Energy Challenge

14. September 2017 13:21; Akt: 14.09.2017 13:21 Print

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Solarstromproduktion ist jetzt günstiger als der Bezug aus der Steckdose. Hier gibt es Infos zu Kosten, Fördergeldern und Amortisationsdauer.

storybild

Nach Abzug von Fördergeldern und Steuerersparnis kostet eine Kilowattstunde Solarstrom von der eigenen Photovoltaik-Anlage noch 9.5 Rappen pro Kilowattstunde. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der Nutzung von Solarenergie fallen sehr wenige schädliche Emissionen an. Die zu ihrer Herstellung benötigte Energie produziert eine Photovoltaik-Anlage innerhalb der ersten drei Jahre, über die restlichen 20 bis 25 Jahre erzeugt die Anlage komplett emissionsfreien Strom. Ausserdem ist die Sonne eine unerschöpfliche Energiequelle und die Nutzung der Kraft des Himmelskörpers mittels eigener Solar-Anlagen schafft eine Unabhängigkeit von externen Stromanbietern. Doch wann lohnt sich die Installation von Solaranlagen auch finanziell?

Umfrage
Wie sehen Sie die Zukunft der Solarenergie?

Eine Photovoltaik-Anlage von 30 Quadratmetern auf einem Einfamilienhaus kostet ungefähr 15'000 Franken. Der Bund unterstützt kleine Anlagen mit Einmalvergütungen, die nach der Inbetriebnahme der Anlage ausbezahlt werden. Diese Vergütung beträgt höchstens 30 Prozent der Kosten einer Referenzanlage. In allen Kantonen ausser Luzern und Graubünden kann die Investition in eine Photovoltaik-Anlage zudem einmalig von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Berücksichtigt man die finanzielle Förderung des Bundes von 3400 Franken (Stand: ab 2018) sowie Steuerabzüge von rund 2900 Franken, kostet die Anlage noch 8500 Franken.

Elektrizitätswerke müssen überschüssige Energie zu fairen Preisen abkaufen

Die Herstellungskosten für den selber erzeugten Strom liegen bei 13 Rappen pro Kilowattstunde. Nach Abzug des Fördergeldes und der Steuerersparnis sind es 9.5 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist deutlich weniger als die 20 Rappen pro Kilowattstunde, die Haushalte in der Schweiz durchschnittlich für den Strom aus der Steckdose bezahlen. Somit lohnt es sich, den eigenen Solarstrom direkt selbst zu verbrauchen. «Private oder Unternehmen, die heute für hohe Preise Strom aus dem Netz beziehen, können mit selbst produzierter Solar-Energie Geld sparen», sagt Joëlle Fahrni, Spezialistin für erneuerbare Energien beim Bundesamt für Energie.

Welcher Anteil des produzierten Stroms selbst verbraucht werden kann, hängt gemäss Energie Schweiz vor allem von der Grösse der Anlage und dem individuellen Energie-Nutzungsverhalten ab. Bei einer sehr kleinen Anlage von zwölf Quadratmetern sind 35 bis 50 Prozent des produzierten Stroms für den Eigengebrauch. Ist die Anlage etwas grösser und misst bis zu 30 Quadratmeter, können nur noch 20 bis 40 Prozent des produzierten Stroms selber verbraucht werden. Die Überschussproduktion, die nicht direkt im Haus gebraucht werden kann, wird ins Stromnetz abgegeben. Dafür erhält man eine Vergütung – den sogenannten Einspeisetarif. Die Elektrizitätsunternehmen müssen den Strom zu einem marktgerechten Preis abnehmen. Der Preis kann jährlich schwanken und beträgt derzeit zwischen sechs und zehn Rappen pro Kilowattstunde.

Wie hoch sind die Betriebskosten und wann ist die Anlage amortisiert?

Nach der Installation erfordern Photovoltaik-Anlagen nur wenig Unterhalt und Solarmodule haben meist 25 Jahre Garantie. Betriebskosten beinhalten typischerweise die Versicherung der Anlage, eine technische Wartung sowie Rückstellungen für den Wechselrichter. Man rechnet pauschal mit acht Franken pro Quadratmeter Solarfläche und Jahr. In der Regel ist eine Anlage in weniger als zehn Jahren amortisiert. Mit dem Solarrechner von Energie Schweiz kann die genaue Amortisationsdauer berechnet werden.

