ÖV boomt

12. Mai 2012 09:28; Akt: 12.05.2012 09:58 Print

Billiges Freizeit-GA soll Jugend anlocken

Innovation sei gefragt, wenn man Jugendliche stärker an den öffentlichen Verkehr binden will. Dies sagt VöV-Direktor Ueli Stückelberger in einem Interview. Konkret will er ein GA für Abend und Wochenende.

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Ein neues Freizeit-Jugend-GA müsste einiges günstiger sein als die 2400 Franken des heutigen Jugend-Generalabonnements. (Bild: Keystone)

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Die öV-Branche möchte Jugendliche noch stärker an den öffentlichen Verkehr binden. VöV-Direktor Ueli Stückelberger propagiert die Idee eines Freizeit-Generalabonnements für Jugendliche, das sowohl am Abend wie auch das ganze Wochenende gültig wäre.

Stückelberger verspricht sich davon, ausserhalb der Stosszeiten zusätzliche jugendliche Passagiere zu gewinnen, wie er in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag sagte. «Die Pendlerzeiten würden durch das neue Abo nicht tangiert», betont der Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV).

Heute gibt es für Jugendliche das sogenannte Gleis-7-Abo, das 16- bis 25-Jährigen zwischen 19.00 Uhr und 5.00 Uhr freie Fahrt auf dem SBB-Streckennetz und rund 100 privaten Transportunternehmen bietet. Eine Möglichkeit sieht Stückelberger darin, das Gleis-7-Abo auf das gesamte öV-Netz auszudehnen. «Ich bin aber überzeugt, dass wir innovativ denken müssen, um Jugendliche für den Freizeitverkehr gewinnen zu können.»

Ein neues Freizeit-Jugend-GA müsste «einiges günstiger» sein als die 2400 Franken des heutigen Jugend-Generalabonnements, sagte Stückelberger, ohne einen konkreten Betrag zu nennen. Das nur eingeschränkt gültige Gleis-7-Abo kostet derzeit - kombiniert mit dem Halbtax-Abonnement - 294 Franken.

Auto verliert bei Jugendlichen an Bedeutung

Aus einer letzten Dienstag publizierten Befragung der Bundesämter für Statistik und Raumentwicklung geht hervor, dass immer mehr Jugendliche auf den öffentlichen Verkehr statt auf das Privatauto setzen. Während 1994 noch 71 Prozent der 18- bis 24-Jährigen einen Führerschein besassen, ging dieser Anteil bis 2010 auf 59 Prozent zurück.

Im Gegenzug verdoppelte sich der Anteil GA-Besitzer bei den Jugendlichen auf knapp 20 Prozent. Laut Stückelberger profitiert die öV-Branche von einem Trend, der weg vom Autobesitz als Statussymbol führe. Zudem sei es für Jugendliche heute einfacher, in der Freizeit ohne Auto mobil zu sein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimi am 12.05.2012 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Das Autofahren wurde auch teurer! WAB 1 & 2 lässt grüssen! Ausserdem kommen hier noch die Benzinpreise, Unterhaltskosten , die teuren Parkgebühren usw.. die man bezahlen muss. Kein Wunder greift man da lieber auf das verbilligte oder teilweise kostenlose GA, das man von der Firma erhält.

  • MC am 13.05.2012 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super, je mehr mit der Bahn fahren, desto weniger Verkehr auf den Strassen. Dann können endlich alle Handwerker, Aussendienstler und alle die aufs Auto angewiesen sind, einfacher und schneller zur Arbeit. Die grosse Frage aber ist wie immer wer bezahlt es. Wie üblich, wird es sehr wahrscheinlich der Individualverkehr bezahlen müssen, eben weil sie keine andere Möglichkeit haben. Leider halten die Züge nicht vor jeder Baustelle oder haben für jeden Handwerker einen Güterwagen.

