Energy Challenge

27. Juni 2017 14:53; Akt: 07.07.2017 16:02 Print

Wie sinnvoll sind papierlose Büros?

Eine Leserin möchte im Arbeitsalltag Energie sparen. Dr. Energy über den Verzicht auf Papier und den Umgang mit Computer und Drucker.

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Immer mehr Unternehmen verzichten auf Papierschlachten. Dr. Energy zeigt den Nutzen und die Kehrseite von papierlosen Büros auf.

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«Meine Arbeitskollegen und ich führten schon mehrfach Diskussionen über die Energieeffizienz von papierlosen Büros. Wir drucken Unterlagen nur aus, wenn es absolut notwendig ist und arbeiten ansonsten mit Online-Dokumenten. Nun sind aber Zweifel aufgekommen, ob unser Vorgehen sinnvoll ist oder nicht vielmehr das Internet der grösste Energiefresser ist. Wie können wir im Büroalltag am meisten Energie sparen?»

Umfrage
Wie ist der Umgang mit Papier an Ihrem Arbeitsplatz?
25 %
22 %
24 %
22 %
7 %
Insgesamt 645 Teilnehmer

Stephanie (26) aus Zürich

Du siehst das absolut richtig: in jedem Blatt steckt Energie – sogenannte «graue Energie». Dies ist Energie, die für die Herstellung von Produkten aufgewendet wird und so versteckt und ohne auf der Stromrechnung zu erscheinen mitkonsumiert wird. Mit jedem Blatt, das nicht ausgedruckt oder verschrieben wird, wird diese graue Energie eingespart. Täglich auf zehn Seiten Papier zu verzichten, spart rund 60 Kilowattstunden pro Jahr ein. Das entspricht der Energie von etwa sechs Litern Heizöl. Die Energie für das Ausdrucken wird ebenfalls eingespart. Falls ihr zum Beispiel einen Laserdrucker habt, könnt ihr nochmals einen halben Liter pro Jahr einsparen.

Es lohnt sich also, sparsam mit Papier umzugehen, vielleicht mal auch die Papierrückseite zu verwenden. Viele Firmen haben auch begonnen, Rechnungen nicht mehr als Papier zu verschicken, sondern bedienen ihre Kunden mit einer PDF-Rechnung. Für den Rechnungssteller rechnet sich das immer: Er spart Porto, Papier, Energie und braucht einen weniger leistungsfähigen Drucker. Wenn es allerdings für die Buchhaltung ein Papier braucht, trägt der Rechnungsempfänger die Aufwendungen!

Das Internet verbraucht so viel Strom, wie das AKW Mühleberg produziert

Alles online abzuwickeln, hat aber eine Kehrseite: Denn auch ohne Papier stehen eine Reihe von Geräten im Betrieb: Computer, Laptop, Bildschirm, Router und dergleichen sind eingeschaltet und benötigen auch nicht gerade wenig elektrischen Strom. Im Hintergrund kommt der Betrieb des Internets und einer unzähligen Anzahl von Servern dazu, mit denen die Daten transportiert werden und Internetabfragen beantwortet werden. Die ETH Zürich ist dieser Fragestellung nachgegangen: Für Geräte, Datenleitungen, die Kühlung der Server und den Mobilfunk wird vier bis fünf Prozent des weltweiten Stromverbrauchs aufgewendet. Umgerechnet auf die Schweiz entspricht dies der Produktion eines Atom-Kraftwerkes der Grösse von Mühleberg.

Laut der ETH sind die Aussichten nicht positiv: Zwar werden die Geräte effizienter, schneller und leistungsfähiger, aber durch die zunehmende Verbreitung solcher Geräte steigt der Verbrauch noch immer. Es genügt darum nicht, nur sparsam mit Papier zu sein. An erster Stelle muss der überlegte Umgang mit Computer, Bildschirm und Drucker stehen. Müssen diese rund um die Uhr im Dienst sein? Können nicht auch Router und WLAN nachts ausgeschaltet werden? Jeder Computer und jeder Laptop lassen sich so programmieren, dass sie nach kurzer Zeit in den Stromsparmodus übergehen. Mit einer Schaltleiste können die Geräte am Abend, aber auch über Mittag ausgeschaltet werden. Die Geräte sind dann auch ganz ausgeschaltet und stehen nicht im Standby-Modus. Bei gemeinschaftlich genutzten Geräten setzt man eine Zeitschaltuhr ein. Du merkst: Energieeffizienz ist vor allem Kopfsache und die Sparmöglichkeiten sind riesig.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nothelfer am 27.06.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles Neue ist nicht immer gut

