Von Hund gebissen

08. Oktober 2012 21:28; Akt: 08.10.2012 21:30 Print

Justiz gibt vierjährigem Opfer die Schuld

von Marco Lüssi - Der vierjährige Jonathan ist in Oberentfelden AG von einem Hund gebissen worden. Jetzt geht der Halter straflos aus - weil Jonathan das Tier gereizt haben soll. Seine Mutter ist empört.

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Maureen Effiong mit ihrem vierjährigen Sohn, Jonathan. (Bild: 20 Minuten/rom)

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Passiert ist es im Sommer auf dem Spielplatz eines Kindergartens in Oberentfelden AG: Der knapp vierjährige Jonathan war dort allein mit anderen Kindern am Spielen, als er von einem Hund, den ein 12-Jähriger dort ausführte, ins Bein gebissen und leicht verletzt wurde.

Jonathans Mutter Maureen Effiong alarmierte daraufhin die Polizei, die Jugendanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen den 12-Jährigen. Doch jetzt wurde das Strafverfahren eingestellt.

Die Begründung: Jonathan und die anderen Kinder hätten den Hund vor dem Vorfall gereizt, deshalb habe das Tier sich von der Leine losgerissen und zugebissen. Zudem sei Jonathan kaum verletzt worden.

Mutter ist empört

Maureen Effiong ist empört: «Es kann doch nicht sein, dass die Justiz einem Kleinkind die Schuld zuschiebt, wenn es gebissen wird.» Zudem stimme es nicht, dass ihr Sohn den Vierbeiner provoziert habe.

Auch die Aargauer Grossrätin Lilian Studer (EVP) hat Mühe mit der Argumentation der Jugendanwaltschaft: «So junge Kinder wissen nicht, wie man mit Hunden umgeht – man kann sie nicht verantwortlich machen, wenn etwas passiert.»

Peter Rub, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft, hat ein gewisses Verständnis für die Empörung der Mutter. «Doch es gibt Situationen, in denen Hunde so malträtiert werden, dass sie gar nicht anders können, als sich mit einem Biss zu wehren.» So etwas könne passieren, wenn Kinder nicht unter der Beobachtung von Erwachsenen stünden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 11.10.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kind's-Eltern tragen Mitverantwortung

    Meine Beobachtungen auf der Strasse zeigen, dass Kinder von den Eltern wenig oder gar nicht zur Vernunft aufrufen - denn Tiere sind schlussentlich kein Spielzeug, da braucht es schon die Vernunft auch der Eltern um auf Gefahren hinzuweisen wenn man sich nicht richtig verhaltet. Man kann nicht alles auf die Tierhalter abschieben.

  • Michael Palomino Ale am 11.10.2012 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Massnahmen

    Massnahmen wären die Folgenden: Spielplatz einzäunen und ein Hundeverbot auf Spielplätzen verhängen, wo Kinder unter 8 Jahren spielen, also auf allen Spielplätzen. Es ist nämlich so, dass Kinder nicht erkennen können, was Spiel und was Qual ist. Das Thema Folter kommt in der Erziehung nämlich kaum vor. Und Hunde verwechseln auch mal gerne ein Kind mit einem Wolf. Ausserdem spielt ein Kind gerne einmal den "Starken" gegen einen Hund, denn das ist die Kompensation dafür, dass die Erwachsenen immer die "Grösseren" sind, oder es ist Experimentierfreude oder sadistische Neugier.

  • Feldmann Marina am 10.10.2012 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erfahrung mit Kindern und Hund

    Also ich bin selbst Hundehalterin von zwei extrem gequälten Hunden. Im letzten Sommer waren wir bei meinen Schiegereltern zum Grillen eingeladen. Auch ein befreundetes Ehepaar mit vier Kindern war eingeladen. Die Kinder wissen genau dass meine Hündin Angst hat und sind auch mehrfach darauf hingewiesen worden sie nicht zu bedrängen.Naja irgendwann kam großes Geschrei aus der Küche und alle rannten hin. Einer der Jungs (11 Jahre) hatte meine Mia , die übrigens grade 5 Kilo wiegt, unter die Bank getrieben und hat behauptet er hätte sie die ganze Zeit streicheln dürfte bis sie zugebissen hat.

  • Verantwortungsvoller Tierhalter am 09.10.2012 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiges Urteil

    Endlich ein gutes Urteil für Hundehalter. Wer sein Kind nicht Erziehen kann, muss halt die Folgen tragen. Ein gut erzogener Hund hört auf Kommandos. Es ist jedoch wie beim Menschen, werden Tiere gereizt, haben sie irgend wann Buchstäblich die Schnauze voll und wehren sich, genau wie wir Menschen auch. Hier sollten sich die Eltern und alla Sympathisanten, an der eigenen Nase nehmen und mal darüber nachdenken. Ein Tier ist kein Spielzeug.

    • Leonie am 10.10.2012 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      So sieht es aus ...

      Genau ....

    • Sareina am 11.10.2012 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Hundeliebe

      Naja, Hund über alles... und es sind ja immer die Anderen.

    einklappen einklappen
  • Andrea.H am 09.10.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sollen die Kinder an die Leine?

    Schuld hat ganz sicher nicht der gebissene Junge!! Er war auf dem Spielplatz wo Hunde auch an der Leine nichts zusuchen haben! Die Verantwortung den Eltern in die Schuhe zu schieben ist immer am einfachsten!!Ich habe selber Kinder und einen Hund! Meinem Sohn ist dieses Frühjahr das selbe geschehen, nur war es in unserem Siedlungsinnenhof und der Hund der ihn gebissen hat war nicht an der Leine. Die Besitzerin des Hundes war anwesend und auch andere Mütter die den Vorfall beobachteten.Natürlich gibt die Besitzerin auch meinem Sohn die Schuld!! Sollen wir die Kinder an die Leine nehmen???

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