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Energy Challenge

02. Oktober 2017 13:30; Akt: 02.10.2017 13:30 Print

Strom für den BMW aus der eigenen Solaranlage?

Ein Leser möchte den Strom für sein Elektroauto mittels einer Photovoltaik-Anlage selbst produzieren. Ist dies möglich? Dr. Energy rechnet vor.

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Wenn sich Leser Markus beispielsweise einen BMW i3 anschafft und jährlich weniger als 15'000 Kilometer mit dem Auto zurücklegt, ergibt dies einen Verbrauch von weniger als 2000 Kilowattstunden pro Jahr. Eine Solaranlage, die diese Energiemenge erzeugt, hat eine Fläche von etwa 15 Quadratmetern. (Bild: BMW)

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Ich möchte mir einen Elektro-BMW anschaffen und die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Wie viel Strom kostet mich das? Kann ich eventuell alles selber produzieren, wenn ich eine Photovoltaik-Anlage (acht Kilowattstunden) auf meinem Dach installiere? Wie viel Geld kann ich dadurch ungefähr sparen?

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Markus (35) aus Davos GR

Bei Elektroautos ist es nicht anders als bei Autos mit Verbrennungsmotoren: Es gibt sparsame Modelle – die mit gut zehn Kilowattstunden pro 100 Kilometer auskommen – und solche, die gut das Doppelte verbrauchen. Logischerweise stehen grosse, schwere Fahrzeuge in puncto Verbrauch schlechter da als kleine, leichte Elektroautos. Dies bedingt natürlich eine entsprechend grössere Batterie, damit eine gute Reichweite erzielt werden kann.

Photovoltaik kombiniert mit einem Elektroauto ist ein eigentliches Dream-Team. Aus ökologischer Sicht ist die Kombination immer richtig. Aber auch aus Sicht deines Portemonnaies kann man nicht vieles falsch machen. Wenn du dir einen sparsamen BMW i3 anschaffst und nicht allzu oft mit dem Auto unterwegs bist (bis circa 15'000 Kilometer pro Jahr), ergibt dies einen Verbrauch von weniger als 2000 Kilowattstunden pro Jahr.

Eine Solaranlage, die diese Energie erzeugt, hat eine Fläche von etwa 15 Quadratmetern und würde vermutlich gut auf deinem Garagendach Platz finden. Wenn du dir den weniger sparsamen Tesla Modell X kaufst und 30'000 Kilometer pro Jahr zurücklegst, wirst du eine rund 50 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage benötigen, um die entsprechende Energiemenge selber erzeugen zu können.

Selbst produzierter Solarstrom kostet nur die Hälfte des Stroms aus der Steckdose

Wie du richtig festgestellt hast, kann die Solaranlage auch den Strom für deine Wärmepumpe und für viele deiner Haushaltgeräte erzeugen. Die Preise für Photovoltaikanlagen sinken von Jahr zu Jahr und gleichzeitig gibt es noch finanzielle Beiträge von der öffentlichen Hand.

Letzten Endes kostet eine Kilowattstunde Strom, die du in deiner Anlage selber erzeugst, knapp zehn Rappen. Das ist ungefähr die Hälfte von dem, was dich der Strombezug von deinem Elektrizitätsversorger kostet. Aus dieser Sicht sollte sich jeder Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage für das eigene Dach leisten.

In der Realität ist dies aber nicht ganz so einfach: Der Strom, der nicht selber gebraucht werden kann und deshalb ins Stromnetz zurückgespeist werden muss, wird nur sehr schlecht – in Zukunft vielleicht gar nicht mehr – entschädigt.

Ziel muss es darum sein, einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil zu erreichen. Ideal ist, wenn Geräte – wie zum Beispiel eine Wärmepumpe – je nach der Stromproduktion ein- oder ausgeschaltet werden können und eine gute Steuerung eingebaut ist.

Überschüssiger Strom kann im Elektroauto gespeichert werden

Wenn zu viel Energie produziert wird, besteht die Möglichkeit, diese in einer Batterie zu speichern. Leider sind die entsprechenden Batterien nicht ganz billig. Hier kann die Batterie des Elektroautos wertvolle Dienste leisten: Überschüssiger Strom kann ohne weiteres im Elektroauto gespeichert werden.

Eine typische Photovoltaik-Anlage mit einer Höchstleistung von drei Kilowatt Peak produziert an einem sonnigen Sommertag ungefähr zehn Kilowattstunden Strom, was etwa einen Drittel der Ladekapazität eines typischen Elektroautos ausmacht. Spannend wäre es, wenn die Batterie an deinem Auto bidirektional betrieben werden könnte: Sie würde also nicht nur Energie speichern, sondern auch Strom an das Haus zurückgeben. Solche bidirektionalen Autobatterien existieren jedoch vorerst nur in den Köpfen der Entwickler.

