Sozialhilfe gegen Sex

20. März 2014 11:55; Akt: 21.03.2014 16:35 Print

«Es geschah gegen meinen Willen»

Der Aargauer Sozialhelfer M. F. verlangte von einer Sozialhilfebezügerin Sex und versprach ihr dadurch finanzielle Hilfe. Jetzt flog er auf. Das Opfer spricht nun über die Zeit.

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Die Sozialhilfebezügerin Melanie nahm ein Gespräch mit dem Handy auf und wandte sich an die Opferhilfe. (Bild: Screenshot TeleM1)

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«Es geht mir dreckig, es geht mir mies», sagt Melanie (Name geändert) aus Aarburg AG zum TV-Sender Tele M1. Sie war zur Sozialhilfebezügerin geworden, lernte auf dem Amt den Mitarbeiter M. F. (Name bekannt) kennen.

Er sei ihr mit der Zeit näher gekommen, habe ihr Komplimente gemacht und angefangen, sie zu betatschen. Schliesslich habe er sie auch zuhause besucht – und über mehrere Monate Sex verlangt. Im Gegenzug habe er ihr einen reibungslosen Ablauf ihrer Anträge versprochen.

Melanie: «Der Sex geschah nie mit meinem Willen, gar nie.» Als der Sozialdienstmitarbeiter wieder einmal bei ihr auftaucht, nimmt sie das Gespräch mit dem Handy auf. Sie spielt es gegenüber Tele M1 ab.

M. F.: «Ist die Türe geschlossen?»
Melanie: «Gehts wirklich nur um Sex, oder ..?»
M. F. «Solange du Sozialhilfe beziehst, darf uns niemand zusammen sehen.»

Mit der Aufnahme wendet sie sich an die Opferhilfe. Danach geht alles ganz schnell. Die Polizei holte den Mann gestern am Arbeitsplatz ab. Die Gemeinde Aarburg teilt daraufhin mit, dass der betreffende Mitarbeiter per sofort freigestellt sei.

Opfer wird betreut

Er ist geständig. Sozialhilfebezügerin Melanie fühlt sich benutzt. Sie erzählt über die Begegnungen: «Schnell, schnell, damit er seine Befriedigung hat, aber mir ist es danach miserabel gegangen.»

Nun hofft sie auf eine gerechte Strafe. Sie wird von der Opferhilfe betreut und hat eine neue Betreuerin von der Gemeinde erhalten. Für M. F. gilt die Unschuldsvermutung. Er war für 20 Minuten nicht erreichbar.

(num)