  • Susanne am 12.05.2012 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Wieso diese bereits jetzt idiotische Übermobilität ("no schnell i sTessin go z'Mittagesse") fördere?? ISt doch ein Schwachsinn und unnötig. Wieso soll jeder täglich sinnlos Zug fahren? Für was soll das gut sein? Kostet immense Summen, viel Lärm, riesiger Stromverbrauch etc...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 13.05.2012 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Jugend fördern?

    Die Jugend ist doch nicht so dumm und schon finden sich in der Teppichetage wieder Leute ein, die es für sich kostenintensiv ausnutzen wollen. So schränkt man am Ende diesen guten Vorstoss wieder ein. Sofern ich das richtig verstanden habe, ist das kein Fördern (höchstens Förderung der Gewinne), sondern ein Ausnutzen der Situation.

  • Lenny C. am 13.05.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke!

    Ich bin nie mehr mit dem Öv gefahren seit ich meinen führerschein habe. Da gebe ich lieber geld aus für ein cooles auto und benzin. Öv ist ja ober mühsam und viel zu teuer.

    • Fabian Wittwer am 13.05.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nein danke!

      Aber zu Stosszeiten ist auch das Auto mühsam xD Aber dass er zu teuer ist da stimm ich zu

    • Abacus am 13.05.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      Aus dem..

      .. Ausgang zurück? Da brauch ich mein ÖV ;) Und es ist ökologischer, wenn es dazu noch ökonomischer (für mich, und nicht nur die SBB) ist, ist der ÖV das Beste für nicht egoistische Menschen ;) Auto sollte nur genutzt werden, wo es nicht anders geht.

    • J. Meyer am 13.05.2012 22:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Lenny, Geht mir ähnlich so

      Habe mal eine Zeitlang in einer Grossstadt in D gelebt und quasi tägl. die U-Bahn benutzt. nach etlichen Jahren war fertig mit lustig u seitdem habe ich eine Phobie oder sowas gegen Züge. Mir wird schon beim Fahren mit Tram schlecht u bin auch seitdem nie wieder mit Zug/Tram gefahren. Nur einmal im Jahr früher an die Fasnacht u immer schlecht geworden. Furchtbar. Und dann die übervollen Waggons, nein danke. Entweder mit Velo oder Auto, je nachdem.

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  • Lie Not am 13.05.2012 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachtbus nicht inbegriffen

    Schlussendlich muss man für Nachtbusse eh wieder extra zahlen, Also ist die Idee Schwachsinn. Man sollte lieber mal die Preise allgemein vergünstigen, anstatt immer neue geldbrinde Features zu machen.

  • Peter am 13.05.2012 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe den Artikel nicht

    A: steht ja, dass die Jugendlichen vermehrt den ÖV benutzen. Man spricht von einer Verdoppelung. Wozu denn noch fördern? B: Es geht offenbar nur um die Randstunden (nicht ums GA) - Herr Stückelberger will ein Gleis 7, nur irgendwie anders (kein Ahnung was er eigentlich noch will) C: War gestern ca. 23.00 Uhr am Zürcher HB um umzusteigen. Die Züge waren Rappelvoll, der Bahnhof ebenfalls. Was gibts da noch zu fördern? D: Zum Preis: Wer jammert, das Gleis 7 (mit Halbtax) sei zu teuer, hat auch im Ausgang nichts verloren. Ich verzichte aus finanziellen Gründen oft aufs Weggehen.

  • MC am 13.05.2012 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super, je mehr mit der Bahn fahren, desto weniger Verkehr auf den Strassen. Dann können endlich alle Handwerker, Aussendienstler und alle die aufs Auto angewiesen sind, einfacher und schneller zur Arbeit. Die grosse Frage aber ist wie immer wer bezahlt es. Wie üblich, wird es sehr wahrscheinlich der Individualverkehr bezahlen müssen, eben weil sie keine andere Möglichkeit haben. Leider halten die Züge nicht vor jeder Baustelle oder haben für jeden Handwerker einen Güterwagen.