Mobility Pricing

02. Dezember 2012 23:28; Akt: 03.12.2012 08:36 Print

Angriff auf die Pendler: Wird das GA abgeschafft?

Der Bund will den Verkehr neu finanzieren. Fahrten auf Strassen und Schienen sollen verursachergerecht bezahlt werden. Das könnte das Aus für das Generalabonnement bedeuten.

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Droht dem GA das Aus? (Bild: Digitalzh)

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Mobility Pricing für Schweizer Pendler? Doris Leuthards Bundesamt für Strassen (Astra) plant laut «NZZ am Sonntag» ein neues Finanzierungssystem, in dem die Benutzer verursachergerecht für Fahrten auf Strassen und Schienen bezahlen sollen. Für Vielfahrer bei der Bahn würde dies laut der Zeitung bedeuten, dass Mengenrabatte nicht länger zulässig wären, sprich: Das Generalabo GA gäbe es nicht mehr.

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Was halten Sie von Mobility Pricing? Sollen auch Fahrten mit der Bahn verursachergerecht bezahlt werden?
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«Es droht ein noch grösseres Strassenchaos»

Das Astra warnt «dringend» vor voreiligen Spekulationen: «Es ist noch völlig offen, ob, wie und wann ein Mobility Pricing eingeführt werden soll und wie es inhaltlich auszugestalten wäre. Somit sind Spekulationen zu möglichen Auswirkungen verfrüht.» Der Bundesrat werde eine Analyse bis Ende der laufenden Legislatur vornehmen und einen Konzeptbericht zu Mobility-Pricing in der Schweiz vorlegen.

Doch für die Pro Bahn ist bereits jetzt klar: «Wir würden uns mit allen Mitteln gegen die Abschaffung des GAs wehren», sagt Präsident Kurt Schreiber. Wer hundert Bratwürste kaufe profitiere schliesslich auch von einem Mengenrabatt. Genau so solle auch der Pendler von einem Preisnachlass profitieren. Sonst drohe ein noch grösseres Strassenchaos.

«Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen»

Gefallen an der Idee findet dagegen Wirtschaftsprofessor und GA-Inhaber Reiner Eichenberger: «Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen, die er verursacht – egal wie viel er fährt.» So müssten die Ticketpreise gerade zu Stosszeiten höher ausfallen. Gleichzeitig aber sei die SBB angehalten sich zu überlegen, wie sie die Passagiere günstiger transportieren könnte, etwa «indem sie auf überflüssige Bahnprojekte verzichtet und auf günstigere, energieeffizientere Züge setzt.»

(dp)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Grundsätzlich bin ich zwar für das GA, aber wenn die Kosten mittels Mobility Pricing gerechter verteilt werden können, warum auch nicht. Heute finanzieren GA-Wenignutzer die GA-Vielnutzer. Man könnte ja trotzdem Vielfahrer noch einen Rabatt gewähren und ebenso jenen, die ausserhalb der Stosszeiten fahren. Aber dann muss das Gleiche auch für Autofahrer gelten und Road Pricing eingeführt werden. Wer die Strasse öfters benützt, muss mehr bezahlen. Auch hier Rabatte für Vielfahrer, aber nur ausserhalb der Stauzeiten. Dann haben wir wieder gleichlange Spiesse für alle. – Marc

Zitat: «Jeder Benutzer soll die Kosten bezahlen, die er verursacht egal wie viel er fährt. So müssten die Ticketpreise gerade zu Stosszeiten höher ausfallen.» Ich bezweifle, dass eine gestopfte S-Bahn am Morgen pro Fahrgast teurer ist als eine leere am Mittag. – Stefan

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Meienhofer am 02.12.2012 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schööön, aber nicht Durchführbar

    Wer soll eigentlich die Reisenden dann kontrollieren, ob sie das entsprechende gelöste Ticket auch entsprechend benutzen.Dem Bschiss ist hier Tür und Tor geöffnet. Wenn man bedenkt, dass zwischen Zürich und Bern nur selten Kontrolleure auftauchen. Da gehören auch sogenannte Wirtschaftsprofessoren dazu, die ihre Machtstrategie damit auf die Politik ausbreiten möchten. Da kann man gerade auch noch ein Steuer-Pricing einführen, denn nicht jeder nutzt voll die Angebote des Staates, für den er die Steuern entrichtet. Im Finanzchaos sind den innovativen Luftschlössern wohl keine Grenzen gesetzt!

