Gotthard-Basistunnel

16. Mai 2012 11:30; Akt: 16.05.2012 12:34 Print

Bundesrat sägt Porta Alpina definitiv ab

Auf den Zugang zum Gotthard-Basistunnel von Sedrun GR wird vorläufig verzichtet. Damit ist das Projekt Porta Alpina wohl definitiv vom Tisch.

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Sedrun GR erhält wie erwartet auf absehbare Zeit keinen eigenen Bahnhof mitten im Gotthard-Basistunnel. Der Bundesrat hat den vorläufigen Verzicht auf die Porta Alpina bestätigt. Eine alternative Nutzung der bereits ausgebrochenen Kavernen bleibt jedoch möglich.

Wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitteilte, hat der Bundesrat von einem Bericht des Umwelt- und Verkehrsdepartements (UVEK) über das Projekt Porta Alpina Kenntnis genommen. Darin zeigt das UVEK auf, weshalb auf den unterirdischen Bahnhof 800 Meter unter dem Boden verzichtet werden soll.

Gemäss einer Studie der SBB wäre ein minimales Angebot an Zügen, die an der Porta Alpina halten und abfahren, zwar möglich. Dadurch würden aber die Kapazitätsreserven für den Güterverkehr verringert. Ausserdem wäre der Betrieb nicht rentabel, so dass der Kanton Graubünden jährlich 9 Millionen Franken einschiessen müsste.

Graubünden sistierte Projekt

Angesichts dieser Ausgangslage und dem Umstand, dass kein genehmigungsreifes Projekt vorliegt, sistierte der Kanton Graubünden das Projekt. Diesen Entscheid unterstützte nun auch der Bundesrat.

Dass die Porta Alpina wohl nur eine interessante Idee bleiben wird, hat sich schon lange abgezeichnet. Vor allem die SBB hatten immer ihre Skepsis kundgetan. Im Jahr 2007 beschloss der Bundesrat, den Entscheid über die Hauptinvestition erst zu fällen, wenn alle Fragen zum Betrieb geklärt seien. Diese Bedingung ist mit dem Bericht des UVEK nun erfüllt.

Sollten künftige Generationen die Projektidee wieder aufnehmen wollen, müssten sie ein neues Projekt einreichen und darin zusätzliche Nachweise zu Sicherheit und Betrieb liefern.

Noch keine konkreten Pläne

Möglich ist auch, die im Rahmen von Vorinvestitionen erstellten Kavernen – etwa für künftige Wartesäle – anderweitig zu nutzen. Zur Debatte stehen etwa ein Ausstellungsraum, eine sogenannte Galleria Alpina. Konkrete Pläne bestehen jedoch noch nicht.

Die Bündner Regierung sieht in einer touristischen oder anderweitigen Alternativnutzung der Kavernen eine Chance, für die Region Mehrwert zu schaffen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Polo am 16.05.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sawiris!

    War da nicht mal der Sawiris interessiert an diesem Projekt? Der könnte das doch finanzieren. Somit auch Touristen ins Gebiet Sedrun bringen, welches ja auch mit Andermatt verbunden werden soll.

  • frank weber am 16.05.2012 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    tourismusverband wo?

    Wo bleibt da der achso selbstverliebte Tourismusverband mit seinem Votum, jener Verband welcher doch jede Gelegenheit nutzt Werbung für sich zu machen weil ja alle von der Schweiz wegbleiben. Ich bin höchst enttäuscht, darüber dass bei solchen Projekten der Tourismus nicht interveniert.

  • Diego am 16.05.2012 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Soviel zu den Visionen unserer Regierung. Es wäre nicht nur ein Vorzeigeprojekt gewesen, sonder die Anbindung einer ganzen, abgelegenen Region an den Rest der Schweiz. Traurig, einfach traurig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • tinu am 16.05.2012 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    kosten

    ich fänds ja schön und gut und ich fände auch eine 2. vollständige röhre im lötschberg gut, allerdings hat die NEAT (vorallem Gotthard) das budget schon zu stark strapaziert und die billetpreise sind bereits teuer genug!

  • Bruno am 16.05.2012 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Schade! Ich hatte das Ganze von Anfang an mit Interesse verfolgt und immer gehofft, dass es der Schweiz doch gelingt wieder etwas Innovative wie z.B. die Porta Alpina auf die Beine zu stellen. Bei der Porta Alpina hätte man bei der Haltestelle je 1 Ausstellgleis zum Ein-Aussteigen vorsehen können, dann könnten die Direktzüge ab durch die Mitte fahren, ohne das es Verzögerungen gibt. An den "Bünder" ganz unten ... wenn wir immer alles vergleichen, wer was wieviel wovon hat, hätte man die Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist oder die Durchmesserlinie auch nicht bauen dürfen .

  • frank weber am 16.05.2012 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    tourismusverband wo?

    Wo bleibt da der achso selbstverliebte Tourismusverband mit seinem Votum, jener Verband welcher doch jede Gelegenheit nutzt Werbung für sich zu machen weil ja alle von der Schweiz wegbleiben. Ich bin höchst enttäuscht, darüber dass bei solchen Projekten der Tourismus nicht interveniert.

  • Ist egal am 16.05.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Der Entscheid ist doch Klar

    Stopp mal: Als das Volk damals Abgestimmt hat über diesen Tunnel sagte man das dieser für den Güterverkehr vorgesehen ist, um die LKW`s von der Strasse auf die Bahn zu bewegen. Sorry der Güterverkehr brauch kein Bahnhof im Tunnel! Und wieso hat jetzt plötzlich der Personenverkehr Vorrang vor dem Güterverkehr? Hätte ich damals gewusst das der Tunnel für den Personenverkehr gebaut wird, hätte ich dagegen gestimmt!

    • No Name! am 16.05.2012 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Endlich mal jemand der Ahnung hat!

    • Adrian Habegger am 16.05.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      2-seitige Medallie

      Die Neat als solches ist mit Fertigstellung der Basistunnel jedoch noch immer ein Witz! Von wegen Flachbahnen für Güterverkehr: Nord und Südrampen der Lötschberg Simplon Strecke ist mit bis zu 23 Promille immer noch viel zu steil, dazu tw Einspur im Lötschberg. Von der Verteilung der Trassen zwischen Güter und Personenverkehr wollen wir erst gar nicht eingehen. Trotzdem, eine Porta Alpina wäre einfach cool und genial, nur schon weil wirs können! Das Engadin ist mM nach immer noch katastrophal erschlossen, eine PA könnte das ändern.

    • Engadiner am 16.05.2012 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      Geographie?

      an Habegger Das Engadin liegt fernab der Gottahrdlinie. Die Porta Alpina wäre im Bündner Oberland bei Sedrun.

    einklappen einklappen
  • Marco Polo am 16.05.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sawiris!

    War da nicht mal der Sawiris interessiert an diesem Projekt? Der könnte das doch finanzieren. Somit auch Touristen ins Gebiet Sedrun bringen, welches ja auch mit Andermatt verbunden werden soll.