Energy Challenge

11. Oktober 2017 07:39; Akt: 17.10.2017 10:15 Print

Mit diesen Tricks sparen Sie Heizkosten

Dr. Energy erklärt einem Leser, wieso langsames Heizen Verschwendung ist und wie man bei der Raumwärme Energiekosten sparen kann.

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In einem Durchschnittshaushalt sind etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs auf das Heizen zurückzuführen. Der Rest teilt sich gemäss Dr. Energy je zur Hälfte auf die Wassererwärmung und auf elektrische Geräte auf. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Stimmt es, dass ich weniger Energie brauche, wenn ich langsam heize?

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Ich muss dich enttäuschen: Langsam zu heizen ist nicht sparsam. Ein wenig zu heizen, ist gar reine Verschwendung: Obwohl man keinen Komfortgewinn erzielt und frieren muss, wird Energie verbraucht. Auch beim Heizen gilt der Grundsatz, dass die Energie zeitlich und räumlich gezielt eingesetzt werden muss.

Betrachtet man einen Durchschnittshaushalt, sind etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs auf das Heizen zurückzuführen. Der Rest teilt sich je zur Hälfte auf die Wassererwärmung (Duschen, Baden, Händewaschen) und auf elektrische Geräte auf. So gesehen kann beim Heizen am meisten gespart werden. Wenn man es richtig macht, kann man den Energieverbrauch reduzieren – ohne frierend in der Wohnung darben zu müssen.

Kippfenster verursachen einen Zusatzverbrauch von rund 200 Litern Heizöl

Bei der Raumwärme wird am meisten gespart, wenn die Heizung richtig eingestellt ist. In vielen Fällen wird darunter verstanden, dass im Haus niemand reklamiert. Dieser Zustand wird erreicht, wenn die Temperatur möglichst hoch eingestellt wird und die Heizung über das ganze Jahr (auch im Sommer) eingeschaltet bleibt. Wer dann zu warm hat, kann sich einfach die richtige Raumtemperatur über Kippfenster individuell einstellen. Auf diese Weise den Frieden im Haus zu erhalten, ist mit einem äusserst hohen Energieverbrauch verbunden. Ein geöffnetes Kippfenster verursacht nämlich einen zusätzlichen Verbrauch von einem ganzen Fass (200 Liter) Heizöl. Leider muss ich feststellen, dass in einer grossen Zahl von Wohnbauten und auch Bürobauten leider die Kippfensterregelung der korrekten Einstellung der Heizungssteuerung bevorzugt.

Die richtige Temperatur für Wohnräume beträgt 20 Grad Celsius – aber nicht weniger. Natürlich gibt es Personen, die wärmere Räume schätzen würden. Die Temperatureinstellungen liegen darum bei speziellen Einrichtungen wie Altersheimen, Spitälern oder Hallenbädern höher. Die richtigen Standardtemperaturen sind durch Fachorganisationen, Mieterverbände und Eigentümerverbände gemeinsam festgelegt worden. Wenn in der Steuerung der Heizungsanlage der Raumtemperatursollwert auf den korrekten Wert eingestellt wird, schliessen sich die Kippfenster von selber. Es ist mir auch klar, bei 20 Grad Celsius wird man in einem schulterfreien Shirt vermutlich frieren. Es ist darum nicht verboten, einen Pullover anzuziehen.

Morgens läuft die Heizung volles Rohr

Neben der Einstellung der richtigen Temperatur müssen an der Heizungssteuerung zudem die richtigen Ein- und Ausschaltzeiten der Heizung eingestellt werden. Eine Reduktion der Heizleistung während der Nacht lohnt sich immer. Die trifft übrigens auch für die trägen Fussbodenheizungen zu, wobei die Einsparung einfach nicht gleich hoch ist. In der Regel kann die Heizung ein bis zwei Stunden vor Nutzungsende ausgeschaltet werden, umgekehrt sollte die Heizung dafür auch ein bis zwei Stunden vor Nutzungsbeginn starten, so dass sich die Räume wieder aufheizen können. Morgens läuft die Heizung während des Aufwärmens zwar volles Rohr, aber in der Energiebilanz ist die Einsparung nicht unbeträchtlich!

