Energy Challenge

05. Oktober 2017 14:31; Akt: 05.10.2017 17:37 Print

Damit Heizen Sie nicht in den Ruin treibt

Am meisten Energie verbrauchen Haushalte für die Raumwärme. Hier gibt es Tipps, wie Heizenergie gespart und Kosten reduziert werden können.

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Gerade in der Winterjacke sollte man nicht im Wohnzimmer sitzen müssen, aber die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius zu senken, spart rund sechs Prozent an Heizenergie und -kosten. (Bild: Getty Images)

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Nach der inländischen Mobilität macht Heizen mit 234.1 Petajoule gemäss einer im Oktober 2016 veröffentlichten Analyse des Bundesamtes für Energie den zweitgrössten Anteil am Energieverbrauch in der Schweiz aus. Gut 28 Prozent des Gesamtverbrauchs sind auf die Raumwärme zurückzuführen. Somit wird in der Schweiz über dreimal mehr Energie für Heizen als für den internationalen Flugverkehr (66.8 Petajoule) verbraucht.

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Womit beheizen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus?

Nachfolgend gibt es einige Tipps, wie Wohnungen und Häuser energieeffizient beheizt werden können.

Heizungen: Heizpumpen befördern warmes Wasser durch die Heizkörper der Zentralheizung. Über einen Wasserkreislauf innerhalb der Heizungsanlage zirkuliert das Wasser in allen Heizkörpern. Pro Saison wälzen alte Pumpen rund 6000 Stunden lang warmes Wasser um – ohne zu berücksichtigen, ob die volle Leistung überhaupt vonnöten ist. Neue Heizungspumpen arbeiten im Gegensatz zu älteren Modellen reguliert. Sie erkennen also, wann ein höherer Bedarf an Heizleistung vorliegt und wann ein geringerer und passen die Leistung automatisch an.

Wartung: Lassen Sie die Heizung jedes Jahr warten. Ausserdem sollten die Heizkörper regelmässig kontrolliert werden. Ein gut funktionierender Heizkörper ist gleichmässig warm. Sind Unregelmässigkeiten erkennbar, ist Entlüften angesagt.
Heiztemperatur: Wer die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius senkt, spart rund sechs Prozent an Heizenergie und -kosten.

Zeitpunkt: Mittels einer Zeitschaltuhr kann die Betriebszeit der Heizung an den Lebensrhythmus angepasst werden.

Lüften: Lüften Sie sämtliche Zimmer kurz und kräftig. Wird zu lange gelüftet, kühlt der Raum stark aus und das Wiederaufheizen erhöht den Energieverbrauch. Wenn abends richtig durchgelüftet wird, ist nachts kein offenes Fenster nötig für die Versorgung mit frischer Luft. Der menschliche Körper benötigt – je nach körperlicher Betätigung – zehn bis 50 Liter Sauerstoff pro Stunde. Im Schlaf ist der Bedarf normalerweise tiefer als tagsüber und ein 20 Quadratmeter grosses Zimmer enthält rund 10'000 Liter des lebenswichtigen Elementes. Es steht also mehr als genug Sauerstoff zur Verfügung, auch wenn die Fenster in der Nacht geschlossen sind.

Einrichtung: Möbel vor Heizkörpern verschlechtern die Wärmeabgabe um bis zu fünf Prozent und wertvolle Heizenergie geht verloren. Sofas, Schreibtische oder Regale sollten also nicht direkt vor den Radiatoren platziert werden.

Ferienabwesenheiten: Wenn man in die Ferien fährt, sollte gemäss Dr. Energy Jules Pikali auch die Heizung ausgeschaltet beziehungsweise reduziert werden. Sobald die Aussentemperaturen sinken, sorgt nämlich die Heizungssteuerung dafür, dass warmes Wasser durch die Heizkörper oder die Fussbodenheizung zirkuliert. Die Wohnung wird beheizt – ohne dass jemand einen Nutzen daraus hat. Wer in einer Mietwohnung wohnt, sollte darum in den Ferien die Heizkörper in die Stellung mit dem Sternchen «*» (= Frostschutz) bringen. So wird nur dann Wärme abgegeben, wenn es wirklich kalt wird. Das Gleiche gilt auch für nicht benutzte Räume, für die während der ganzen Heizperiode die Temperatur reduziert werden kann.

