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Energy Challenge

24. Mai 2018 22:12; Akt: 25.05.2018 11:43 Print

5 Wege, weniger Abfall zu produzieren

Plastik vermeiden, kein Essen wegschmeissen und Wasser trinken: Hier gibt es Tipps, wie Sie die Abfallproduktion im Alltag einschränken können.

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In Westeuropa - inklusive der Schweiz - und Nordamerika fällt deutlich mehr Abfall an als in anderen Teilen der Welt. (Bild: Keystone/Christian Charisius)

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Die Schweiz gehört zu jenen Ländern, in denen am meisten Abfall anfällt. Über 700 Kilogramm Abfall produziert gemäss dem Bundesamt für Umwelt jeder Schweizer pro Jahr. 30 Kehrichtverbrennungsanlagen verbrennen schweizweit insgesamt rund vier Millionen Tonnen Müll, davon sind drei Millionen Tonnen Siedlungsabfälle, während eine Million Tonnen aus Industrie und Gewerbe sowie aus dem grenznahen Ausland stammt.

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Nachfolgend gibt es fünf praktische Tipps, die Privatverbrauchern dabei helfen, weniger Abfall zu produzieren.

Plastikreduziert einkaufen: Abfallreduktion beginnt beim Einkaufen. Viele Lebensmittel sind doppelt oder gar dreifach verpackt und ein Grossteil der Verpackungen ist aus umweltschädigendem Plastik. In vielen Läden gibt es jedoch Alternativen zu Plastikverpackungen. Früchte, Gemüse oder Kräuter etwa sind auch lose erhältlich, während man Joghurt, Öl, Essig und Saucen wie Ketchup, Senf oder Pesto-Mischungen in recyclebaren Glasbehältern kaufen kann.

Beim Kauf von Früchten und Gemüse ist es einfach, auf zusätzliche Plastiksäckchen zu verzichten, sind die Produkte doch durch ihre natürliche Schale bereits verpackt und in den meisten Fällen werden die Produkte zu Hause ohnehin gewaschen oder geputzt. Peperoni, Auberginen oder Zucchetti kann man auch ohne Plastikverpackung wägen, mit dem Preisetikett versehen und auf das Kassenband legen.

Statt Taschentücher in einzelnen Päckchen können Taschentücher in einer recyclebaren Kartonbox gekauft werden. Die Einkäufe sollten entweder in einer mehrfach verwendeten Papiertragtasche, einer Stofftasche oder einem Jutebeutel nach Hause gebracht werden.

Eigenes Geschirr mitbringen: Ob beim morgendlichen Kaffee, dem Mittagessen oder einer spontanen Zwischenmahlzeit: Wiederverwendbare Becher, Teller, Schüsseln oder Besteck mitzubringen, sorgt ebenfalls für einen signifikant kleineren Plastikverbrauch. Inzwischen verkaufen viele Kaffeehäuser, Bäckereien oder Take-away-Stände wiederverwendbare Becher, Behälter oder Besteck-Sets und gewähren Rabatte auf das Sortiment, wenn Kunden das Mehrweg-Geschirr befüllen lassen.

Food Waste vermeiden: Je nach Quelle geht bis zu einem Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verloren oder wird verschwendet. Das sind pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Food Waste hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Die Produktion von Lebensmitteln ist weltweit für rund 30 Prozent aller Umweltbelastungen verantwortlich. Werfen wir einwandfreies Essen in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger also vergebens belastet oder verbraucht.

In Industrieländern wird oftmals schlicht zu viel eingekauft. Deshalb sollte man sich vor dem Wocheneinkauf fragen, wie oft in der kommenden Woche wie viele Personen zu Hause essen werden, was aktuell im Kühlschrank steht und wie man bereits gekaufte Lebensmittel mit Frischprodukten ergänzen möchte. Menüpläne und darauf basierende Einkaufszettel helfen dabei, bewusster einzukaufen.

Wurden trotz bedachten Einkaufes doch mal zu viele Frischprodukte gekauft, lassen sich viele davon problemlos einfrieren. Lebensmittel sollten zudem nicht nur nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum beurteilt werden. Es ist besser, das Produkt genau zu betrachten, daran zu riechen und es zu betasten. Oft können Lebensmittel auch nach Ablauf des Verfallsdatums noch ohne Gesundheitsrisiko oder Geschmackseinbussen konsumiert werden. Aus Essensresten lassen sich zahlreiche Suppen zubereiten.

