Schiesserei in Oensingen

06. Juli 2012 18:00; Akt: 06.07.2012 19:26 Print

Bekim B. wollte Armeewaffe nicht abgeben

Nach dem blutigen Streit von Oensingen findet die Polizei beim mutmasslichen Täter Bekim B. eine Armeewaffe. Die hätte er schon lange abgeben müssen.

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Einer der beiden mutmasslichen Schützen von Oensingen: Bekim B. Er wurde vor einigen Jahren eingebürgert. Bekim B. leistete in der Schweiz Militärdienst, war aber seit 2012 in den Zivildienst umgeteilt worden. So präsentierte sich Bekim B. auf Facebook. Hier posiert er mit eiserner Mine mit einem Freund. In der Nacht auf den Freitag, 6. Juli 2012 kam es in Oensingen zu einer tödlichen Schiesserei. In diesem Haus besuchte Perparim B. am Donnerstagabend seine Eltern. Nach dem Essen klingelte das Telefon. Am Apparat: Bekim B., Perparims Schwager. «Du weisst wer ich bin. Du wirst nicht mehr lange leben», drohte er. Die Drohung sollte wahr werden: Bekim B. fuhr mit seinem Vater vor das Haus der Opfer. Auf dem Vorplatz trafen Bekim B., Perparim und deren Väter aufeinander. Ein heftiger Streit entbrannte, bei dem es offenbar um die Frau von Perparim ging. Der Streit eskalierte und endete in einer blutigen Schiesserei. Perparim B. und sein Vater wurden kaltblütig ermordet. Zyrafete B. verlor auf einen Schlag ihren Mann und ihren Sohn. «Es war wie im Krieg hier», beschrieb sie den schrecklichen Abend. «Es gibt Probleme mit meiner Frau», hatte Perparim vorher seiner Mutter erzählt. Offenbar wollte der Schwiegervater von Perparim nicht, dass seine Tochter bei ihm war. «Ich lasse meine Tochter nicht hier», schrie er während des Streits. Perparims Vater versuchte zuerst, den Streit zu schlichten. Mit einem Schuss mitten ins Herz wurde er kaltblütig ermordet. Perparim eilte seinem Vater zu Hilfe, doch auch ihn streckten die Todesschützen mit einem gezielten Schuss nieder. Auch der Freund der Familie konnte nicht helfen. Ihn verletzten Bekim B. und sein Vater an einem Bein und einem Arm. Die Polizei konnte die beiden Täter festnehmen. Der Verletzte wurde ins Spital gebracht.

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Zyrafete B. hat ihren Mann und ihren Sohn verloren. Die beiden wurden am Donnerstagabend vor der eigenen Haustüre erschossen. Dringend tatverdächtig: Bekim B. und dessen Vater.

Die beiden Männer liessen sich nach der Tat widerstandslos festnehmen, nachdem sich einer der beiden telefonisch bei der Polizei gemeldet hatte. Bei der darauf folgenden Hausdurchsuchung wurden zwei Tatwaffen sichergestellt. Unter anderem handelt es sich dabei um ein Sturmgewehr 90, welches Bekim B. zugeordnet werden kann. Pikant: Bekim B. ist seit dem 20. Februar nicht mehr in der Armee, er wurde auf eigenen Wunsch in den Zivildienst umgeteilt.

Einer Mitte April erfolgten Aufforderung, die militärische Ausrüstung abzugeben, hat Bekim nicht Folge geleistet. Am 24. Mai schickte ihm das Militär deshalb eine eingeschriebene Mahnung mit einer letzten Frist zur Rückgabe bis zum 13. Juni. Doch nichts geschah. In der kommenden Woche wäre die Verfügung des Chefs Logistikbasis der Armee zur Rücknahme erfolgt, teilt das Eidgenössische Departement für Verteidigung mit. Dem mutmasslichen Täter sei von der Armee jedoch nie Taschenmunition ausgehändigt worden.

Die zweite Tatwaffe, die ebenfalls bei der Hausdurchsuchung sichergestellt werden konnte, ist eine Faustfeuerwaffe, die nach heutigem Ermittlungsstand illegal im Besitz der Familie B war. Dies teilte die Kantonspolizei Solothurn mit.

Laut Informationen verschiedener Nachbarn waren die mutmasslichen Täter nie gut auf ihren Schwiegersohn respektive Schwager Perparim B. zu sprechen gewesen. Zur Hochzeit mit Shqipe B. sei es nur unter Druck gekommen. Mehrere Male habe der Vater gedroht, seine Tochter «nach Hause» zu holen.

(meg)

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