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Energy Challenge

25. April 2018 10:20; Akt: 25.04.2018 11:31 Print

So haltlos sind eure Energiespar-Ausreden

Dr. Energy nimmt ab sofort wieder Leserfragen rund um Energieeffizienz und Energiesparen entgegen. Ausflüchte lässt er nicht gelten – wir genauso wenig.

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Hier werden die acht meistgenannten Ausreden entkräftet. 2018 stiegen laut Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte leicht. Ein typischer Haushalt bezahlt heuer 20.4 Rappen pro Kilowattstunde. Dies entspricht einer Zunahme von 0.3 Rappen pro Kilowattstunde (+2 Prozent). Sparen lohnt sich immer: Gemäss der Eidgenössischen Elektrizitätskommission gibt jeder Schweizer Haushalt pro Jahr 918 Franken für die Stromrechnung aus. Und laut der Schweizerischen Energiestiftung liegt das Sparpotenzial in einem Haushalt bei 50 Prozent. Wer möchte also nicht über 450 Franken zusätzlich im Portemonnaie? Sparen wird oftmals mit Verzicht gleichgesetzt. Aber wie viel Zeit braucht es, das Licht beim Verlassen des Zimmers zu löschen? Eben. In den meisten Fällen ist die Angst des Mehraufwands unbegründet. Gamen zum Beispiel kann man mit gutem Gewissen, wenn man danach das Gerät ganz ausschaltet, statt es in den Standbymodus zu versetzen. Die Nicht-Einschränkung der Lebensqualität ist gerade auch beim Beispiel Geschirrabwasch falsch: Teller und Co. von Hand abzuspülen, braucht deutlich mehr Wasser und Energie, als den gut gefüllten Geschirrspüler laufen zu lassen. «» Energiefreundlich zu handeln, hat nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun. Trotzdem ist der Ausruf, Stromsparen sei etwas für Ökos, weitverbreitet. Ob grün oder nicht: Die Möglichkeit, Energie zu sparen, hat jeder. (Im Bild: Ex-Grünen-Nationalrätin Aline Trede) Klare Bergseen und reine Luft können schon mal zu einer romantisierten Sicht der Umwelt führen. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Umwelt stufen 58 Prozent der Schweizer Bevölkerung ihr Energieverhalten als überdurchschnittlich umweltfreundlich ein. Gemäss Studienautoren eine «systematische Überschätzung». Auf diese faule Ausrede greift der Couchpotato gern zurück, um sich nicht vom Sofa erheben zu müssen. Wahr ist jedoch: Schätzungen zufolge könnten in der Schweiz jährlich 170 Millionen Franken gespart werden, wenn jeder alle Geräte ganz ausschalten würde. In einer globalisierten Welt bleibt auch die Schweiz nicht aussen vor: Viele Produkte, die mit einem hohen Energieaufwand im Ausland hergestellt wurden, werden in der Schweiz gekauft. 95 Prozent des inländischen Energiekonsums werden für die Herstellung von Produkten im Ausland, die nachher in die Schweiz importiert werden, verbraucht. Zudem stammt ein Grossteil dieser Energie aus nicht erneuerbaren Quellen. Durch die Produktwahl kann man also durchaus einen Einfluss ausüben. Mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in der Schweiz wird durch Wasserkraft gedeckt. Doch insgesamt sind fossile Energien immer noch Trumpf: 2015 basierten noch 51 Prozent der verbrauchten Energie - etwa für Benzin, Diesel und Heizöl - auf Erdöl. Diese Aussage stimmt nur bedingt. Während Linienflüge tatsächlich unabhängig von der Auslastung abheben, ist dies bei Charterflügen anders. Ist dort das Flugzeug schlecht ausgelastet, wird der Flug oftmals verschoben. Zwar spart der Linienflug bei schlechter Auslastung tatsächlich Kerosin, weil weniger Gewicht an Bord ist. Doch sinnvoller für die Umwelt insgesamt wäre es natürlich, wenn Leerflüge vermieden würden. Grundsätzlich gilt: Je weniger eine Dienstleistung nachgefragt wird, desto weniger wird sie auch angeboten.

