Schweizer Osterbräuche

14. April 2017 17:57; Akt: 14.04.2017 17:57 Print

«Burka-Frauen» ziehen durch Romont

Während der Ostertage werden in der Schweiz zahlreiche Bräuche gelebt. Ein Überblick über die speziellsten Anlässe – vom Umzug der Klageweiber bis zum Blaueier-Schwimmen.

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Sie sehen auf den ersten Blick wie Burkaträgerinnen, doch es handelt sich um Klageweiber. «Les Pleureuses» ziehen am Karfreitag durch Romont FR. Auf den roten Kissen tragen sie die Werkzeuge, mit denen Jesus vor und während seiner Kreuzigung gefoltert wurde, und ziehen singend und betend durch die Stadt. Bereits am Gründonnerstag wird in Mendrisio TI der Gang Christi nach Golgatha mit Laienschauspielern dargestellt. Am Karfreitag folgt eine schlichte Prozession mit Trauermärschen. Weniger düster als die Prozessionen ist diese Tradition in Bern: Man versammelt sich am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz in Bern zur grössten Eiertütschete der Schweiz. Um Eier gehts auch in Uster ZH - und zwar im doppelten Wortsinn: Beim Blaueierschwimmen springt man am Ostermontag ins kalte Wasser des Greifensees. Und blaue Ostereier gibts auch. Ein traditonsreicher Zürcher Osterbrauch ist das Zwänzgerle, das am Ostermontag auf dem Rüdenplatz stattfindet: Kinder halten hartgekochte Eier in der Hand, Erwachsene versuchen, einen 20-Räppler so aufs Ei zu werfen, dass er in der Schale stecken bleibt. Gelingt es, bekommt der Erwachsene das Ei, misslingt es, darf das Kind die Münze behalten. Eier gibts am Ostersonntag auch auf der Rigi: 400 sind im Schnee versteckt, wer eines findet, bekommt einen leckeren Sofortgewinn und nimmt zudem an der Schlussverlosung teil. Pâkotchâto: So heisst der uralte Brauch, Osterbäume zu dekorieren. Das übernehmen beim Schloss Chillon im Kanton Waadt regionale Schulklassen. In Bremgarten AG findet am Ostermontag der grosse Ostermarkt statt - und das seit 800 Jahren. 400 Stände stehen bereit, und es gibt einen Lunapark mit Karussell und anderen Bahnen. Im Parc de l'Indépendance in Morges VD steigt am Ostermontag das Tulpenfest. In der Kantine des Parks gibt es einen ausgiebigen Brunch. Vielerorts ist Ostern auch eine der letzten Gelegenheiten, noch einmal auf die Ski zu steigen. Etwa auf dem Corvatsch, wo über die Ostertage unter anderem eine Nachtabfahrt, ein Early-Bird-Skifahren mit Bergfrühstück und ein Frühlingskonzert mit Florian Ast stattfinden. Wie in den Anfangszeiten des Wintersports gehts am Ostersonntag auf den Pisten von Saas-Grund VS zu und her: Unterwegs ist man mit beim Nostalgierennen auf Holzski mit Knickerbockern, Wollsocken und Schnürschuhen. Musik und Ski gibts am Ostersamstag und -sonntag auf 2500 Metern Höhe beim Verbier Impluse Music & Ski Festival. Auch in Grindelwald BE ist die Skisaison an Ostern noch nicht vorbei: Hier steigen die Easter Surf Days. In Lugano hingegen herrscht an Ostern längst Frühling - und das Ostertreiben findet im Park, in den Gassen und auf den Plätzen statt.

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Auf den ersten Blick sehen sie wie Burkaträgerinnen aus, es sind jedoch schwarz verhüllte Klageweiber: Sie ziehen am Karfreitag durch Romont FR, um den Tod Christi zu beklagen.

Das ist nur einer von vielen jahrhundertelangen Traditionen, die an den Ostertagen in der Schweiz bis heute gelebt werden. Dazu gehören auch diverse Anlässe, bei denen Ostereier eine Hauptrolle spielen.

Ein letztes Mal auf die Skipiste

Zugleich bietet sich über die Ostertage auch eine der letzten Gelegenheiten, auf die Skipiste zu gehen. Viele Wintersportorte bieten Osterspecials an, teilweise mit einem musikalischen Rahmenprogramm.

Gewisse Ostertraditionen sind eher jung und dennoch bereits etabliert – etwa das Blaueierschwimmen in Uster ZH. Schweiz Tourismus hat die speziellesten Veranstaltungen an Ostern zusammengestellt – einen Überblick erhalten Sie in der Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trodatt am 14.04.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie bitte, was?!

    Ich empfinde es als ziemlich diskriminierend, wenn man Klageweiber als "Burka"-Frauen bezneichnet...

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  • Alex am 14.04.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Kultur

    Finde ich richtig so! Man sollte die Kultur zeigen dürfen in der wir aufgewachsen sind. das sollte jedes Volk in seinem Land dürfen

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  • Maria Kälin am 14.04.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Bräuche sind Bräuche. So wie sie sind. Das ist oft gut so und darf auch wie im vorliegenden Fall ruhig so bleiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • OLLLLLI am 15.04.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Verhüllungsverbot für alle ist sinnvoll. Ich will weder Muslime, noch andere in dieser Form verhüllt sehen.

  • libelula am 15.04.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unterschiede

    der unterschied? jede klagefrau oder fasnächtler kann bei anfrage sein gesicht zeigen. burkaträgerinnen wollen dies nicht tun und erzählen uns dies sei sünde!!

    • ohne Gesicht am 18.04.2017 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      @libelula

      Viele würden gerne ihr Gesicht zeigen aber aus Angst vor der eigenen Familie/Verwandschaft geschändet zu werden sind sie gezwungen, sich "freiwillig" zu verhüllen.

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  • Franz am 15.04.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nur eine Frage

    Dient dieser Bericht dazu, darauf hinzuweisen das Klageweiber schliesslich auch verhüllt sind, um eine mögliche Rechtfertigung für's Burkatragen zu liefern!? Scheint mir so. Vor allem wegen des unglücklichen Titels.

  • Assur am 15.04.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Finde es gut dass in der Schweiz solche Traditionen noch gepflegt werden aber diese Frauen als "burkaträgerinnen" zu nennen, das geht zu weit...!

    • Martial2 am 15.04.2017 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Assur

      Nein das sieht nur ähnlich aus! Was für ein Drama??

    • Insura am 15.04.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Assur

      Genau! Denn eine Burka trägt man IMMER, und nicht nur zum Klagen....

    • Lea am 16.04.2017 01:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Es sieht nicht ähnlich sondern genau gleich aus.

    • Gast am 16.04.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Assur

      Wo ist der Unterschied? Nur weil diese Frauen Christen sind. Alles was sein Gesicht verhüllt sollte verboten sein, sonst ist es nichts anderes als Diskriminierung.

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  • J.h am 15.04.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochzeitsfoto

    Nach einer scheidung wieder eine vermummte heiraten,dann muss man das alte hochzeitsfoto nicht auswechseln(D)