Zusammenschluss zu Energieverbrauchergemeinschaften in Mehrfamilienhäusern

Auf die Frage, wie gross die Anlage sein soll, die auf das Dach montiert wird, gibt es nur eine richtige Antwort: So gross wie möglich! Es lohnt sich, auch das nordseitig ausgerichtete Dach mit Photovoltaik-Modulen zu decken. Besonders spannend ist es, wenn die Dachziegel durch Solar-Module ersetzt werden können, wodurch zusätzlich Geld gespart wird. Am besten rechnest du dein Dach selber durch: Auf sonnendach.ch kannst du dir mit ein paar Klicks Investitionskosten, Jahresproduktion, Eigenverbrauch und die Amortisationsdauer selber berechnen.

Auch auf Mehrfamilienhäusern kann ohne weiteres eine Photovoltaik-Anlage realisiert werden. Basierend auf den neuen Energievorschriften können sich die Wohnungen zu einer Eigenverbrauchergemeinschaft zusammenschliessen. Das Elektrizitätswerk installiert so nur noch einen Hauptzähler für das ganze Haus und stellt die Differenzmenge in Rechnung.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zimberg am 02.10.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Wenn das Auto genau dann zuhause an der PV-Anlage angeschlossen ist, wenn diese Strom produziert und Du genau dann Auto fährst, wenn keine Sonne scheint, würde es vielleicht aufgehen. Nicht selten steht das Auto aber tagsüber eben gerade nicht zuhause in der Garage unter der PV-Anlage. Ebenso nutzt du das Auto wohl oft, wenn die Sonne scheint. So verschenkst Du deinen Solarstrom für einen Spott-Preis den Elektrizitätswerken und "tankst" dann (teuren) Strom aus dem Netz des Elektrizitätswerkes. So sieht die Realität leider meist aus.

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  • Andele am 02.10.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    I3 plus PV

    Wir haben einen I3 und laden ihn wenn immer möglich unter der Woche an meinem Freitag auf und sonst am Wochenende. Der Strom kommt von der PV Anlage auf dem Dach

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  • I the Jury am 02.10.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Reichweite ca. 160 km

    Dieses Auto ist nicht alltags tauglich. Auch nicht mit PV auf dem Dach. Auf "die Welt" wurde kürzlich ein Testbericht geschaltet. Klingt ähnlich wie bei meinem Kollegen. Ausser Einkaufen ist nichts mit diesem Auto. Nichts gegen stromer aber wenigsten 300 km auf sicher müsste drin liegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 03.10.2017 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktioniert

    Das Prinzip mit einer PV Anlage Energie für das E-Auto zu produzieren funktioniert einwandfrei. Eine 3kw Anlage produziert mehr Strom als ich mit meinem ZOE im Jahr (15'000 Km) benötige. Das ist die Zukunft.

  • S.Kritischer. am 03.10.2017 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum so negativ?

    Ob wir heute in andere Technologien investieren und nutzen ist doch hier die Frage? Oder wollt ihr lieber warten bis und die meist Schurkenstaaten den Ölhahnen zustehen?

  • Axel am 03.10.2017 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektroautos für die Tonne

    Also Elektroautos sind für die Tonne! Ich kann mit meinem Mercedes E350 D 1000km weit fahren ohne wirklich auf eine sparsame Fahrweise achten zu müssen. Und am Wochenende fahre ich einen Maserati Gransport..der sauft ein bisschen hat aber auch nen anständigen Klang!!

  • Kari Sievert am 03.10.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssig

    Es gibt keine alltagstauglichen Elektroautos und es wird sie nie geben! Bevor unsere weltfremden Politiker los poltern sollten sie sich erstmal informieren und das Für und wieder abwägen.

    • Tesla S 90 D am 03.10.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      Tesla Fan

      Hallo Kari, ich habe mit meinem TESLA in den letzten drei 1/2 Jahren 175 000 km gemacht und nie Probleme damit gehabt. Du musst mal einen fahren und es wird auch Dich überzeugen.

    • Peter M am 03.10.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Tesla S 90 D

      Nun wem die Freiheit und Privatsphäre nicht so wichtig sind, der wird mit dem Plastiktesla glücklich. Ich will kein Auto, dass meine Persönliche Daten - neu im 3er auch mit Videoübertragung - Herrn Musk übermittelt. Des weiteren möchte ich dann mal sehen, was so ein Akkuwechsel nach 7 Jahren kosten wird. Noch besser: Herr Musk wird seine Autos nur durch massive Leasingdumping los! Vergleicht mal das Leasing einer 100'000 CHF Auto mit dem des Teslas... Man staune.

    • Kari Sievert am 03.10.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Tesla S 90 D

      Das heisst ich habe für Sie in den letzten drei 1/2 Jahren den Strom und die Strassengebühren subventioniert! oder?

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  • Zögerer am 03.10.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis, und viele wenns

    Wenn, wenn und nochmals wenn. Fahre ich 25'000km im Jahr, manchmal 500 am Tag, nützt mir meine Solaranlage nicht viel, wenn ich in Genf laden muss um nachhause zu kommen. Und der statistische Wert der Stromproduktion der Anlage übers Jahr nützt mir nichts, wenn ich den Strom drei Wochen lang jeden Tag zu 100% brauche, weil ich eben jeden Tag 200 bis 300km fahre und die Anlage dies nicht bringt, sondern eben nur statistisch über das ganze Jahr. Tschüss Solaranlage.