(sts)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Meier am 14.09.2017 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Swanson's law

    90% des heute generierten Solarstroms wurde 2012 oder später installiert. Jährliche PV Installationen verdoppeln sich alle 2.2 Jahre. Im 2030 wird eine neu-Installation 1/3 verglichen mit heute Kosten. Es wird NICHTS auf dieser Welt geben welch billiger Strom produzieren wird als PV. ... das können noch so viele Leute PV schwarzmalen, an diesem Faktum wird sich aber die Sturheit den Kopf zerschlagen...

  • Peter Mobile am 14.09.2017 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Smile

    Wegen gerade mal 6 Modulen (CH, 6m2) muss man kaum Euphorisch werden. Aber auch sechs Module produzieren an jedem Sonnentag Strom, Strom und nochmal Strom. Ob sich das rentiert (wohl eher nich) ist mir völlig gleichgültig. Solange die Sonne scheint spielt Geld keine Rolle. Dazu noch 4 Pannels für Heisswasser, von März - Ende August keine Energie für Heisswasser benötigt. Ist einfach super. Und das überschüssige Heisswasser in den Pool...

  • W. Meier am 14.09.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Einspeisevergütung

    Der Solarrechner geht von einer Einspeisevergütung von 10 Rappen pro KWh aus. Dies ist heute viel zu hoch. Die EKZ bezahlt (vergleichsweise hohe) 6.5 Rappen, langfristig wäre mit 4-5 Rappen zu rechnen. Damit ist aber die Amortisationsdauer um einiges länger und die Chose rechnet sich (leider!) kaum mehr.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hogi am 20.09.2017 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zukunft ist solar!

    Habe selber eine 9kW PV-Anlage und hätte sie in weniger als 10 Jahren amortisiert, wenn nicht die BKW als völlig unzuverlässiger Partner die Einspeisevergütung plötzlich von 12,5 auf 4 Rp. gesenkt hätte. Jetzt heisst es einfach, möglichst viel selber verbrauchen und eine gute Batterie kaufen. So kann man auch noch die Besteuerung des ohnehin mickrigen Betrages optimieren. Auf jeden Fall wird jeder Solaranlagenbesitzer seine Anlage möglichst für sich optimieren und dann Strom verbrauchen, wenn es halt für die Netzstabilität am wenigsten Sinn macht (z.B. kurz vor Mittag den Boiler aufheizen).

  • Urs am 16.09.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarenergie

    Hallo zusammen. ich habebereits vor 7 Jahren eine PV Anlage gekauft. Mein Fazit : Genial. Ich habe 70 qm auf dem Dach. Wir produzieren 10634 KWSt. Unser Verbrauch ist um die 6000 Kw im Jahr. Das bei 5 erwachsen Personen im Haus. Den restlichen Strom wird vom örtlichen EW abgenommen. Und zwar zum selben Preis wie er verrechnet wird. Das heisst wenn der Preis steigt bekomme n wir mehr, und wenn der Preis fällt halt weniger. Mit dem Überschuss können wir noch fast die ganzen Wasser und Abwassergebühren bezahlen. Also ich würde sagen : Sonne sei Dank. Ich würde es auf jedenfall wieder machen.

  • Peter Baumann am 15.09.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarpanels

    Ich habe auch eine Solaranlage auf dem Dach. Rentieren kann sie sowieso noch lange nicht, weil es nur eine marginale Einspeisevergütung gibt. Die einzigen, die profitieren, sind die E-Werke! Innovative Bürger sind sowieso immer die Betrogenen!

  • Marco C. am 14.09.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Immer

    Eine PV Anlage rechnet sich immer. Kapital auf der Bank wirft kaum Zinsen ab. Lieber in PV investieren, langfristig wird sich das auszahlen und ist dazu noch umweltfreundlich.

  • Oliver Müller am 14.09.2017 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Protektionismus

    Die Netzgebühren bei der PV-Produktion sind heute in vielen Fällen höher als der Strompreis selbst. 2. ist es eine sauerei, dass der Strommarkt in der Schweiz nicht liberalisiert wird. In anderen Ländern kann man den Stromanbieter schon lange selber wählen wie das Natel-Abi oder eben auch den Strom seiner Solaranlage an den Nachbaren nebenan verkaufen. Wenn man mit diesem ständige Protektionismus nicht endlich aufräumt müssen wir gar nicht weiter diskutieren. Am Ende muss der Steuerzahler natürlich auch noch für den AKW-Abbau aufkommen, an dem sich die grossen Stromanbieter eine goldige Nase..