Energy Challenge

14. September 2017 16:22; Akt: 14.09.2017 16:22 Print

Gibt es nachhaltig produzierte Smartphones?

Sie sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken, schaden aber der Umwelt: Smartphones. Tipps, wie die Ökobilanz von Handys verbessert werden kann.

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Smartphones sollten möglichst lange verwendet werden, um die Nachfrage nach knappen Ressourcen wie Seltenerdmetallen zu dämpfen. Das Fairphone 2 bietet gute Voraussetzungen dafür: Es lässt sich durch den Nutzer selbst reparieren und bei technischen Fortschritten können Einzelteile einfach ausgetauscht werden. (Bild: Fairphone)

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2016 besassen laut der Unterhaltungselektronik-Plattform «CE Today» 78 Prozent der Schweizer Bevölkerung ein Smartphone. Die zur Herstellung der smarten Telefone notwendigen Rohstoffe wie Seltenerdmetalle und kritische Metalle, Waldrodungen zugunsten von Minen sowie die Ausbeutung der Arbeiter in Schwellen- und Entwicklungsländern oder gar Kinderarbeit lassen erahnen, dass die meisten Smartphones wohl keine Nachhaltigkeits-Awards gewinnen würden.

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«Das nachhaltigste Smartphone ist jenes, das nicht produziert werden muss», sagt auch Marius Schlegel, Nachhaltigkeits-Experte bei Swisscom. Die Umweltbilanz der Geräte muss gemäss Schlegel über die ganze Lebensdauer betrachtet werden. Mehr als 75 Prozent der CO2-Emissionen, die ein Smartphone verursacht, entstehen während der Herstellung. Das tägliche Aufladen trägt vergleichsweise wenig zur Umweltbilanz bei.

Zudem werden für die Handy-Produktion knappe Ressourcen wie die Seltenerdmetalle Neodym und Cer gebraucht. Diese sogenannten «seltenen Erden» drohen teilweise schon in wenigen Jahren auszugehen. Ohne diese Metalle keine Mobiltelefone.

Wichtig beim Kauf: Können Einzelteile ausgetauscht werden?

Darum ist zentral, dass ein Smartphone möglichst lange verwendet werden kann, um die Nachfrage nach diesen knappen Ressourcen zu dämpfen. «Ein Gerät, das gute Voraussetzungen dafür bietet, ist das Fairphone 2. Durch seinen modularen Aufbau lässt es sich durch den Nutzer selbst reparieren. Und bei technologischem Fortschritt können Komponenten wie beispielsweise die Kamera einfach ausgewechselt werden», erklärt Schlegel. Beim Kauf eines neuen Mobiltelefons sollte man darauf achten, ob Einzelteile ausgetauscht werden können.

Beim Fairphone haben die Kunden ausserdem am meisten Transparenz bezüglich Ressourcen und Arbeitsbedingungen in der Herstellung. Das niederländische Unternehmen hat sich beispielsweise mit zwei Initiativen zusammengeschlossen, die garantieren sollen, dass von der Förderung der für die Smartphone-Herstellung notwendigen Metalle im Herkunftsland Kongo keine Milizen profitieren. Weiter hat Fairphone die Arbeitsbedingungen seines Zulieferers in Südchina ausgewiesen und schrittweise Verbesserungen wie höhere Sicherheitsstandards oder kostenlose Verpflegungsmöglichkeiten herbeigeführt.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • André am 14.09.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Faktoren

    Das Projekt Fairphone ist super. Es zeigt den Herstellern, dass es auch nachhaltiger geht. Ob das aber für alle so aufgeht und möglich wäre steht auf einem anderen Blatt. Das Problem der Unterstützung "älterer" Technik durch die neuen Betriebsystemversionen oder die Kompatibilität neuer Komponenten zu älteren Systemen. Da wird kaum Rücksicht genommen. Jedoch einen grossen Schritt könnten alle anderen Herstellern tun indem sie wieder zurück kommen zum austauschbaren Akku. Dann wird's halt um ein paar Millimeter dicker, so what. Doch das würde manches Smartphone länger am leben lassen.

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  • Claudia am 14.09.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach 2 Jahren ist schluss...

    ....bei Sony z.B. Da gibts keine Updates mehr. Die Konsumgütetelektronik ist voll auf Kurzlebigkeit oder programmierter Verfallszeit eingeschwenkt. Leider!

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  • Mike am 14.09.2017 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Nachhaltiger wäre, wenn man anstelle alle 2 Jahre nur alle 4-5 Jahre ein neues Phone kaufen würde

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Luis am 14.09.2017 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geräte mehrmals verwenden ist nachhaltiger

    Ich finde es nicht nachhaltig ein "neues" fairphone zu kaufen. Viel lieber kaufe ich ein gebrauchtes neues was eine 2te verwendung kriegt bei revendo

    • S.s am 15.09.2017 04:52 Report Diesen Beitrag melden

      Sind sie ja zum grossteil

      Fairphone hast du ja sowieso in newlife und original version.

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  • Lisa Berger am 14.09.2017 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung mit Fairphone

    ich habe seit Jahren das Fairphone 1, es ist so langlebig wie beschrieben, den Akku habe ich für wenig Geld ausgetauscht, aber es kann nicht nachgerüstet werden, kommt deshalb technisch und punkto Speicher total ans Limit. Support ist nicht mehr vorhanden, in der Schweiz mag sich niemand um einen solchen Exoten kümmern. Schade, denn die Idee ist gut.

  • Tom am 14.09.2017 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apps für Windows

    Windows phones sind die kleinen von Microsoft. Aber eine Bank wie die ZKB bietet kein security App auf Windows an. Stattdessen muss der Kunde für 49 CHF ein Gerät kaufen, damit er noch Zugang zun Online Banking hat. Ähnliches ist zu Viseca und Westernunion zu sagen. Unsere Dienstleister sagen immer mehr was wir zu kaufen haben. Nischenprudukte werden nicht abgedeckt.

  • Mike am 14.09.2017 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Nachhaltiger wäre, wenn man anstelle alle 2 Jahre nur alle 4-5 Jahre ein neues Phone kaufen würde

  • Claudia am 14.09.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach 2 Jahren ist schluss...

    ....bei Sony z.B. Da gibts keine Updates mehr. Die Konsumgütetelektronik ist voll auf Kurzlebigkeit oder programmierter Verfallszeit eingeschwenkt. Leider!

    • Mike am 14.09.2017 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      Mike

      Aha und ohne Update kannst Du nicht mehr kommuniziert und surfen mit dem Phone??? WhatsUp, Facebook und co. sind nicht angewiesen auf OS Updates. Die werden eh alle vom Store runtergeladen und sind somit up to date.

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