    Bei mir in den Büro's läuft alles, wenn ich arbeite, sonst sind die Geräte abgeschaltet. Internet sei immer online zu halten, gemäss swisscom und sunrise! Finde ich Mumpitz. Jetzt wird das dann ja noch schlimmer mit der Telefonie. Analog weg. Nur noch digital. Station müsse dann immer am Modem angeschaltet sein. Wieder eine Kontrolle mehr und Strom braucht das auch. Was wenn dann alles aussteigt, weil nicht mehr langlebig? Fortschritt in Ehren aber Bewährtes sollte einfach nicht verschwinden. Wir können dann z.Bsp. in der Berghütte nicht mal mehr einen Rettungsdienst rufen. Da kein Empfang.

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  • Marianne am 27.06.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nur die relevanten Texte!

    Man kann sicher Papier sparen im Büro, vor allem die sinnlose Kopienverteilerei (hiess früher Hakle 3-lagig), keiner liest sie, also können sie unausgedruckt bleiben. Wo ich ausdrucke, ist, wenn ich einen Vertrag auf Plausibilität und korrekte Ausformulierung prüfe.

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  • Florian Bohnenblust am 27.06.2017 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunsch + Wirklichkeit

    Es geht um 2 Dinge: 1. schnelle Verfügbarkeit von Information: Bedingt gut aufgebaute Datenstrukturen. Diese erfordern einen Mehraufwand. 2.Lesbarkeit / Übersichtlichkeit Diese ist bei grossflächigen und auch bei umfangreichen + tief strukturierten Dokumenten oft NICHT gegeben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Eggenberger am 28.06.2017 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klopapier

    Entfernt mal das Klopapier aus den WC's. Schaun wie schnell wieder Papier vorhanden sein wird.

  • Cogito ergo sum am 28.06.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Signatur mit Hinweis oder Werbung

    Besonders tragisch sind die gut gemeinten grünen Tipps oder Werbung am Schluss jedes E-Mails. Falls dann doch ausgedruckt wird benötigt es gerade deswegen oft noch eine zweite Seite. Dasselbe gilt für Werbung in Dokumenten auf einer separaten Seite.

  • Stefan Weber am 28.06.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Informatiker mit Sehproblemen

    Wenn ich mehr vom Papier gelesen hätte und nicht 9 Stunden pro Tag am Bildschirm so wären meine Augen heute nicht so schlecht - bin beinahe blind

    • bennn am 28.06.2017 10:40 Report Diesen Beitrag melden

      ahaaaaaa

      Ob das wirklich so ist? Wo ist die wissenschaftliche Studie dazu? Vielleicht hat die Sehkraft auch einfach so abgenommen. Wenn es nach dir ginge müsste beinahe jeder Bürogummi halb blind sein.

    • Oberländerin am 28.06.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      @bennn

      Dafür reicht der gesunde Menschenverstand, keine Studie. Sie sind wohl nicht betroffen!?

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  • Dr Besserwisser am 28.06.2017 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    zuerst einmal das wirklich unnötige Papier entfern

    Naja solange unnötige Papierwerbung sowieso in jeden Briefkasten geschmissen wird (obwohl keine Werbung-Kleber) muss gar nicht über solche Themen sprechen. Aber ja die Lobby ist wohl zu gross und stark für solche Verbote.

  • Ich und Du am 28.06.2017 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Papierlos......Wunschdenken

    Arbeite seit 35 Jahren als Buchhalterin und seit 35 Jahren versuchen gewisse Leute einem das Papierlose Büro einzureden. Aber ich bin immer noch schneller im finden einer Rechnung ,wenn ich kurz in den Ordner schaue. Und fällt der PC aus, kann ich mind. noch was finden. Bei mir wird es das nie gehen (Schon der Sicherheit wegen) Ich Drucke zwar viel weniger aus, das ist so. Aber z.B. ein unterschriebenen Vertrag ist nun mal im Original da und nützt mir nicht sehr viel auf dem PC.