Nach Zugentgleisung

12. Dezember 2012 16:48; Akt: 12.12.2012 18:11 Print

Lenzburg-Aarau nur beschränkt befahrbar

Die SBB-Strecke Lenzburg-Aarau konnte teilweise wieder geöffnet werden. Dennoch muss bis Betriebsschluss mit Verspätungen gerechnet werden. Der Sachschaden geht in die Millionenhöhe.

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Eine Streifkollision zweier Züge bei Lenzburg AG hat am Mittwoch den ganzen Tag zu starken Behinderungen auf der Bahnlinie Olten-Zürich geführt. Die SBB rechnete bis Betriebsende mit Verspätungen und Umleitungen. Bei der Kollision eines Regional- und eines Postzugs war niemand verletzt worden.

Auch nach der aufwendigen Bergung des entgleisten Regionalzugs am Nachmittag war der Bahnhof Lenzburg nur beschränkt befahrbar. Zwei grosse Pneukranwagen hatten den stark beschädigten Regionalzug wieder auf die Schienen gestellt.

Für diese Arbeiten war die Bahnstrecke zwischen Lenzburg und Aarau aus Sicherheitsgründen für rund zwei Stunden bis 16 Uhr total gesperrt worden.

Beim Unfall sei die Weiche unter dem Regionalzug deutlich stärker beschädigt worden als erwartet, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Daher konnte die Bahnstrecke nicht wie zunächst gehofft am Nachmittag wieder freigegeben werden.

Die sogenannte Weichenzunge wurde beschädigt - das bewegliche Teil der Weiche also, das die Fahrtrichtung bestimmt. Die Weiche werde während der Nacht repariert, sagte Ginsig. Das Ziel sei, dass die Weiche am Donnerstag wieder zur Verfügung stehe.

Bahnreisende brauchen Geduld

Viele Bahnreisende mussten sich während des ganzen Tages in Geduld üben, vor allem die Berufspendler. Die SBB geht davon aus, dass es am Mittwoch bis Betriebsschluss zu Verspätungen als Folge der Umleitungen im Fernverkehr kommt.

Auf Höhe der Unfallstelle in Lenzburg standen wie bereits seit den Morgenstunden nur zwei Durchfahrtsgleise zur Verfügung. Die Fernverkehrszüge auf der Linie Zürich-Olten mussten über Baden-Brugg umgeleitet werden.

Das führte zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten - und hatte Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr auf der West-Ost-Achse. Auf der Strecke Zürich-Olten fielen gar Züge aus.

Streifkollision in der Nacht

Das Problem im stark belastete Eisenbahnkorridor hatte kurz vor ein Uhr in der Nacht auf Mittwoch begonnen. Einige hundert Meter westlich des Bahnhofs Lenzburg war ein Postzug mit einem Regionalzug seitlich zusammengestossen. Der Unfall ereignete sich bei einer Weiche.

In der Folge entgleiste der Regionalzug. Bei der Lokomotive des Postzugs sprang ein Rad bei einem Drehgestell aus den Schienen. Im Regionalzug, der gemäss Fahrplan von Muri nach Aarau unterwegs war, sassen keine Passagiere.

Hoher Sachschaden

Die beiden Lokführer blieben unverletzt. Beim Unfall entstand ein hoher Sachschaden. «Der Schaden hat die Millionengrenze überschritten. Wir müssen von Kosten im siebenstelligen Bereich ausgehen», sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB gegenüber 20 Minuten Online. Dennoch ist Schärli erleichtert: «Zum Glück wurden bei dem Unfall keine Personen verletzt, das steht für uns im Vordergrund.»

Die Wagenseiten des Regionalzugs vom Typ Flirt von Stadler Rail hätten tiefe Risse, zudem seien Türen abgeschlagen worden. Der Zug habe ferner einen Betonprellbock gestreift, sagte Polizeisprecher Bernhard Graser.

Beide Züge waren im Anrollen

Die Ursache der Streifkollision ist noch unklar. Die Kantonspolizei leitete in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) Ermittlungen ein. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aargau eröffnete eine Strafuntersuchung.

Gemäss Graser hatte der Postzug vor einem roten Signal beim Bahnhof zunächst gestoppt. Auch der Regionalzug hatte im Bahnhof angehalten. Die beiden Züge seien beim Zusammenstoss relativ langsam gefahren, da sie im Anrollen gewesen seien.

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(Video: Leser-Reporter)

(bee/sda)

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