Mobility Pricing

02. Dezember 2012 23:28; Akt: 03.12.2012 08:36 Print

Angriff auf die Pendler: Wird das GA abgeschafft?

Der Bund will den Verkehr neu finanzieren. Fahrten auf Strassen und Schienen sollen verursachergerecht bezahlt werden. Das könnte das Aus für das Generalabonnement bedeuten.

storybild

Droht dem GA das Aus? (Bild: Digitalzh)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Mobility Pricing für Schweizer Pendler? Doris Leuthards Bundesamt für Strassen (Astra) plant laut «NZZ am Sonntag» ein neues Finanzierungssystem, in dem die Benutzer verursachergerecht für Fahrten auf Strassen und Schienen bezahlen sollen. Für Vielfahrer bei der Bahn würde dies laut der Zeitung bedeuten, dass Mengenrabatte nicht länger zulässig wären, sprich: Das Generalabo GA gäbe es nicht mehr.

Umfrage
Was halten Sie von Mobility Pricing? Sollen auch Fahrten mit der Bahn verursachergerecht bezahlt werden?
25 %
47 %
28 %
Insgesamt 22801 Teilnehmer

«Es droht ein noch grösseres Strassenchaos»

Das Astra warnt «dringend» vor voreiligen Spekulationen: «Es ist noch völlig offen, ob, wie und wann ein Mobility Pricing eingeführt werden soll und wie es inhaltlich auszugestalten wäre. Somit sind Spekulationen zu möglichen Auswirkungen verfrüht.» Der Bundesrat werde eine Analyse bis Ende der laufenden Legislatur vornehmen und einen Konzeptbericht zu Mobility-Pricing in der Schweiz vorlegen.

Doch für die Pro Bahn ist bereits jetzt klar: «Wir würden uns mit allen Mitteln gegen die Abschaffung des GAs wehren», sagt Präsident Kurt Schreiber. Wer hundert Bratwürste kaufe profitiere schliesslich auch von einem Mengenrabatt. Genau so solle auch der Pendler von einem Preisnachlass profitieren. Sonst drohe ein noch grösseres Strassenchaos.

«Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen»

Gefallen an der Idee findet dagegen Wirtschaftsprofessor und GA-Inhaber Reiner Eichenberger: «Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen, die er verursacht – egal wie viel er fährt.» So müssten die Ticketpreise gerade zu Stosszeiten höher ausfallen. Gleichzeitig aber sei die SBB angehalten sich zu überlegen, wie sie die Passagiere günstiger transportieren könnte, etwa «indem sie auf überflüssige Bahnprojekte verzichtet und auf günstigere, energieeffizientere Züge setzt.»

(dp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Grundsätzlich bin ich zwar für das GA, aber wenn die Kosten mittels Mobility Pricing gerechter verteilt werden können, warum auch nicht. Heute finanzieren GA-Wenignutzer die GA-Vielnutzer. Man könnte ja trotzdem Vielfahrer noch einen Rabatt gewähren und ebenso jenen, die ausserhalb der Stosszeiten fahren. Aber dann muss das Gleiche auch für Autofahrer gelten und Road Pricing eingeführt werden. Wer die Strasse öfters benützt, muss mehr bezahlen. Auch hier Rabatte für Vielfahrer, aber nur ausserhalb der Stauzeiten. Dann haben wir wieder gleichlange Spiesse für alle. – Marc

Zitat: «Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen, die er verursacht egal wie viel er fährt. So müssten die Ticketpreise gerade zu Stosszeiten höher ausfallen.» Ich bezweifle, dass eine gestopfte S-Bahn am Morgen pro Fahrgast teurer ist als eine leere am Mittag. – Stefan

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia Willi am 07.12.2012 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horrorszenario

    Was noch? Der Kunde ist König! Leistung am Kunden! Sind dies nur noch veraltete Schlagwörter?

  • ein Visionär am 04.12.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    die Schweiz schafft sich ab...

    Seit wann gibt es das Problem der überfüllten Züge - ja genau - seit es die Personenfreizügigkeit gibt. Also, wieder ein Indiz, dass die PFZ gescheitert ist und eine Menge Ärger verursacht hat und noch mehr bringen wird. Ob es um Mieten, Lohn oder Sicherheit geht - alles die gleiche Ursache. Also, dringen die PFZ zurücknehmen - die Konsequenzen wäre ein Witz gegen die momentanen Zustände. Es ist fünf nach zwölf.....

  • Markus W. am 04.12.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn selbsttragend machen

    genau, Road Pricing muss neben den Strassenverkehrsgebühren und der Vignette auch noch kommen. NEIN, wenn die Gebühren die wir Autofahrer heute schon bezahlen endlich mal voll und ganz für die Strasse verwendet würden, dann bräuchte es wohl kein Road Pricing mehr und der Autofahrer bezahlt ja auch schon nach dem Verursacherprinzip: mehr Benzin = mehr Steuern. NUR der Bahnfahrer wird seit Jahren vom Autofahrer subventioniert und genau DAS darf nicht mehr sein. Ob es nun ein GA gibt oder nicht ist eigentlich unwichtig, dann gibt es halt nur noch die Strecken(monats)abos.

  • Kawtham Sinnathamby am 04.12.2012 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Als Student...

    ...bin ich auf mein GA angewiesen. Ich fahre täglich 3h mit dem Zug zur Uni und wieder zurück, ohne ein GA könnt ich mir das gar nicht leisten und eine Wohnung/Zimmer in der Nähe zu mieten ist viel zu teuer!

  • Walter R am 04.12.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    GA abschaffen-Totaler Unsinn...

    Etwas gutes und bewährtes, das auch für Normalverdiener erschwinglich ist, soll abgeschafft oder so verteuert werden dass es sich nur noch Millionäre leisten können - Typisch Schweiz!