Energy Challenge

30. August 2017 11:18; Akt: 30.08.2017 11:18 Print

Das sind die grössten Stromfresser im Haushalt

Heizen, Kochen oder Unterhaltung: Wofür wird in Schweizer Haushalten am meisten Energie verbraucht? Hier lauern in Ihren vier Wänden Energiefresser.

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In den Haushalten wird ein Grossteil (über 80 Prozent) der Energie für Heizen und Warmwasser genutzt. Der für die Warmwasseraufbereitung genutzte Boiler ist der grösste Stromverbraucher im Haushalt. Wird der Boiler während Ferienabwesenheiten ganz ausgeschaltet, kann so Strom gespart werden. Am einfachsten erfolgt dies am Sicherungskasten. Auch der Thermostat am Boiler sollte regelmässig überprüft werden. Richtig ist eine Einstellung von 60 Grad Celsius. Mit einer niedrigeren Temperatur besteht die Gefahr, dass sich Legionellen bilden können. Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius steigen die Wärmeverluste und damit auch der Stromverbrauch. Die im Bild angezeigten 65 Grad Celsius würden also unnötig Energie verbrauchen. Die Raumwärme macht ebenfalls einen bedeutenden Anteil am Energieverbrauch in Privathaushalten aus. Heizpumpen befördern warmes Wasser durch die Heizkörper der Zentralheizung. Über einen Wasserkreislauf innerhalb der Heizungsanlage zirkuliert das Wasser in allen Heizkörpern. Pro Heizsaison wälzen alte Pumpen rund 6000 Stunden lang warmes Wasser um – ohne zu berücksichtigen, ob die volle Leistung überhaupt vonnöten ist. Neue Heizungspumpen arbeiten im Gegensatz zu älteren Modellen reguliert. Sie erkennen also, wann ein höherer Bedarf an Heizleistung vorliegt und wann ein geringerer – und passen die Leistung automatisch an. Herkömmliche Glühlampen sind wahre Energiefresser, liegt deren Wirkungsgrad doch bei gerade einmal fünf Prozent. Die restlichen 95 Prozent werden in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben. Glühlampen sind mittlerweile von Gesetz her im Handel nicht mehr zugelassen. LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom als ihre Vorgänger und leben fast unendlich lange. Die Lebensdauer einer LED-Lampe liegt gemäss Dr. Energy bei bis zu 50'000 Stunden. Zum Vergleich: Bei einer Halogenlampe sind es rund 2000 Stunden. Die Produktvielfalt bei LED-Lampen ist enorm und Aktionsangebote überbieten sich. Beim Kauf sollte man genau hinschauen, denn die Produktunterschiede sind äusserst gross. Die zwei wichtigsten Angaben sind die Lumen (Lichtstrom) und die Lichtfarbe. In Schweizer Küchen stehen rund 4,4 Millionen Kühlgeräte, die Tag und Nacht in Betrieb sind. Zusammen verbrauchen diese Kühlschränke und Gefriergeräte jährlich ungefähr 1100 Millionen Kilowattstunden Strom. Während der durchschnittlich 15-jährigen Nutzungszeit summieren sich die Stromkosten von Kühlschränken auf 740 Franken (Gerät der Effizienzklasse A+) pro Haushalt. Kühlgeräte müssen über eine Energieetikette verfügen. Diese gibt Auskunft über Energieverbrauch, Energieeffizienz, Kühlinhalt und Schallpegel. Eine aktuelle Kühl-Gefrier-Kombination der Effizienzklasse A+++ benötigt 140 Kilowattstunden Strom pro Jahr, ein schlechtes Gerät der Klasse C aus den 1990er-Jahren 600 Kilowattstunden. Ein A+++-Gerät verbraucht 60 Prozent weniger Strom als ein A-Gerät. Es lohnt sich daher, beim Kauf auf die Effizienzklasse zu achten. Ein Kühlgerät sollte nicht direkt neben Kochherd, Geschirrspüler und Heizkörper installiert oder direkter Sonnenbestrahlung aussetzt werden: Je höher die Umgebungstemperatur, desto höher der Stromverbrauch. Steht das Gerät im Keller, sinkt der Energieverbrauch gegenüber Kühlschränken und Gefriertruhen in der Küche signifikant. Rund zwei Millionen Waschmaschinen stehen in Schweizer Haushalten. Auch wenn Energieeffizienz von Waschmaschinen in den letzten Jahren zugenommen hat und mittels Energielabel transparent gemacht wird, gehören Waschmaschinen neben Boiler und Heizung zu den grössten Stromverbrauchern im Haushalt. Die Waschtemperatur spielt eine entscheidende Rolle beim Energieverbrauch: Mit modernen Waschmitteln genügt für leicht bis mittelmässig verschmutzte Kleidung in vielen Fällen eine Waschtemperatur von 30 Grad. Damit lässt sich bis 70 Prozent Strom sparen gegenüber einer 90-Grad-Wäsche und bis 20 Prozent gegenüber einer 40-Grad-Wäsche. In Bezug auf die Hygiene spielt die Waschtemperatur eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist gutes Trocknen. Nach dem Waschgang sollten die sauberen Kleidungsstücke zum Trocknen schnell aus der Maschine entnommen werden. An sonnigen Tagen kann Wäsche im Freien trocknen, was im Gegensatz zu Trockenraum und Tumbler Energie spart. Rund drei Millionen Haushalte in der Schweiz verbrauchen zum Kochen und Backen 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dabei hat vor allem die Wahl der Kochmethode grosse Auswirkungen auf den Energieverbrauch. Backöfen mit Steamer-Funktion sind wahre Energiefresser: Gart man beispielsweise 500 Gramm Kartoffeln in einer Isolierpfanne, so benötigt man dafür nur 0,1 Kilowattstunden Strom. Dasselbe Menü im Steamer oder in einer offenen Pfanne zubereitet, benötigt viermal so viel Strom. Im Backofen mit Steamer-Funktion sind es sogar siebenmal so viel. Da beim Kochen fast immer Wasser erwärmt wird, kann der Energieverbrauch der verschiedenen Kochmethoden gut illustriert werden, indem man die zum Erhitzen von einem Liter Wasser bis zum Siedepunkt benötigte Energie misst und vergleicht. Wassersieden im Wasserkocher ist die umweltfreundlichste, günstigste und schnellste Methode. Obwohl Computer, Laptops, Bildschirme, Tablets, Router und dergleichen immer energieeffizienter werden, benötigen IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte nach wie vor eine nicht unbedeutende Menge elektrischen Stroms: Gemäss einer Publikation des Bundesamtes für Energie lag der gemittelte spezifische Verbrauch je Gerät im Jahr 2015 bei 56,3 Kilowattstunden. Dr. Energy rät zu einem überlegten Umgang mit Computer, Bildschirm und Drucker. Müssen diese rund um die Uhr im Dienst sein? Können nicht auch Router und W-LAN nachts ausgeschaltet werden? Jeder Computer und jeder Laptop lassen sich so programmieren, dass sie nach kurzer Zeit in den Stromsparmodus übergehen.

