Gute Ökobilanz

03. Januar 2018 13:41; Akt: 03.01.2018 13:41 Print

Wegen schlechter Ernte essen wir Äpfel aus Chile

von T. Mathis - Wegen des Frosts im Frühling mangelt es an europäischen Äpfeln. Die von der Südhalbkugel importierten Äpfel sind unter Umständen ökologischer.

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Die Apfelernte ist im vergangenen Jahr mager ausgefallen, weil die Blüten in den Frostnächten im April verfroren sind. Die Vorräte an Schweizer Äpfel reichen deshalb voraussichtlich nicht bis nächsten Sommer. Schon im Frühling müssten Äpfel aus dem Ausland importiert werden, heisst es beim Schweier Obstverband.

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Da weite Teile Nordeuropas ebenfalls vom Frost betroffen waren, braucht es Äpfel von der Südhalbkugel. «Ab März kommen die ersten Frachtschiffe mit Äpfeln aus der südlichen Hemisphäre an», sagt Marc Wermelinger vom Verband Swisscofel. Hauptanbaugebiete seien Chile, Argentinien, Südafrika, Australien und Neuseeland.

Flugtransport und Beheizung schenken ein

Auf den Verkaufspreis werde sich das nicht auswirken, wenn die Ernte im Süden gut ausfalle, so Wermelinger. Der längere Transportweg hat aber einen Einfluss auf die Ökobilanz. Das Zentrum für ökologisches Systemdesign der ETH Zürich rechnet vor, dass importierte Früchte im Vergleich zu Schweizer Äpfeln, die im eigenen Keller gelagert werden, deutlich grössere Effekte auf die Umwelt haben.

Der Unterschied zwischen industriell gelagerten und importierten Äpfeln dagegen sei insbesondere kurz vor der neuen Ernte nicht riesig. «Im Gegensatz zu mit dem Flugzeug importierten Grünspargeln oder zu Tomaten aus fossil geheizten Gewächshäusern sind Äpfel aus Neuseeland harmlos», sagt ETH-Forscher Claudio Beretta.

Verzichten statt importieren oder lagern

Für eine schlechte Ökobilanz sind also besonders Flugtransporte und beheizte Gewächshäuser verantwortlich, nicht aber der Import mit dem Schiff. Beretta sagt, dass es auch Studien gebe, bei denen Importfrüchte punkto Ökobilanz besser abschnitten als gelagerte regionale Früchte. «Das Resultat hängt dabei von vielen Annahmen ab, beispielsweise vom eingesetzten Strommix für den Betrieb oder von der Effizienz und Grösse der Kühlhäuser.»

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung schreibt ebenfalls, dass ein frischer Apfel aus Neuseeland durchaus mit einem Schweizer Lagerapfel konkurrieren kann. «Eine lange Lagerung von Äpfeln ist umweltschädlicher als ein langer Transportweg über die Meere», schreibt die Organisation in einem Bericht. Gründe dafür seien die konstante Kühlung sowie die Reduktion von Sauerstoff in der Luft, um den Reifungsprozess der Früchte zu stoppen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Apfelesser am 03.01.2018 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegwerfgesellschaft

    Bevor alle reklamieren, dass wir keine Äpfel mehr haben, sollten grosse Warenhäuser aufhören, die Hälfte an Obst und Gemüse wegzuwerfen. Wer mir nicht glaubt, soll mal morgens um 7:00 Uhr einkaufen gehen.

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  • bergbäuerin am 03.01.2018 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber genug

    zum glück habe ich noch äpfel im keller und viele früchte als kompott in gläser und getrocknete früchte habe ich auch genug das reicht bis zur neuen ertne

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  • Bürger Rolf L. am 03.01.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Sache...

    Aha...Schiffe mit Schweröl sind weniger Umweltschädigend als "Einheimische" gekühlte Ware??? Müssen den diese Äpfel für den Transport nicht auch gekühlt werden....oder fahren die nur in die Antarktis und Arktis???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erni M. am 04.01.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Makellos müssen sie sein

    ich habe noch viele Äpfel vom eigenen Baum, ungespritzt mit einigen Flecken. Die will niemand, man kauft lieber makellose x-Mal Gespritzte aus Chile.