Eine Alternative zum Einmachen, Einfrieren und der Resteverwertung stellt Food Sharing dar. In vielen Städten gibt es inzwischen Initiativen gegen Food Waste, wobei Lebensmittel, die zwar noch geniessbar sind, aber das offizielle Verfallsdatum bereits überschritten haben, getauscht oder verschenkt werden.

Nachhaltig einkaufen: Spielzeug, das spätestens beim nächsten Kindergeburtstag kaputt ist oder Shirts für sieben Franken, die höchstens eine Saison lang getragen werden: Viele Konsumenten kaufen kurzlebige Produkte zu tiefen Preisen. Da sich aufgrund des tiefen Einkaufspreises eine Reparatur oder Weitergabe finanziell nicht zu lohnen scheint, werden zahlreiche Konsumgüter vorschnell entsorgt.

Dagegen hilft, mehr Zeit für den Vergleich von Produkten aufzuwenden, allenfalls etwas tiefer in die Tasche zu greifen und dafür langlebige Güter zu erwerben. Dies macht nicht nur im Hinblick auf die Abfallmenge Sinn, sondern schont langfristig auch das Haushaltsbudget.

Leitungswasser trinken: Auch wenn die Werbeindustrie uns dies seit Jahrzehnten weismachen will, ist Wasser in PET-Flaschen nicht gesünder als Hahnenwasser. Mit dem Verzicht auf Mineralwasser oder Softgetränke in PET-Flaschen kann Energie gespart und die Abfallmenge reduziert werden. Das Wasser sollte – ohne Plastik-Röhrli – direkt aus einem Glas oder einer recyclebaren Trinkflasche zu sich genommen werden.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kunde am 25.05.2018 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Industrie ist Hauptschuldiger

    Hauptschuldig ist zum grössten Teil die Industrie. Alles wird sehr aufwändig verpackt. Selbst wenn man gerne bescheidenere Packungen hätte, geht den Geschäften das Marketing vor Umweltschutz. Hauptsache die Verpackungen sehen gut aus und das Produkt verkauft sich dadurch. Auch Übergrosse Mogelpackungen sind ein Problem mit denen man das Auge des Kunden täuschen will und eine grössere Menge mittels zu grosser Verpackung vorgauckelt. Macht erstmal schluss damit, dann können wir schauen.

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  • M.ann am 24.05.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HAUSMÄNNER HALD

    Alls alleinerziehender Vater kaufe ich schon über 20 Jahre mit dem gleichen Einkaufskorb ein. Die plastiksäckli verwende ich für den Katzensand und im Winter für die Asche vom Ofen. Also es wird wiederverwendet .

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  • GK am 25.05.2018 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    halt kein Verhältnis mehr

    Also wenn ich für die Reparatur eines Bildschirms mehr bezahlen muss als für das Netbook selbst (300 CHF) und das wohl bei sehr vielen Produkten so ist, da kann mein Wille zum Abfall minimieren gross sein, aber Geld "zum Fenster rausschmeissen" mach ich sicher nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Georg Krenger am 27.05.2018 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moralin

    Hört mal mit den blöden Belehrungen auf, die nerven langsam. Wir sind doch keine kleinen Kinder!

  • axel g. am 27.05.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Rettet die Meere

    Die EU geht mit gutem Beispiel voran: Keine Trinkhalme mehr aus Kunststoff.

    • Iriana am 28.05.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @axel g.

      Keine Trinkhalme aus Plastik? Ist das ihr ernst, das ist alles was die EU für die Meere tut? Gibt es von denen so viele, und so viele wo im Meer landen? Dass es überhaupt was bringt. Oder meinen Sie das eher sarkastisch?

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  • fritz am 27.05.2018 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    waschmitteltabs

    waschmitteltabs mit plastik sind erlaubt warum sollte ich dann darauf achten solange escsowascgibt.

    • e-g-o am 27.05.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      Weil der eigene

      Unsinn nicht weniger unsinnig wird, nur weil andere grösseren Unsinn produzieren.

    • Iriana am 28.05.2018 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fritz

      Sie meinen das wo um die Tabs rum ist? Das ist bestimmt kein Plastik, denn das löst sich ja auf, wenn Wasser dazu kommt.

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  • Papa Bär am 27.05.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenes Geschirr mitzubringen...

    ...wird leider nicht überall toleriert. Benutzt und tariert einfach die gesammelten Einwegbeutel mehrmals bis sie mit Preisetiketten zugeklebt sind, wenn es um den Umweltschutz gehen soll. Wäre mal ein vernünftiger Anfang.

  • Deborah am 27.05.2018 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Abfall, wieso so teuer

    Wieso bezahlen wir so hohe Steuern und müssen im nachhinein alles selber bezahlen? Das ist Raub am Volk.