Energy Challenge

16. Mai 2017 21:08; Akt: 20.06.2017 00:10 Print

So verändert der Klimawandel die Schweiz

Gletscherschwund, Allergien und Wasserknappheit: Der globale Temperaturanstieg macht sich hierzulande deutlich bemerkbar.

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Am anschaulichsten zeigt sich der Klimawandel in den Bergregionen an den Gletschern. Seit Mitte der 1980er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Aufgrund der topografischen und klimatischen Gegebenheiten sind die meisten und grössten Gletscher der Schweiz in den Berner und Walliser Alpen zu finden. Im Bild der Ferpècle-Gletscher im Wallis. Der 23 Kilometer lange Aletsch-Gletscher ist ein bekanntes Schweizer Wahrzeichen. Doch seine Grösse schwindet: Seit 1870 ist der flächenmässig grösste und breiteste Gletscher der Alpen bereits um drei Kilometer zurückgegangen. Permafrost kann langfristig bis in tiefere Schichten auftauen. Dies kann zu Felsstürzen führen. Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen. Im Gegenzug dürfte die Wandersaison künftig länger dauern und von Frühling bis Herbst mehr Gäste, wie die im Bild gezeigte Wanderin am Lac Bleu im Wallis, in die Berge locken. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden. Trockenheit und Borkenkäfer setzen den Kiefergewächsen zu. Im Bild ist der Bödmerenwald im Muotatal im Kanton Schwyz zu sehen. Auch die Landwirtschaft wird vermehrt unter Trockenperioden leiden und Bauern werden öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Husten, Schniefen und tränende Augen werden immer schlimmer: Allergiker spüren Ärzten zufolge bereits heute Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt. Hitzesommer – wie beispielsweise derjenige im Jahr 2003 – können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Der Klimawandel dürfte zudem das Fliegen unruhiger machen. Schwere Turbulenzen sollen bis 2050 deutlich häufiger vorkommen als heute. Grund dafür ist auch hier der erhöhte Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Luft. Flugreisen und dabei resultierende CO2-Emissionen beschleunigen allerdings gleichzeitig den Klimawandel.

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Seit 1850 ist die Jahresdurchschnittstemperatur hierzulande um 1,8 Grad gestiegen, während der weltweite Durchschnitt bei 0,85 Grad liegt. Gemäss dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz» des Forums für Klima und globalen Wandel der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz ist unser Land besonders stark vom Klimawandel betroffen. In erster Linie sind die Veränderungen im Alpenraum sichtbar. Doch auch Allergiker, Holzwirte und Vielflieger haben unter dem globalen Temperaturanstieg zu leiden.

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In der obigen Bildstrecke werden einige Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz gezeigt.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo am 16.05.2017 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachrechnen

    Will gerne die Messgeräte von 1850 sehen...

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  • Schweizer. am 16.05.2017 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles richtig

    In gewissen Skiorten kann man heute noch mit den Skis bis ins Dorf fahren.

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  • äsä am 16.05.2017 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Es ist jetzt der erste Tag warm gewesen und schon geht es wieder los, mit dem Klimawandel. UNGLAUBLICH!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sebi am 17.05.2017 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade schade

    schade das man nicht 1000 jahre leben kann dann würde ich vielleicht mitbekommen wie der mensch anfängt alles mögliche zu tuen um die temp. zu erhöhen weil die natürliche nächste eiszeit fällig ist und die durch.temp. singt

    • Liberty am 17.05.2017 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sebi

      Das ist ein schöner Einfall, ihre singende Temperatur :)

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  • Alex B. am 17.05.2017 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld an allem

    Wenn wir die Energiestrategie 2050 annehmen, wird vermutlich bald der Klimawandel auch Schuld sein am starken Anstieg der Energiepreise. Erinnert mich stark ans Waldsterben, das trotz linker Beschwörungen sich irgendwie nie einstellen wollte...

  • LaaKing am 17.05.2017 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne

    Wenn sich der Klimawandel inzwischen schon überall auf der Welt bemerkbar gemacht hat, warum tut man dann nicht viel dagegen. Am schlimmsten sind die, welche für ihren Arbeitsweg alleine in ihre riesen Karrosse hocken und dabei viel zu viel Dreck hinten raus lassen

  • Maria J. am 17.05.2017 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bronchialerkrankungen

    Vielleicht einmal auf die Billigfliegerei verzichten. Immer mehr Menschen leiden an Bronchialerkrankungen. Unsere Luft wird immer wie mieser. Aber eben, die Geiz-ist-Geil-Mentalität. Solange ein Flug günstiger ist als ein Zugbillet von Bern nach Zürich kann etwas nicht stimmen. Es muss sich jeder schlussendlich selber an der Nase nehmen, und bei sich selber hinschauen und sich überlegen, was er für die Natur tut.

    • winterfan am 17.05.2017 21:35 Report Diesen Beitrag melden

      rücksichtslosigkeit

      Das nimmt immer mehr zu. Leider herrscht heute zunehmend eine gleichgültige "nach mir die Sintflut/ich lebe nur einmal" Mentalität".

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  • w8 am 17.05.2017 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt wissen wir mehr ?

    Eine neue Studie gibt Aufschluss, wie das Klima die Geschichte von Völkern verändert hat: Erstmals zeigen Daten die Temperaturentwicklung der vergangenen 2000 Jahre auf allen Kontinenten außer Afrika. 78 Forscher aus 24 Ländern veröffentlichen die Ergebnisse ihres siebenjährigen Forschungsprojekts Pages 2k im Fachmagazin "Nature Geoscience". Mit unerreichter Genauigkeit lasse sich nun die Klimaentwicklung über einen solch langen Zeitraum für alle Weltregionen unterscheiden, resümiert Mitautor Ulf Büntgen von der Forschungsanstalt WSL in der Schweiz. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Abgesehen von wenigen Erholungsphasen wurde das Klima weltweit immer kühler. Schuld waren vor allem schwächelnde Sonnenstrahlung und starke Vulkanausbrüche.Erst seit dem 19. Jahrhundert haben sich alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis deutlich erwärmt, die Nordhemisphäre doppelt so stark wie der Süden.Der Zeitraum 1971 bis 2000, mit dem die Studie endet, war in den meisten Regionen der wärmste. In Europa aber war es zur Römerzeit im ersten Jahrhundert noch milder.