Schweizer Eidgenossenschaft

23. Januar 2014 16:48; Akt: 23.01.2014 17:09 Print

Münzen aus der Gründungszeit entdeckt

Sensation am Brünigpass: In Lungern OW haben Forscher Münzen aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Es handelt sich um vierzipflige, einseitig geprägte Pfennige. Wert damals: mehrere Tausend Franken.

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Archäologen haben am Brünigpass in Obwalden 120 bis 130 Silbermünzen aus der Gründungszeit der Eidgenossenschaft entdeckt. Der Fund einer solchen Münzmenge sei eine Sensation, sagen die Forscher. Sie vermuten, dass ein Reisender das Geld versteckt oder verloren hatte.

Entdeckt wurden die Münzen zwischen grossen Steinen an einem alten Säumerpfad oberhalb des Dorfs Lungern. Rund 20 Fachleute der Arbeitsgemeinschaft Archäologische Prospektion Schweiz (AGP) und Studenten der Universität Basel führten dort Mitte September 2013 eine Erkundung durch, wie das Obwaldner Bildungsdepartement am Donnerstag mitteilte.

Bei den Münzen handelt es sich um vierzipflige, einseitig geprägte Pfennige. Diese datieren aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Nach heutiger Kaufkraft entspreche der damalige Wert der Münzen mehreren Tausend Franken, wie es in der Mitteilung heisst.

Aus der Schweiz und dem Ausland

Zwei Drittel der Münzen sind vom Bistum Basel geprägt. Weitere Prägungen stammen aus der Fraumünsterabtei in Zürich. In wenigen Exemplaren sind zudem Schaffhausen, Villingen D und Strassburg F vertreten.

Ein derartiger Fund mit einer so grossen Anzahl Münzen sei höchst selten und eine kleine Sensation, teilte das Inventar der Fundmünzen der Schweiz (IFS) mit. Bisher habe man lediglich 17 Münzen dieser Machart und Zeit aus der gesamten Zentralschweiz gekannt und noch keine aus Obwalden.

Die Forscher vermuten, dass ein Reisender in den 1280-er oder 1290-er Jahren das Geld in einem Beutel aus Leder oder Stoff am Fundort versteckt und nicht mehr abgeholt oder verloren hat. Spuren eines Behälters oder einer künstlichen Konstruktion wurden keine gefunden.

Jahrtausende alte Handelsroute

Der Fundort in der Nähe des Brünigpasses liegt an einer alten Handelsroute, die Luzern mit dem Berner Oberland, dem Wallis und Italien verbindet. Er wurde während Jahrtausenden begangen. Die ältesten Siedlungsreste entlang des Verkehrswegs von nationaler Bedeutung stammen aus der Mittleren Steinzeit um rund 5000 Jahr vor Christus.

Die Fundmünzen aus Lungern, die wie alle archäologischen Bodenfunde Eigentum des jeweiligen Kantons sind, werden in den kommenden Monaten durch die Luzerner Kantonsarchäologie gereinigt und konserviert. Nach der Auswertung sollen sie im Historischen Museum Obwalden in Sarnen aufbewahrt und ausgestellt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nik am 23.01.2014 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant..

    Bei solchen Funden, nimmt mich immer wunder, was für eine Geschichte dahinter steckt. Wer die wohl liegengelassen hat und warum. Interessant wie ich finde..

  • Frager am 23.01.2014 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    120 bis 130 Münzen ? Wo liegt das Problem ? Wird der Zählende immer wieder bei zählen gestört ? Oder warum kann man keine genaue Zahl nennen ?

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  • Berni am 23.01.2014 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    unbedingt aufbewahren

    Das ist unsere kostbare Geschichte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 23.01.2014 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unklarheiten

    Ist schon interessant, das solche Fundsachen dem jeweiligen Kanton gehören, wo diese gefunden wurden. Ich frage mich, wenn ich nun meinen Garten umgraben würde, weil ich z.B. Kartoffeln anbauen will u stosse auf einen solchen Fund. Habe das ja auf Privatgrundstück gefunden, nicht auf öffentlichem Raum, gehört es trotzdem dem Kanton? Wenn ja, mit welchem Recht? Meine nur, finde ich sowas, beschlagnahmt es der Kanton, finde ich etwas, was auch aus der Vergangenheit stammt, aber sagen wir mal explosiv wirkt, muss ich selbst haften, wenn was passiert, oder?

    • Logisch am 23.01.2014 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Gehört dir nicht

      Ganz einfach, Gegenstände die auf öffentlichem Grund stehen, liegen, hängen, vergraben sind etc. gehören der Öffentlichkeit, die Funde auf Privatgrundstück gehören dir. Kleiner Haken, historische Funde sind nationales Erbgut und gehören somit der "Öffentlichkeit" in diesem Fall dem Kanton. Egal ob sie stehend, hängend, liegend etc. gefunden werden.

    • Mario Cipollina am 23.01.2014 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      Nachlesen

      Rechtsgrundlage: Art. 724 ZGB.

    • Martin am 23.01.2014 22:43 Report Diesen Beitrag melden

      Gehört dem Kanton

      Da es allgemeines Kulturgut ist. Deswegen überlegen sich gewisse Leute zweimal, ob sie einen Fund melden oder nicht, da es ansonsten zum Baustopp kommt und Armeen von Archäologen den Garten umgraben.

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  • Rappen am 23.01.2014 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Münzen?

    Die Schweiz wurde 1848 gegründet. Bitte hört endlich auch Mythen und Märchen für bares zu nehmen.

    • nepomuk007 am 23.01.2014 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      Geschichte der CH

      Falsch: Faktische Trennung der Eidgenossen vom Römischen Reich Deutscher Nation: 1499 im Frieden von Basel. Juristische Loslösung vom Römischen Reich Deutscher Nation: 1648 im Westfälischen Frieden. Der Name "Schweizer war Damals schon gebräuchlich. Gründung des Bundesstaates 1848. Ihre Behauptung impliziert, dass die Schweiz gewissermassen auf der grünen Wiese gegründet wurde, es gab aber eine Vorgeschichte.

    • Johnny Castaway am 23.01.2014 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      Und jetzt?

      Hat hier irgendjemand behauptet, die damalige Eidgenossenschaft entspreche dem heutigen Bundesstaat Schweiz, der in der Tat 1848 gegründet wurde? Die Eidgenossenschaft gab es aber trotzdem.

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  • Michele am 23.01.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Eine Münze für jeden Patrioten der SVP!

    • hansb. am 23.01.2014 18:57 Report Diesen Beitrag melden

      traurig

      Liebe Michele, damit haben sie es auch wieder bewiesen, nur warme luft, aber hauptsache einen dummen Spruch gegen die SVP. Armselig.

    • Lungerer am 23.01.2014 20:11 Report Diesen Beitrag melden

      Blöder Kommentar

      Also ich wähle links und dein Kommentar Michele ist wohl voll überflüssig!!

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  • Nik am 23.01.2014 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant..

    Bei solchen Funden, nimmt mich immer wunder, was für eine Geschichte dahinter steckt. Wer die wohl liegengelassen hat und warum. Interessant wie ich finde..

  • Frager am 23.01.2014 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    120 bis 130 Münzen ? Wo liegt das Problem ? Wird der Zählende immer wieder bei zählen gestört ? Oder warum kann man keine genaue Zahl nennen ?

    • Roman am 23.01.2014 18:20 Report Diesen Beitrag melden

      Gugsch du

      Vermutlich werden diese an einem Block geborgen worden sein. Zuerst muss nun Münze für Münze herausgearbeitet werden.

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