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«Das bringt doch nichts», «Dafür habe ich keine Zeit», «Die Schweiz achtet ohnehin bereits mehr auf die Umwelt als andere Länder» oder «Sehe ich etwa aus wie ein Öko-Freak?» sind häufige Reaktionen, wenn es um Energiesparen geht. Zudem kursieren noch immer zahlreiche Halb- und Unwahrheiten in Bezug auf Energiesparmöglichkeiten im Alltag.

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Wie schätzen Sie Ihre Energiebilanz ein?

Der Energieberater Jules Pikali wird als Dr. Energy erneut Leserfragen beantworten, mit Mythen betreffend Energieeffizienz aufräumen und einfach umsetzbare Stromspartipps verraten. Im Interview spricht Dr. Energy über den Energieverbrauch von Bergbahnen, Gewohnheiten und die Verantwortung gegenüber der Umwelt und muss über eine der am weitesten verbreiteten Energiespar-Ausreden lachen.

Jules Pikali, die Energy Challenge geht nun bereits in die dritte Runde und auch dieses Mal werden Sie als Dr. Energy Fragen rund um die Themen Energieeffizienz und Energiesparen beantworten. Worauf freuen Sie sich während der Energy Challenge 2018?
Besonders interessant finde ich, dass die Hauptpartner der diesjährigen Energy Challenge ebenfalls alle eine eigene Challenge abgeschlossen haben. Mit jeder Aktion werden zusätzliche Kilowatt gespart, und zwar auf eine Art, die Spass macht.

Welche Fragen der letzten beiden Jahre regten Sie besonders zum Nachdenken an?
Die spannendste Frage war jene nach dem Energieverbrauch von Seilbahnen. Ich habe lange mit Experten gesprochen und alles durchgerechnet. Ich war erstaunt, wie extrem sparsam diese Art der Fortbewegung ist. Es hat mich selber motiviert, auch 2018 wiederum Ferien in den Bergen zu machen und dabei nicht jeden Gipfel zu Fuss besteigen zu wollen.

Wieso ist es aus Ihrer Sicht noch immer notwendig, der Bevölkerung die Wichtigkeit des Energiesparens aufzuzeigen?
Energiesparen ist eine Daueraufgabe: Eine falsche Verhaltensweise wird schnell zur Gewohnheit. Es braucht jedes Mal wieder Motivation, sich von solchen Gewohnheiten zu lösen. Gleichzeitig kommen immer neue Produkte und Geräte in Gebrauch. Letztes Jahr haben wir viele Fragen zu LED beantwortet. Wir sind gespannt, welche Themen dieses Mal am meisten nachgefragt werden.

Was entgegnen Sie, wenn jemand findet: «Wenn nur ich Energie spare, hat das weltweit betrachtet kaum Auswirkungen auf die Umwelt»?
Da muss ich schon etwas lachen. Wenn ich etwas für das Energiesparen tue, mache ich das zuerst für mich. Es ist mein Portemonnaie, das weniger geschröpft wird, und ich bin auch Teil dieser Welt. Darum trage ich auch eine Mitverantwortung.

Haben Sie selber auch etwas Neues gelernt während Ihrer Tätigkeit als Dr. Energy?
Mit jeder Frage lernen wir dazu – bei den einen etwas mehr, bei den anderen etwas weniger. Wir sind ein kleines Team, besprechen schwierige Fragen und müssen manchmal nachforschen oder nachrechnen. Unsere Challenge ist es, jedem Fragesteller kompetent Auskunft geben zu können! An dieser Stelle möchte ich jeden Leser ermuntern, seine Fragen einzureichen.

Dr. Energy kann über eine der häufigsten Energiespar-Ausflüchte nur lachen. In der obigen Bildstrecke werden die acht meistgenannten Ausreden entkräftet.

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(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter M am 25.04.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Lust mehr

    Die Amis haben heute noch Ablufttumbler, Einfachvergalsung keine Isolation und und und. Aber der kleine Schweizer soll alles auf LED umrüsten und so angeblich kosten sparen. Habe es mal ausgechnet wie lange ich die Gangbeleuchtung eingeschaltet lassen müsste um die Mehrkosten der Birnen zu amortisieren: es wären rund 5 Jahre Dauerbrennen gewesen. Also unterm Strich ist das ganze Gewäsch um Energiesparen nichts anderes als ein neuer Wirtschaftszweig wie man den Leuten das Geld aus der Tasche zieht.

