Geheim-Papier der SBB

11. November 2012 06:50; Akt: 11.11.2012 11:35 Print

Massiv mehr Gewalt und Diebstähle im Zug

Die Statistiken der SBB verheissen nichts Gutes: Das Klima in den Zügen wird immer aggressiver. Nebst dem Zugpersonal werden auch öfters Reisende Opfer von Tätlichkeiten.

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Bahnpolizisten stehen am Bahnhof Zürich Hardbrücke. (Bild: Archivbild)

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Gewalt und Diebstähle in Zügen und an Bahnhöfen nehmen massiv zu. Das zeigt ein vertrauliches Papier der SBB-Konzernleitung, das dem «SonntagsBlick» vorliegt. Tätlichkeiten gegen das Zugpersonal nahmen im ersten Halbjahr 2012 um 22 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zu – 110 Angestellte der SBB wurden angegriffen. 539 wurden bedroht – das entspricht einer Zunahme von 32 Prozent.

Immer häufiger sind auch Zugreisende Opfer von Gewalt. Diese Tätlichkeiten haben im ersten Semester um 125 Prozent zugenommen. 106 Leute wurden attackiert, in der Vorjahresperiode waren es 47. Diebstähle sind die am häufigsten gemeldeten Vorfälle bei der SBB. 816 Personen waren im ersten Halbjahr Opfer von Taschendieben und Räubern – das sind 80 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.

Probleme bereiten besonders Kriminaltouristen. «Professionelle Banden aus Osteuropa und Nordafrika bewegen sich gezielt in Zügen und Bahnhöfen», heisst es im Geheim-Papier. Die SBB bestätigen die Negativ-Tendenz gegenüber dem «Sonntagsblick.»

Erste Massnahmen umgesetzt

«Es stimmt, im letzten Semester haben Tätlichkeiten zugenommen», sagt Sprecherin Lea Meyer. «Gesellschaftliche Entwicklungen machen nicht vor Zugtüren halt. Das Sicherheitsniveau bei der SBB entwickelt sich parallel zu jenem der Kantone und Städte. Wir nehmen das Thema ernst.»

Bereits sind erste Massnahmen ergriffen worden. «Zum Beispiel der Ausbau der Präventionsarbeit und der Videoüberwachung sowie der Aufbau der Doppelbegleitung in Fernverkehrszügen», so Meyer. Die SBB investieren jährlich 37 Millionen in die Sicherheit.


Was haben Sie für Erfahrungen in den Zügen gemacht? Wird das Klima immer aggressiver? Schreiben Sie uns Ihre Meinung und chatten Sie mit anderen Lesern im Talkback.

(bee)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Die SBB plant ab Dezember 2012 auf der Rheintallinie St.Gallen - Chur die Zugbegleiter ab zu schaffen. Die Passagiere freut's bestimmt, wenn im Zug noch mehr gepöbelt werden kann. Statt die Züge Handy und internet tauglich zu machen, würde besser mehr in die Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen investiert. Immerhin sprechen wir vom öffentlichen Raum. – Zugfahrer

Wenn das Opfer bei einem Übergriff nicht auf die Hilfe der Mitreisenden zählen kann, verstehe ich jeden, der die Aufstockung des Sicherheitspersonales begrüsst. Ich musste diese Erfahrung machen, dass sich niemand verantwortlich fühlt, zwei jungen Frauen zu helfen! Nur mithilfe der Videoüberwachung konnte die Polizei den Täter fassen. – eine junge Frau

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vera Kronenberg am 13.11.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    das letztemal vor 10 jahren

    als ich noch in der Lehre war und auf die öv angewiesen war, hatte ich sehr viele Probleme im Raum Schaffhausen Wil und Frauenfeld.. Ich wurde mehrere male sogar verfolgt von Typen die mich angemacht haben und erfolglos waren weil ich sie ignorierte. Als einzelne Frau werde ich nie wider in einen Zug steigen. letzte woche wurde meine Mutter, als sie mich beuchen wollte, beklaut im Zug, am hellichten Tag! Es ist schlimm mit den ÖV und ich bin froh dass ich darauf verzichten kann!

  • Silvia Pellaton am 13.11.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Frühmorgens aus der Hand geklaut

    diesen Samstag früh um die 07.00 Uhr ist meine Tochter 18 vom Ausgang nach Hause gefahren. Zwischen Zürich und Seuzach S8 oder S12. Leider ist sie eingeschlafen, das Handy in der Hand, Ohrstöpsel noch im Ohr und man hat sie beraubt. Teures Handy weg. Leider muss man schon sagen dass "zum Glück nur" das Handy geklaut wurde. Es hätte ja noch schlimmer kommen können. ich finde es gehören Kameras in die Züge. Nicht mal die Passanten reagierten. Als sie aufgewacht war sass sie ganz alleine im Zug, niemand hätte sich um sie gekümmert. Ich bin sicher das hat jemand mitbekommen.

  • domestic12 am 13.11.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um gar nichts?

    Ich bin fast jeden Tag zu jeder Tag- und Nachtzeit in der Schweiz im Zug unterwegs. Seit Jahren bin ich weder Zeuge noch Opfer eines Verbrechens geworden. Evt. betrifft das Problem nur die Agglo (Aggro) Züri.

  • d.m. am 13.11.2012 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung?

    Fahre jeden Tage Zug und Bus im Raum Luzern, Auc ham Wochenende und Abende. Mir wurde noch nie etwas gestohlen oder angepöbelt wurde ich auch nie. Habe auch nie solche Situationen wahrgenommen.

  • Dario Facci am 13.11.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Security=Überwachungsstaat???

    Seit 10 Jahren fahre ich Zug, habe auch schon paar Pöbeleien erlebt. Die Zugbegleiter sind zu 99% freundlich und kompetent. Ausnahmen gibt es immer, die Ausschreitungen liegen sicher nicht am Personal, sondern NUR an den Reisenden. Selten so was dämliches gelesen wie durch die Security fühle ich mich Überwacht. Wer sich von Security überwacht fühlt (Überwachungsstaat) ist genau jemand der auch rumpöbelt, und Angst hat dass er sein Hobby nicht mehr ausführen kann. Weil die Security überwacht NIEMANDEN, sondern sorgt für Ordnung, Unbescholtene Bürger müssen nichts befürchten.