Besoffen und verladen

30. April 2012 10:45; Akt: 30.04.2012 21:14 Print

Lokführer sauer über Schnaps-Leichen und SBB

Die Lokführer der Schweiz fühlen sich nicht mehr sicher. Seit die Zugbegleiter abgeschafft wurden, müssen sie sich selber um pöbelnde Passagiere kümmern, kritisiert der Verband die SBB.

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Lokführer müssen nachts an den Endstationen die letzten Passagiere wecken und aus den Regionalzügen werfen. Weil viele betrunken und aggressiv seien, fordert der schweizerische Lokführerverband Zweierpatrouillen. Und er kritisiert die SBB.

«Speziell Freitag- und Samstagnacht sind viele Passagiere betrunken oder stehen unter Drogen», sagte Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer, im Interview mit dem «Migros-Magazin». Diese Passagiere seien oft aggressiv und völlig unberechenbar.

Das Problem: Seit in den Regionalzügen die Zugbegleiter abgeschafft wurden, muss der Lokführer laut Giger am Schluss des Dienstes eine «technische Kontrolle» vornehmen und dafür sorgen, dass die Züge leer sind. Dabei sei er alleine und müsse nicht selten an den Endstationen Leute wecken.

Unberechenbare Passagiere

In solchen Situationen wisse man nicht, was auf einen zukomme, sagte Giger. Das Risiko sei unkalkulierbar. «Darum sind wir nicht mehr länger bereit, diese Aufgabe alleine zu bewältigen und fordern schon seit Längerem von den SBB, dass man zu zweit patrouilliert.» Bisher ohne Erfolg. Die SBB sei «nicht einmal bereit anzuerkennen, dass dies eigentlich nicht die Aufgabe des Lokführers wäre».

Giger hält das Phänomen für ein gesamtschweizerisches. Ob in Basel, Ziegelbrücke, Genf oder La-Chaux-de-Fonds - die Lokführer seien in allen Regionalzügen damit konfrontiert. Besser sei die Lage in den Fernverkehrszügen, wo das Zugpersonal ab 21 Uhr immer zu zweit kontrolliere.

Der Lokführerverband bietet - als «Versuchsballon», wie es Hubert Giger nennt - in Zürich Selbstverteidigungskurse an. Dort sollen die Lokführer unter anderem lernen, wie man sich mit einfachsten Hilfsmitteln aus misslichen Situationen befreit, ohne sich selber oder den Angreifer zu verletzen. Zahlen zu Übergriffen auf Lokführer hat der Verband keine.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter (kinsky) Kälin am 30.04.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    tagsüber 6er Patroullien

    ich habe mich schon oft geärgert,tagsüber streifen zwischen 2-4 Bahnpolizisten und bis zu 6 Schwarzfahrer- schnüffler durch die Züge (S 9),aber abends ist ausser dem Lokführer,kein einziger von denn " Möchtegernrambos" auf den Zügen.

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  • René Kälin am 30.04.2012 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld

    Die SBB haben kein Geld für die Sicherheit ihrer Lokführer und Kunden. Das Geld wird für die Boni der Topmanager gebraucht.

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  • Vogt Michi am 30.04.2012 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB

    Alle die hier irgendwie gegen die SBB motzen, sollen mal in Deutschland, Frankreich oder sonst irgendwo mal den ÖV benützen. Die SBB ist top und einmalig. Sicher gibt es Verbesserungsmöglichkeiten aber in Vergleich mit den anderen Länder kein Vergleich!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vogt Michi am 30.04.2012 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB

    Alle die hier irgendwie gegen die SBB motzen, sollen mal in Deutschland, Frankreich oder sonst irgendwo mal den ÖV benützen. Die SBB ist top und einmalig. Sicher gibt es Verbesserungsmöglichkeiten aber in Vergleich mit den anderen Länder kein Vergleich!!!!

  • Der Läufer am 30.04.2012 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die ganze Nacht zurücklaufen!

    Nach einem kurzen Ausgang ging ich auf die letzte S-Bahn. Nur 7 Minuten Fahrzeit. Während diesen 7 Minuten schlief ich leider ein. ^^ Der Lokführer hat mich bei der Endstation geweckt, bin ohne zu meckern ausgestiegen und lief die 25 Kilometer heim! ;-) Wieso andere aggressiv werden verstehe ich nicht, ich selber war ja auch eine (fröhliche) Schnapsleiche! :D

  • Thomas Soland am 30.04.2012 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transportpolizei

    Ehm wo ist die Transportpolizei SBB???? Ach ja die haben ja um 2200 Uhr Feierabend...

  • Oli Camenzi am 30.04.2012 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schäm dich SBB 

    Erstaunlich das praktisch 99%der kommentare einheitlich sagen wir wollen zugbegleitet. Aber nur die SBB will das nicht. Unser geld nehmt ihr und seid noch so froh wen eure chaufeure sich freiwilig melden über neujahr etc. Aber für unsere sicherheit wollt ihr nicht tun. Schämt euch!!! Das sind eure kolegen, mitarbeiter, familien väter und mütter! Muss wirklich wieder zuerst was passieren bevor ihr reagiert?!?

  • Peter (kinsky) Kälin am 30.04.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    tagsüber 6er Patroullien

    ich habe mich schon oft geärgert,tagsüber streifen zwischen 2-4 Bahnpolizisten und bis zu 6 Schwarzfahrer- schnüffler durch die Züge (S 9),aber abends ist ausser dem Lokführer,kein einziger von denn " Möchtegernrambos" auf den Zügen.

    • Ds am 30.04.2012 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hallo?

      Das stimmt hat aber sicher im ZVV stattgefunden. Die Schweiz ist aber grösser als nur Zürich und Umgebung... Und das sind keine Möchtegernrambos sondern unterbezahlte Leute die ohne grosse Bewaffnung einen Risikojob absolvieren... Nur so von mir aus der Vogelperspektive

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