Simonetta Sommaruga

17. Oktober 2014 12:08; Akt: 21.10.2014 17:23 Print

«Braucht etwa jeder Schweizer ein Auto?»

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hält die Ecopop-Initiative für den falschen Ansatz, um Umweltprobleme zu lösen. Auch mit noch mehr Menschen lebe es sich in der Schweiz sehr gut.

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga hält die Ecopop-Initiative für «fremdenfeindlich». (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) hält nichts davon, die Zuwanderung aus ökologischen Gründen zu beschränken. Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» spricht sie sich deutlich gegen die entsprechenden Pläne der Ecopop-Initianten aus.

«Die Verdichtung in der Schweiz hat zu Unrecht einen schlechten Ruf», sagt Sommaruga. Auch wenn deutlich mehr Menschen als heute in der Schweiz leben, könne eine hohe Lebensqualität gewährleistet sein, ist sie überzeugt: «Man kann nahe beieinander und trotzdem gut zusammenleben, wenn wir sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen.»

Mehr Genossenschaftssiedlungen

Dabei müsse man Natur und Kulturland besser schützen und im Gegenzug in den Städten verdichteter bauen. Letztere dürften laut Sommaruga «durchaus urbaner werden». Die SP-Bundesrätin sieht gerade in städtischen Genossenschaftssiedlungen grosses Potenzial. «Die Menschen dort teilen einige Räume und haben trotzdem ihre Privatsphäre.»

Umweltprobleme mit einem Migrationsstopp lösen zu wollen, findet Sommaruga einen problematischen Ansatz: «Aus ökologischen Gründen auf Ausländer zu zielen, ist fremdenfeindlich.» Es sei natürlich einfacher, andere einzuschränken, als den eigenen Lebensstil zu hinterfragen.

Gerade dort müsse die Schweiz aber ansetzen, um den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. «Wir müssen uns fragen, wie wir unser Wachstum längerfristig bewältigen können», so Sommaruga. «Braucht etwa jeder ein Auto?»

(rok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • top agent am 17.10.2014 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    der albaner

    frau bundesrätin, sie steigen doch selber gerade aus einem auto!!? brauchen sie denn wirklich eines?

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  • S. Schild am 17.10.2014 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Konzept erarbeiten

    Frau Sommaruga: SBB Schinennetz ist teilweise am Anschlag, das Autobahnnetz ist am Anschlag, Leere Wohnungen in Zürich - Fehlanzeige. Bis heute habe ich nie einen wirklich guten Vorschlag gehört, wie man das Problem lösen kann. Immer mehr Menschen müssen / wollen von A nach B zur Arbeit. Entweder massiver Ausbau aller Schinen und Autobahnen (doppeldeckig, oben Auto, unten LKW) oder es klappt halt einfach nicht. Wenn Sie die Abstimmung nicht verlieren wollen, sollten sie bis im November mal ein funktionsfähiges, realistisches und finanzierbares Konzept für die nächsten 80 Jahre hinlegen!

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  • Heinrich Jäggi am 17.10.2014 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht mit Frau Sommaruga

    Diese Frau lebt in Ihrer eigenen Welt! Egal was der Bürger sagt und ängstigt - alles wird abgewiegelt und schöngeredet. Frau Bundesrätin Sommaruge: Sie gehören abgewählt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aschi am 19.10.2014 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto?

    Bei dem ÖV braucht man einfach ein Auto...

  • Thomson am 18.10.2014 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Sommaruga...

    sie sind eine richtig clevere sozial denkende Frau....ein soziales Beispiel für sie: NeuBau Escher...3.5 Zimmer Wohnung...die billigste von allen 3830.-...sehr sozial doch...ja ok, Sie haben ja auch jeden Monat 40'000.- in der Kasse...und Limo und Chauffeur.....

  • R. Egger am 18.10.2014 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braucht jeder ein Auto

    R. Egger Liebe Leute Schaut euch auf den Strassen um!! Wieviele Einzelfahrer sind unterwegs?? Wo sind die Gemeinschaftsfahrten??!!! Unsere Strassen werden von Tag zu Tag überfüllter....

  • Claude Probst am 18.10.2014 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einschränkung der Freiheit!

    Jetzt Schreibt det Bundesrat vor wer darf ein Autokaufen wer nicht. Morgen Schreibt er vor wo wir Arbeiten dürfen, wo wir Wohnen etc. Darf ich noch Atmen und in der Schweiz frei Leben? Ich werde daher sicher ein Ja Stimmen, gegen die Bevormundung des Bundes-, National- und Ständerat.

  • Markus M. am 18.10.2014 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät!

    Werde trotzdem ja stimmen. Die Bundersräte + Innen haben in den letzten Jahren das Vertrauen der Bevölkerung komplett demontiert! Dieses Vertrauen muss wieder hergestellt werden, wenn dann halt mit radikalen Methoden wie diese Abstimmung.