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  • Kinderlose am 25.04.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    scheinheiliges Gewäsch

    Hört doch mal auf mit diesem Käse. Überall müssen wir sparen oder uns wird immer wieder irgend eine Gebühr aufgezwungen. Wir haben bald 8 Mia. Menschen auf dieser Erde. Täglich kommen mio. neue zur Welt und jeder davon ist ein potenzieller Umweltverpester und Gefährder von Tierarten. Und was wird dagegen getan? Nichts! Es werden immer noch in vielen Länder haufenweise neue Umweltverpester pro Familie gezeugt.

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  • Paul am 25.04.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    An der eignen Nase nehmen

    Und nach dem Lichtlöschen bestellen wir in China eine Uhr und eine Pullover. Den Pullover werfen ich aber weg. Passt nicht. Aber das ist auch egal der kostet ja nur 5 Dollar.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sergio Fasano am 26.04.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Energiesparmissionare sind des Teufels.

    Der Mensch ist Teil des Universums und verbraucht naturgemäss Energie. Das gehört zu seinem Dasein. Wieviel er davon verbrauchen darf, hat ihm niemand vorzuschreiben. Er verbraucht einfach und damit basta. Und wenn's keine mehr hat, dann bietet die Natur eine neue Lösung. Energiesparfundis und -missionierer sind völlig unnötig. Sie missionieren einzig dafür, um ihre und die Kassen ihrer Gesinnungsgenossen zu füllen, oder aus purer Dummheit. Man beachte sie also nicht weiter, und das Problem erledigt sich von selbst.

  • Dave74 am 26.04.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Standby

    Mich würde mal interessieren, wieviele Geräte dank der diversen Standby-Kampagnen hopps gegangen sind. Viele Geräte sind nämlich nicht darauf ausgelegt, dass sie nach langer Zeit im Standbymodus nach einem kompletten Off wieder funktionieren. Habe das vorallem bei Bürogeräten jediglicher Art festgestellt. Ok, früher hat es sich noch gelohnt das reparieren zu lassen, aber heute? Ist ein neues Gerät dann ökologischer als das alte im Standby verweilen zu lassen? Darauf hingewiesen wird jedenfalls nicht.

  • Peter M am 26.04.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an Dr. Energy

    Warum sollen wir hier in der Schweiz alle auf LED umrüsten, Strom sparen, weniger Autofahren und co, damit wir eine Einsparung von maximal 0.1% globalem CO2 erreichen? Würde der Ami und der Chinese auf den Stand der Schweiz vor 20 Jahren kommen würde man über 20 % globales CO2 einsparen. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Vorallem mit der Begründung warum die 0,1% ausschlagsgebend fürs Weltklima sein sollen.

  • Jack am 26.04.2018 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    meine Meinung

    Energie muss nicht gespart werden denn Energie ist an mass vorhanden (Strahlung Weltraum, Wind, Wärme usw). Nur wissen wir halt noch nicht wie diese effizient und umweltfreundlich genutzt werden kann.

  • rechen banause am 26.04.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    ...wie rechne ich das...

    wir haben im ganzen haus auf led birnen gewechselt. rund 30 stück a 7.50.-. vorher waren standart 40 watt birnen drin. wie lange dauert es bei durchschnittlich zwei stunden brenndauer pro tag und birne bis die investition wieder drinnen ist? auf der packung stand lebensdauer 30000 stunden. und dann ist da ja noch der nachtstrom. also ich kann das nicht berechnen...

    • Peter M am 26.04.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      Lebensdauer ist eh falsch

      Schauen sie sich lieber auch die Schaltzyklen an, diese sind viel tiefer und somit erreichen die wenigsten LED die Lebensdauer von 30'000 Stunden. Und diese 30'000 Stunden sind nicht die Brenndauer sondern lediglich bei einem Gebrauch von rund 3h am Tag (also 21h Pausenzeit inklusive). Aber bei den meisten LED steigt vorher die Elektronik aus.

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