Wahl-Verspätung in Bern

26. November 2012 01:08; Akt: 28.11.2012 15:45 Print

«Ist Florida noch nicht ausgezählt?»

Weil das Computersystem bei der Stimmen-Auszählung nicht funktionierte, verzögerten sich die Resultate für das Berner Stadtparlament bis nach Mitternacht. Journalisten machten sich auf Twitter einen Spass daraus.

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SVP-Grossrat Thomas Fuchs konsultiert sein Tablet-Computer: Lnage war nicht klar, wer nun in den Berner Stadtrat gewählt wurde. (Bild: Keystone)

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Eine technische Panne hat am Sonntagabend bei der Bekanntgabe der Resultate für das Berner Stadtparlament für lange Verzögerungen gesorgt. Angekündigt waren die Ergebnisse ursprünglich für 22 Uhr. Um Mitternacht wurde bekannt, dass die Ergebnisse erst um 00.45 Uhr verkündet werden konnten. Das Publikum im Berner Rathaus quittierte dies mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Als die Stimmzettel endlich ausgezählt waren, war klar, dass die rot-grünen Parteien ihre Mehrheit im Berner Stadtrat knapp verteidigen konnten. Die SP ist im linken Lager mit drei Sitzgewinnen die grosse Gewinnerin. In der Mitte legen die Grünliberalen ebenfalls drei Sitze zu. Rechts überholt die SVP die FDP. Die Sitzgewinne gehen auf Kosten der Grünen Partei Bern/ Demokratische Alternative, wo Stadträtin Regula Fischer abgewählt wurde.

Auf der rechten Seite des Parteispektrums geht die SVP gestärkt aus den Wahlen hervor. Sie ist erstmals die stärkste bürgerliche Partei. Die kleinen Rechtsaussenparteien EDU und Schweizer Demokraten verschwinden ganz aus dem Stadtparlament. Die beiden Sitze dieser Parteien wurden von der SVP aufgesogen. Prominenter Rückkehrer ins Stadtparlament ist SVP-Hardliner Erich Hess.

Hämische Kommentare auf Twitter

Doch warum die Verspätung? Laut Angaben des städtischen Informationschefs Walter Langenegger meldete das für die Auszählung der Stimmen eingesetzte Computersystem einen Fehler, der zunächst nicht behoben werden konnte.

Die Verzögerungen sorgte für viele hämische Kommentare von Twitterern. Einige von ihnen konnten der Panne immerhin etwas Positives abgewinnen: «Wenigstens ist das Gesprächsthema am Zibelemärit gegeben», freute sich ein Berner Journalist.

«Florida noch nicht ausgezählt?»

«Da werden die albanischen Wahlbeobachter in Bern aber viel technisches Know-how mitnehmen können», bemerkte ein kritischer Zeitgenosse. «Immer noch keine Resultate? Ist Florida noch nicht ausgezählt?», fragte ein anderer Twitterer. Ein verzweifelter Print-Journalist bat derweil um Tipps, wie man eine leere Zeitungsseite füllen könnte. Worauf ihm CVP-Gemeinderatskandidatin Beatrice Wertli riet, «Interviews zum Thema technische Panne bei Wahlen» zu führen.

Je später der Abend, desto nervöser wurden die Zeitungsreporter. «Im Rathaus rotieren sie ja schon länger. Aber jetzt rotieren sie auch in der Druckerei», schrieb ein «Bund»-Journalist.

Auf der Suche nach der bürgerlichen Wende

Über die Gründe der Verzögerung konnte lange nur gerätselt werden. «Gerüchte zufolge sind die Auszählenden verzweifelt auf der Suche nach der bürgerlichen Wende», zwitscherte ein Beobachter. Ein Bundeshaus-Journalist riet zur Rücksichtnahme: «Bern musste ja auch noch den horrenden Ansturm beim Tierseuchengesetz bewältigen.»

Positiv sah es Kommunikationsberater Mark Balsiger: «Was hier im Berner Rathaus abgeht, ist grandioses Teambuilding. Das neue Parlament wird hammermässig, you'll see.»

(pre/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 26.11.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Gefühl

    "Technische Probleme" bei Wahlen? Irgendwie kriege ich da so ein schlechtes Gefühl...

  • Kritiker am 26.11.2012 05:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entweder Stapi oder Nationalrat

    Alexander Tschäpätt sollte sich mal entscheiden was er sein will; Nationalrat oder Stapi. Er fehlt ständig und verdient ohnehin genug Geld als Stapi!

    einklappen einklappen
  • Chrigu am 26.11.2012 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fast zum weinen

    Der Florida/Griechenland-Kanton. Bin dort aufgewachsen. Aber zum Glück ausgewandert. Die Bezeichnung "Schnarchnasen" trifft auf die Beamtenschaft von Kanton und Bund, viele Politiker, aber auch grosser Teile der Bevölkerung zu. Sorry Berner, aber für die hohc Steuerbelastung seid ih selber Schuld. Die oft angeführten angeblichen Standort-Nachteile sind nur faule Ausreden. Es fehlt schlicht und ergreifend an Mut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 26.11.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Gefühl

    "Technische Probleme" bei Wahlen? Irgendwie kriege ich da so ein schlechtes Gefühl...

  • Chrigu am 26.11.2012 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fast zum weinen

    Der Florida/Griechenland-Kanton. Bin dort aufgewachsen. Aber zum Glück ausgewandert. Die Bezeichnung "Schnarchnasen" trifft auf die Beamtenschaft von Kanton und Bund, viele Politiker, aber auch grosser Teile der Bevölkerung zu. Sorry Berner, aber für die hohc Steuerbelastung seid ih selber Schuld. Die oft angeführten angeblichen Standort-Nachteile sind nur faule Ausreden. Es fehlt schlicht und ergreifend an Mut.

  • Kaspar Michel am 26.11.2012 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Joker

    Nein, was für eine Katastrophe! Zuerst verabschiedet sich Christian Waber als Oberkomiker und jetzt verliert auch Bern noch die EDU ..... worüber soll man sich denn jetzt noch amüsieren?

  • Kritiker am 26.11.2012 05:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entweder Stapi oder Nationalrat

    Alexander Tschäpätt sollte sich mal entscheiden was er sein will; Nationalrat oder Stapi. Er fehlt ständig und verdient ohnehin genug Geld als Stapi!

    • Vroni am 26.11.2012 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Berechtigte Kritik

      Der Herr Tschäpätt soll sein NR-Mandat niederlegen, dort bringt er sowieso nicht viel.

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  • Max Niederurner am 26.11.2012 04:33 Report Diesen Beitrag melden

    Netter Tweet

    «Ist Florida noch nicht ausgezählt?» Der ist gut, lol ;)