  • Markus W. am 04.12.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn selbsttragend machen

    genau, Road Pricing muss neben den Strassenverkehrsgebühren und der Vignette auch noch kommen. NEIN, wenn die Gebühren die wir Autofahrer heute schon bezahlen endlich mal voll und ganz für die Strasse verwendet würden, dann bräuchte es wohl kein Road Pricing mehr und der Autofahrer bezahlt ja auch schon nach dem Verursacherprinzip: mehr Benzin = mehr Steuern. NUR der Bahnfahrer wird seit Jahren vom Autofahrer subventioniert und genau DAS darf nicht mehr sein. Ob es nun ein GA gibt oder nicht ist eigentlich unwichtig, dann gibt es halt nur noch die Strecken(monats)abos.

  • Phippu am 03.12.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Jeder Normalverdiener wird so gezwungen auf s'Auto umzusteigen. Für mich ist es jetzt schon an der Grenze und ich habe einen Arbeitsweg von 50km. Und an alle Autofahrer; Es stimmt zwar dass das Benzin immer teurer wird. Aber die meisten Schweizer haben ein GA für die Autobahn für gerade mal 60.-. Das steht auch in keinem Verhältniss zu den Kosten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia Willi am 07.12.2012 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horrorszenario

    Was noch? Der Kunde ist König! Leistung am Kunden! Sind dies nur noch veraltete Schlagwörter?

  • ein Visionär am 04.12.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    die Schweiz schafft sich ab...

    Seit wann gibt es das Problem der überfüllten Züge - ja genau - seit es die Personenfreizügigkeit gibt. Also, wieder ein Indiz, dass die PFZ gescheitert ist und eine Menge Ärger verursacht hat und noch mehr bringen wird. Ob es um Mieten, Lohn oder Sicherheit geht - alles die gleiche Ursache. Also, dringen die PFZ zurücknehmen - die Konsequenzen wäre ein Witz gegen die momentanen Zustände. Es ist fünf nach zwölf.....

  • Markus W. am 04.12.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn selbsttragend machen

    genau, Road Pricing muss neben den Strassenverkehrsgebühren und der Vignette auch noch kommen. NEIN, wenn die Gebühren die wir Autofahrer heute schon bezahlen endlich mal voll und ganz für die Strasse verwendet würden, dann bräuchte es wohl kein Road Pricing mehr und der Autofahrer bezahlt ja auch schon nach dem Verursacherprinzip: mehr Benzin = mehr Steuern. NUR der Bahnfahrer wird seit Jahren vom Autofahrer subventioniert und genau DAS darf nicht mehr sein. Ob es nun ein GA gibt oder nicht ist eigentlich unwichtig, dann gibt es halt nur noch die Strecken(monats)abos.

  • Kawtham Sinnathamby am 04.12.2012 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Als Student...

    ...bin ich auf mein GA angewiesen. Ich fahre täglich 3h mit dem Zug zur Uni und wieder zurück, ohne ein GA könnt ich mir das gar nicht leisten und eine Wohnung/Zimmer in der Nähe zu mieten ist viel zu teuer!

  • Walter R am 04.12.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    GA abschaffen-Totaler Unsinn...

    Etwas gutes und bewährtes, das auch für Normalverdiener erschwinglich ist, soll abgeschafft oder so verteuert werden dass es sich nur noch Millionäre leisten können - Typisch Schweiz!