Zum Thema
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Die Bereiche Verkehr, Wirtschaft – bestehend aus Industrie und Dienstleistungen – sowie Haushalte verbrauchen gemäss EnergieSchweiz je rund ein Drittel der Endenergie in der Schweiz. Der inländische Energieverbrauch betrug gemäss einer Analyse des Bundesamtes für Energie im Jahr 2015 gut 823 Petajoule. Ein Petajoule entspricht einer Billiarde Joule.

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In den Haushalten wird ein Grossteil (über 80 Prozent) der Energie für Heizen und Warmwasser genutzt. Hierfür werden mehrheitlich immer noch fossile Energieträger eingesetzt. Die restlichen 20 Prozent der Energie im Haushalt brauchen die Schweizer in Form von Elektrizität für Beleuchtung und Haushaltsgeräte.

In der obigen Bildstrecke wird aufgezeigt, wo im Durchschnittshaushalt Energiefresser lauern und wie der Verbrauch mithilfe von einfachen Tipps gesenkt werden kann.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas am 30.08.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Sorry, Unterwäsche nur mit 30°C waschen? Ich weiss ja nicht...

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  • Marie-Jeanne Herger-Nicolin am 30.08.2017 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen,sparen

    Wieso muss die EU immer sich bei der Schweiz einmischen 1. unser Haushaltstrom zahlt jeder selber!!! 2.Dann sollen Sie bei der ELEKTRO AUTO sparen! und nicht bei Hausaltsgeräten

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  • Pierre am 30.08.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Was soll das? Ich bezahle meine Stromrechnung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sven am 31.08.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektrauto

    Elektroauto gegen Dieselauto tauschen. Elektrorasenmäher gegen Benziner. Nicht mehr mit dem Elektrofahrrad einkaufen gehen... Sondern mit dem Auto.. So spare ich auch Strom. Bin gespannt wie wir in 20 Jahren alle unsere Elektrofahrzeuge aufladen sollen wenn der Stromwahnsinn so weiter geht?!

  • jeani am 31.08.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    30Grad + Vorwaschen!

    Wo lebt ihr! Die meiste Untetwäsche ob Frau/Mann veträgt gar keine 60Grad (geht total ein)! 30Grad mit Vorwaschen drücken und alles wird hyg. sauber!

    • wersglaubtwirdselig am 31.08.2017 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      hygienisch sauber

      @jeani warum waschen sie nicht gleich am bach und mit richiger kernseife, so versifft auch die waschmaschine nicht.wenn schon energie sparen dann effizient. so muss wegen eingelaufener unterwäsche nicht das elektroauto hervorgeholt werden um neue zu kaufen. so jetzt ver-drück ich mich, sonst "hat sie sich gewaschen".

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  • Simone am 31.08.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Mehrheitlich Wäsche ich nur bei NT,beim Wasser könnte ich schon sparen,ich Dusche nicht gerne,liebe ein Bad,und das Geschirr Spüle ich ,bevor ich es in den Geschirrspüler die.

  • ae am 31.08.2017 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lug und Trugae

    Weniger Energie verbrauchen, weniger Einnahmen. Infolge kommt eine Preiserhöhung, damit die Einahmen wieder stimmen, die Steuern sowieso, der Bund will ja auch immer mehr, jemand muss ja die hohen Gehälter bezahlen.

    • Prof. Dr. Abdul Nachtigaller am 31.08.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      @ ae

      Sie sagen also, dass es schlimm ist, wenn wir weniger Öl importieren müssen? Energie ist nicht gleich Strom und fast 80% werden in Öfen und Autos verbrannt. Ausserdem werden unsere super AKVs mit einer halben Milliarde Franke jährlich vom Staat unterstützt und der Strom ist nur so günstig weil wir ihn vorher schon bezahlen.

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  • Archey am 31.08.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopf ein - Energie aus

    Energie ist dazu da, gebraucht zu werden, WENN man Sie braucht. Wird sie nicht gebraucht, dann konsequent Verbraucher aus. Auto nicht zum Vergnügen fahren, sondern WENN nötig. WENN wir alle das konsequent tun, ist schon viel geholfen.