Warmwasser: Der für die Warmwasseraufbereitung genutzte Boiler ist laut Dr. Energy der grösste Stromverbraucher im Haushalt. Wird der Boiler während Ferienabwesenheiten ganz ausgeschaltet, kann so Strom gespart werden. Am einfachsten erfolgt dies am Sicherungskasten. Auch der Thermostat am Boiler sollte regelmässig überprüft werden. Richtig ist eine Einstellung von 60 Grad Celsius. Mit einer niedrigeren Temperatur besteht die Gefahr, dass sich Legionellen bilden können. Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius steigen die Wärmeverluste und damit auch der Stromverbrauch.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Geissmann am 09.10.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Boiler ausschalten ist riskant

    Löwe, du hast falsch gebrüllt. Wer die Mechanismen und Risiken kennt, kann niemals zum Ausschalten des Boilers raten. Legionellen Infektionen sind zwar selten. Wer aber mit dem Prozedere, das das Bundesamt für Gesundheit vorsieht, wenn eine Infektion mit Legionellen aufgetreten ist, vertraut ist, hütet sich vor solchen Empfehlungen. Dem Löwen empfehle ich, sich in den Veröffentlichungen des erwähnten Bundesamtes zu orientieren. Geiz kann bei den Legionellen tödlich sein. Als Anlagen Planer mit Erfahrung beim Eruieren von Infektionsquellen gilt für mich der Null Risiko Grundsatz.

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  • Genauleser am 05.10.2017 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hinweis - bitte beachten Sie!!

    Bitte rechnen sie das nächste Mal richtig -20qm = 2E4 dm^3, O2 Konzentration = 21% => 4200 l. Zudem ist der Sauerstoffgehalt der Luft sowieso nicht relevant, da das Problem in 100% isolierten Räumen (zu welchen das Schlafzimmer nicht gehört) die steigende Konzentration des CO2 ist (steigt durch Ausatmen an). Das nächste Mal, bitte den Artikel ein weniger genauer kontrollieren, bevor sie ihn aufs Netz laden.

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  • erich am 09.10.2017 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut rechnen

    für 2 wochen urlaub boliler abschalten? wie viel spare ich da? und wenn ich nach hause komme, boiler einschalten und 300liter kaltes wasser mit tagesstrom aufheizen, das ich am abend duschen kann? was kostet mich das zusätzlich?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Severin M. am 21.10.2017 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts mit Physik zu tun...

    Der ganze Energie, CO2 und Ökoquatsch ist eine rein Politische Kampagne. Und reiner Schwachsinn. Energie ist eine Physikalische Grösse. Nur etwas das sich nicht bewegt und nicht verändert ändert seinen Energetischen Zustand nicht. Alles was sie tun "verbraucht" Energie. Auch ihr Körper. Der Verbrennt Kohlenwasserstoffe, genauso wie die Heizung im Keller. Und jedes mal wenn die Politischen Feststellen, dass irgendwofür "Energie" benötigt wird, gibt es wieder mal ein riiiiiiesen Drama und etwas muss verstaatlicht oder verboten werden... Langsam nervt es.... Es hat nichts mit Physik zu tun!

  • Joliduu am 11.10.2017 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon klar

    Zuerst Wind für die Energiestrategie machen und dann schon genug früh schlaue Tipps geben.

  • steve68 am 10.10.2017 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wartung

    kleine Frage: was wird bei einer Wartung des Heizkörpers gemacht ?

    • Peter M am 11.10.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

      Einiges

      Z.B. Raumthermostaten geprüft oder auch der Heizkörper selbst entlüftet. Aber eigentlich war die Wartung der Heizung selbst gedacht.

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  • Max Meier am 10.10.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Tipps ?

    Fragewürdige Tipps ohne die Dauer der Abwesenheit zu berücksichtigen. Normalerweise dauern Ferien 1 oder 2 Wochen. Heizung abstellen? Ist bei uns unfreiwillig geschehen während den Sportferien. Nach Hause gekommen herrschten noch 5 Grad C. Wir haben 4 Tage lang die Heizung auf Volllast laufen lassen müssen um wieder anständige Temperaturen zu erreichen (mit Unterstützung durch Warmluftchminé). Den Boiler wegen 1-2 Wochen kalt zu stellen dürfte ebenfalls ein Schuss in den Ofen sein.

    • Peter M am 11.10.2017 07:40 Report Diesen Beitrag melden

      Ferienprogramm

      Wir verwenden Ferienabwesenheit immer das Ferienprogramm. So wird die Nachtabsenkung für den ganzen Tag geschaltet. Das Haus hat dann nur noch so 17 Grad. Das schöne daran: 1 Tag vor Rückkehr stellt sich die Heizung wieder auf Normalbetrieb und wir haben am Ankunftstag die gewohnten 21 Grad. Die Heizung ganz abzuschalten kann fatale Folgen haben: so kondensiert die Luftfeuchtigkeit am Mauerwerk und kann zu Schimmel führen.

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  • Edmund am 10.10.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Heizen

    Sorry, aber mich treibt nur die Krankenkassenprämie in den Ruin.