Stern statt Endung

23. Januar 2015 17:46; Akt: 23.01.2015 18:34 Print

«Das sind Leute, die auf Vorrat beleidigt sind»

Autor Pirmin Meier hält wenig von geschlechterneutraler Sprache. Schreibweisen wie «Professo**» oder «ProfessorInnen» seien sektiererisch.

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Mit Endungen wie Besuche** wollen Germanistikstudenten Männer, Frauen und Transsexuelle gleichermassen ansprechen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Herr Meier, was halten Sie davon, wenn Germanistikstudenten im Sinne einer «antidiskriminierenden Sprache» weibliche und männliche Wortendungen durch Sternchen ersetzen?
Diese Regelung entspringt einem permanenten Diskriminierungsverdacht. Sie spricht Leute an, die auf Vorrat beleidigt sind. Darauf ist keine Rücksicht zu nehmen.

Sie haben kürzlich einen offenen Brief unterschrieben, der verlangt, dass auf die konsequente Verwendung des Binnen-I (z.B. «LehrerInnen») verzichtet wird. Weshalb?
Das Binnen-I ist extrem hässlich, rein ideologisch, Ausdruck von Pervertierung der Sprache und wird von keiner meiner Schriftstellerinnen-Freundinnen verwendet. Auch in den Spitzenverlagen, wo ich tätig war, hielt man glücklicherweise nichts von solchem sprachlichem Sektierertum.

Halten Sie es für realistisch, dass sich Sprachregelungen wie die Stern-Endung bei künftigen Rechtschreibreformen durchsetzen werden?
Germanistikstudenten haben kaum Einfluss auf künftige Rechtschreibreformen, weil etwa im Netz und per SMS sowieso jeder macht, was er will. Problematisch finde ich es, wenn sogenannte Gleichstellungsbeauftragte beispielsweise das Wort «Fussgängerstreifen» verbieten wollen – und diese Reglemente auch noch mit öffentlichen Geldern finanziert werden.

Wie soll diese Entwicklung aus Ihrer Sicht aufgehalten werden?
Es muss nichts aufgehalten werden. Jedoch sollten sektiererisch wirkende Aktivitäten wenn immer möglich nicht durch Steuergelder unterstützt werden. Selber spreche ich als Rhetoriker die Frauen stets an, und ich finde es auch richtig, bei amtlichen Texten entweder beide Geschlechter direkt zu nennen oder einen freiwilligen Hinweis zu machen, dass die männliche oder weibliche Form beide Geschlechter meint.

(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pius Segmüller am 22.01.2015 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben die wirklich nichts zu tun...

    .... oder ist denen nur langweilig. Ein Normaler Mensch kommt doch nicht auf so eine Idee.

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  • globi am 22.01.2015 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Und dann jammern

    sie nach dem Studium dass sie keiner einstellen will... verdienens auch nicht anders.

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  • Sim am 22.01.2015 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    Wer bezahlt für sowas absolut unnötiges? Kein Wunder das die Juso dies als erstes lobt. Eigentlich sollte ja dies schon ein Indiez für Sinnfreiheit sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 06.02.2015 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na ja, was soll das

    habe auch an der Uni erfolgreich studiert.. doch das ist Emanzipation am falschen Ort.... langsam artet es zu einem Geschlechter Kampf aus.

  • Walti am 23.01.2015 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gähn

    Ich glaube, ich lese jetzt den Nachbar-Artikel über Männer, die ihre primären Geschlechtsmerkmale über den Laufsteg schleifen lassen...

  • Bebbi am 23.01.2015 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Hat schon mal jemand einen Mann gehört, der sich darüber beklagt, dass es in den Spitälern Krankenbrüder geben soll? Ist mindestens genau so von der Welt. Sorry, die Welt. Oder vielleicht das Welt?...

    • @wilder Beppi am 23.01.2015 23:36 Report Diesen Beitrag melden

      Eigentor

      Nein, weil für männliche Pfleger eine eigene, an ihr Geschlecht angepasste Berufsbezeichnung geschaffen wurde.

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  • Pat am 23.01.2015 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird Zeit...

    .., dass ich auswandere, in ein Land, wo andere Probleme herrschen

    • Polizist am 23.01.2015 23:30 Report Diesen Beitrag melden

      Freie Wahl

      Welches Krisenland würde Ihnen denn am besten gefallen? (Aber Achtung: dort leben dann wieder diese exotischen Fremden...)

    • Köbi am 23.01.2015 23:30 Report Diesen Beitrag melden

      überall

      Dann müssen Sie aber weit weg, der ganze Westen ist mit diesem zeug verseucht... leider

    • Ruth am 23.01.2015 23:34 Report Diesen Beitrag melden

      Nur zu...

      Wie wär's mit Syrien? Tschetschenien? Eritrea? (Es gibt noch ein paar andere Länder mit anderen Problemen...)

    • M.Bern am 23.01.2015 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aus-Land? Wohin?

      Syrien? Nigeria, Afghanistan oder doch lieber nur über die Grenze nach Italien? Ich bleibe trotzdem hier und erfreue mich an solchen Problemen.

    • Lydia H. am 23.01.2015 23:42 Report Diesen Beitrag melden

      @M.Bern

      Hurra: Ich mag Bern.. (und Basel natürlich eigentlich auch...)

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  • Bebbi am 23.01.2015 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir scho so weit,

    dass wir uns von Leuten, für die eine Steuererklärung nur Bahnhof bedeutet, erklären lassen müssen, wie was geschrieben wird? Bis jetzt dachte ich immer, unsere Dialekte gehen durch die Verdeutschung verloren, aber jetzt tut mir sogar schon die deutsche Sprache leid, da sie anscheinend so richtig den Bach runter geht. Wann kommt mal jemand auf die Idee, dass man Männlein nicht mehr von Weiblein unterscheiden dürfen sollte? Ok, zum Teil ist ja das heute schon so... Bringt diesen Jungs und Mädels mal etwas vernünftiges bei. Sie scheinen sich extrem zu langweilen.

    • Zürileu am 23.01.2015 23:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Bebbi

      Es tut mir auch leid, dass Sie nicht wissen, wie das mit der Steuererklärung geht. Hilfe gibt's übrigens auf dem Steueramt. Aber eigentlich ist das hier ja nicht das Thema.

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