einen leicht nervösen Eindruck.
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Viele Personen würden sich das Spektakel wohl gerne mit eigenen Augen ansehen. Dies ist - im Gegensatz zur Sprengung von 2006 - allerdings nicht möglich: Das ganze Gebiet ist für Schaulustige gesperrt.
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Nun ist kein Durchkommen mehr möglich. Sowohl die Hauptstrasse als auch die A2 sind für den Autoverkehr gesperrt.
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Die Geröllmassen werden nach der Sprengung nicht wegtransportiert, sondern sollen unterhalb des Trassees liegenbleiben. Wie ein SBB-Spezialist gegenüber den Medienschaffenden mitteilt, rechnet man mit drei Tagen für die Räumung – die Arbeiter werden dabei mit einem Netz vor weiteren Felsstürzen geschützt. Zudem wird eine Steinschlaganlage eingerichtet, die bei Gefahr sofort Alarm auslöst.
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Die SBB können die Dauer der Streckensperrung mittlerweile genauer abschätzen: «Wir setzen alles daran, dass die Strecke ab dem 2. Juli wieder offen ist. Und zwar für den Personen- und den Güterverkehr», sagt der Philippe Gauderon, Leiter der Infrastruktur.
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Die Arbeiter haben die Geleise in der Gefahrenzone mit alten Autopneus abgedeckt, um die Schäden von herunterstürzenden Felsmassen zu minimieren.
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Nun ist alles bereit: «Die Zündbereitschaft ist erstellt», sagt Herr Bonetti von Gasser Felstechnik.
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Für die Sprengung der Felspartie sind nicht weniger als 300 Kilogramm Sprengstoff nötig. «Unsere Spezialisten haben sich von oben her abgeseilt und die Sprengladung in 25 Löchern platziert. Es handelt sich dabei um eine besonders explosive Sprengstoff-Variante», sagt Herr Bonetti von der zuständigen Firma Gasser Felstechnik AG.
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Die letzten Vorbereitungen laufen. Helikopter kreisen über der Felspartie, die Spezialisten wollen sich nochmals einen Überblick verschaffen.
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Noch läuft der Verkehr im Kanton Uri rund. Die Verkehrsinformationszentrale Viasuisse rechnet aber nach 12 Uhr mit «massiven Problemen», weil sowohl die Kantonsstrasse als auch die Autobahn vorübergehend gesperrt werden müssen.
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Der Andrang von Medienschaffenden ist gross, alle wollen bei der spektakulären Sprengung der 2500 Kubikmeter grossen Felspartie dabei sein. Die Journalisten werden von den SBB in Amsteg abgeholt und mit Bussen nach Gurtnellen gefahren.
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Über 2500 Kubikmeter Gestein – dies entspricht rund 500 Lastwagen-Ladungen – stürzten am 5. Juni bei Gurtnellen UR ins Tal. Der Felssturz nahm einem 29-jährigen Arbeiter das Leben und beschädigte das Trassee der Gotthard-Bahnlinie. Seither ist die Hauptschlagader des Bahnverkehrs auf der Nord-Süd-Achse unterbrochen. «Der Fels kann jeden Moment in die Tiefe stürzen», sagt SBB-Chefgeologe Marc Hauser.

Deshalb lassen es die SBB heute krachen: Um 12.30 Uhr erfolgt die Sprengung einer lockeren, gegen 2500 Kubikmeter grossen Felspartie im Hang. Aus Sicherheitsgründen wird die Kantonsstrasse zwischen 12 Uhr und zirka 12.45 Uhr zwischen Meitschligen und Gurtnellen für jeglichen Verkehr gesperrt.

Autobahn gesperrt

Laut Mitteilung der Urner Baudirektion wird auch die Autobahn A2 an dieser Stelle zwischen 12.15 und 12.45 Uhr geschlossen sein. Der Verkehr in Richtung Norden wird in Airolo ab 11.45 Uhr und in Richtung Süden in Amsteg ab 12.00 Uhr angehalten. Es besteht keine Möglichkeit für Schaulustige, die Sprengung vor Ort mitzuverfolgen.

Unmittelbar nach der Sprengung beginnen die Aufräum- und Reparaturarbeiten an der SBB-Gotthardlinie. Diese sind aber nicht ohne: «Selbst die Geröllmassen aus dem Hang wegzubringen sind eine Herausforderung», so der SBB-Geologe.

(am/sda)