    • Biene am 04.01.2018 22:07 Report Diesen Beitrag melden

      komisch

      komisch aber Coop verkauft auch krumme Rüebli und kleineres Gemüse oder Äpfel mit Tüschi !nur Mehlig sollten Sie nicht sein !die kann man nicht schlucken

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  • Verkäufer am 04.01.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Apfel

    Wen man seht wie die wahre in den Läden verlesen wird.Muss man sich nicht fragen warum so viel im Container landet. Da soll sich jeder selber mal an der Nase nehmen .Ob Apfel oder Gemüse egal welche Produkte.

    • Chrigi L. am 04.01.2018 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      Selber an der Nase nehmen

      Wenn Sie @Verkäufer zwischen zwei Äpfeln zum gleichen Preis wählen können, einen mit Flecken und einen ohne, welchen wählen Sie dann selbst? Also Ihr müsst euch selber auch an der Nase nehmen, wenn Ihr die Regale stets wieder mit "schöner" Ware füllt, anstatt die weniger schönen auch mal dort liegenzulassen bis sie verkauft sind. Denn wenn es gerade keine schönen mehr im Angebot hat, wird auch die weniger schöne Ware gekauft. Schon mal darüber nachgedacht? Oder wie wär's mit Preisnachlass gegen Feierabend?

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  • Marcello 1152 am 04.01.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ist die realität

    fromm tun und im notfall alle guten vorsätze fallen lassen

  • The Farmer am 04.01.2018 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Mhhh ein schiff fährt zum glück nicht mit schwer öl! Und schwer öl macht zum glück nicht über 90% der luftverschmutzung! Wieso muss immer alles andere ökologischer sein..... Schweiz hald

    • M.K. am 04.01.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

      Artikel gelesen?

      Irgendwie habe ich das Gefühl, die Leute lesen einen anderen Artikel. Es wird ja geschrieben, dass der Transportweg (ja, damit sind unter anderem die Schiffe und deren Ausstoss gemeint) aus Übersee zu einer im Normalfall schlechteren Ökobilanz führt. Wenn aber die hiesige Ernte unzählige Monate im Kühlhaus liegt, kippt diese Ökobilanz irgendwann zu Gunsten der Importe. Aber stimmt ja, Strom für die Kühlhäuser kommt ja einfach aus der Steckdose und belastet die Umwelt nicht.

    • m.a. am 04.01.2018 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.K.

      hmm.. erstaundlicher weise ist schweizer strom sehr ökologisch, da haubtsächlich wasserkraft. und abgesehen vom transport, werden chilenische äpfel nicht gekühlt?

    • Einfach mal Zahlen am 04.01.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Hoi Farmer

      woher hast du Zahl 90%. Hier mal die neusten Zahlen bzgl. Schifffahrt. Bezogen auf die Weltweite Umweltveschmutzung. Schiffahrt: 15 % Stickoxyd, 13% Schwefeldioxid, 2,2% CO2. Diese Zahlen werden auch von "Grünen" Organisationen bestätigt. Gut du kannst das jetzt bestreiten, ändert aber nichts wenn man sich der Realität verweigert. Im übrigen M.K. trifft den Nagel auf den Kopf. Wir haben in der Schweiz Mix Strom, Wasserkraft, Windenergie, Atomkraft, und gar nicht sowenig Kohle. Der Import machts.

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  • Michael-Benjamin Haas am 04.01.2018 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Miese Ernste oder mieser Verkauf?

    Liegst es wirklich an einer schlechten Ernte, oder vielleicht doch eher daran, dass Äpfel mit winzigsten Mankos nicht verkauft werden und zu Schweinefutter werden obwohl die Qualität 1A ist? Wieviele Tonnen Äpfel gehen aufgrund unseren zu Hohen Anforderungen verloren?

    • andi am 04.01.2018 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michael-Benjamin Haas

      solange damit immerhin futter gemacht wird, ist es noch so halbwegs vertretbar, schlimmer ist dasses danach weggeschmissen wird

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