Nicht zuletzt gilt es, die Heizkörperthermostaten in den Räumen richtig einzustellen. Dummerweise sind diese in der Regel nicht mit den Temperaturwerten angeschrieben. So muss man wissen, dass die Stellung 3 etwa einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius entspricht. Im Badezimmer ist eine höhere Temperatur und Einstellung 5 bis 6 empfehlenswert. In nicht benutzten Räumen sollte der Thermostat auf das Sternchen «*» gestellt werden. Das Gleiche gilt auch, wenn du bei gern bei offenem Fenster schläfst. Wenn das Fenster nämlich geöffnet ist, stellt der Heizkörperthermostat fest, dass es im Raum zu kalt ist und versucht mit einer maximalen Heizleistung die gewünschte Raumtemperatur herzustellen. Gegen ein geöffnetes Fenster kommt der Heizkörper natürlich kaum an.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter M am 11.10.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Lust mehr zu sparen

    Hört endlich auf. Wir sollen am liebsten bei 18 Grad im dicken Pulli in der Stube hocken, während über 300 Mio Amerikaner mit Einfachverglasung leben und noch mit ineffizienten Heizsystemen heizen? Das gleiche bei den Autos, Tubmlers, Kochen, etc. Ich habe keinen Bock mehr zu sparen, weil es global gesehen genau null Einfluss auf das Klima hat. Würde die Schweiz Null Energie verbrauchen würde man 1% CO2 einsparen. Würde der Ami sich mal auf den Stand der Schweiz bringen, würde man locker 20% CO2 sparen.

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  • Robert am 11.10.2017 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht

    Das mit den Thermostaten stimmt im Text nun einfach nicht. Eine Gradzahl am Regler ist sinnlos, denn auch die Vorlauftemperatur entscheidet über die Raumtemperatur. Also ergibt eine korrekte einstellung nur der Raumthermometer. Und nur so nebenbei - 20 Grad ist ungemütlich!

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  • Vermieter am 11.10.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverstand

    Das leidige Thema: Heizung! Da gibt es Mieter die haben es gerne kuschelig warm, und andere haben den ganzen Tag die Kippfenster geöffnet weil es ihnen zu warm ist. Vergessen aber, dass der Nachbar oben durch das Abkühlen der Fassade einen kalten Boden geniessen darf. Zudem entstehen Schimmelschäden was ja abgesehen von den Kosten, auch nicht gerade Gesundheitsfördernd ist. Bei uns ist es 21 Grad. Friert ein Mieter muss man halt im Winter auf kurze Hose und Shirt verzichten und etwas Wärmeres anziehen. Leider ist es nicht jedem recht getan, auch fehlt manchmal der nötige Menschenverstand

Die neusten Leser-Kommentare

  • max62 am 12.10.2017 02:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ratlos?

    Kann mir jemand erklären wie langsam heizen geht. Also ich meine nicht wenig, wie es dann plötzlich wieder heisst. Ihr könnt natürlich auch zugeben das Ihr nicht durchblickt bei Eurem Energiesparkauderwelsch.

  • Moni am 11.10.2017 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wäsche wird bei voller Heizleistung und geöffnetem

    Bei uns im Mehrfamilienhaus leben vorwiegend ältere Leute. Im Waschraum wurde ein neuer Secomat installiert. Die älteren Herrschaften benutzen ihn nicht weil sie denken, er benötigt viel elektrische Energie und drehen dafür die Heizung voll hoch und öffnen die Fenster um ihre Wäsche zu trocknen. Schade. Aber meine Erklärungsversuche zur Benützung des Secomats nützen nichts. Wie könnte man dies Angehen?

  • Janes Stunt am 11.10.2017 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    27 to 29 Grad

    Ich habe gerbe wohlfühl Temperatur. Darum heize ich Vollgas nach Lust und Laune. Energieverbrauch, Geld andere Personen sind mir Schnuppe. Ich, meine Frau und Freundin wollen uns wohlfühlen.

  • Ernesto am 11.10.2017 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwedenofen

    In meinem gut gedämmten Haus sind nur 2 Radiatoren in den Nasszellen dauerhaft im Betrieb. Mit dem Schwedenofen wird jetzt Abends, je nach Sonnenschein täglich oder weniger eingeheizt, dann sind es Mollige 25grad. Ist es minus dann auch Morgens. Die Schlafzimmer sind unbeheizt, da schläft sich's in der kühle wie ein Murmeli.

  • Vermieter am 11.10.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverstand

    Das leidige Thema: Heizung! Da gibt es Mieter die haben es gerne kuschelig warm, und andere haben den ganzen Tag die Kippfenster geöffnet weil es ihnen zu warm ist. Vergessen aber, dass der Nachbar oben durch das Abkühlen der Fassade einen kalten Boden geniessen darf. Zudem entstehen Schimmelschäden was ja abgesehen von den Kosten, auch nicht gerade Gesundheitsfördernd ist. Bei uns ist es 21 Grad. Friert ein Mieter muss man halt im Winter auf kurze Hose und Shirt verzichten und etwas Wärmeres anziehen. Leider ist es nicht jedem recht getan, auch fehlt manchmal der nötige Menschenverstand