Fahrplanwechsel

17. Dezember 2015 05:41; Akt: 18.12.2015 06:43 Print

«Die Leute stehen in der ganzen 2. Klasse»

20-Minuten-Leser klagen über die Folgen des Fahrplanwechsels. Auch bei den SBB und bei Pro Bahn Schweiz sind Reklamationen eingegangen.

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Der anspruchsvollste Fahrplanwechsel seit elf Jahren ist gemäss den SBB erfolgreich angelaufen. Die grossen Veränderungen kommen jedoch nicht bei allen gut an. Eine 20-Minuten-Leserin beklagt sich etwa, dass der IC, der von Zürich nach St. Gallen fährt und um 7.23 Uhr in Wil hält, durch einen einstöckigen ICN ersetzt wurde: «Meinen das die SBB wirklich ernst? Die Pendler haben überhaupt keinen Platz mehr.» Eine andere Leserin stört sich daran, dass ein Zug von Brugg nach Zürich gestrichen worden sei und der nächste immer überfüllt sei: «Der Fahrplanwechsel der SBB ist eine Zumutung. Die Leute stehen durch die ganzen Waggons der 2. Klasse.»

Umfrage
Hat der neue Fahrplan negative Folgen aufs Platzangebot?
29 %
15 %
9 %
26 %
21 %
Insgesamt 12548 Teilnehmer

«Es werden keine Abfahrtszeiten geändert»

Ähnliche Reklamationen sind auch bei den SBB eingegangen, wie Sprecher Reto Schärli auf Anfrage bestätigt: «Seit dem Fahrplanwechsel haben sich Kunden mit verschiedenen Anliegen gemeldet.» Bei einer solch grossen Umstellung sei das selbstverständlich – «von einem Fahrplanwechsel profitieren nicht alle, aber die grosse Mehrheit», erklärt Schärli. Deshalb beobachteten die SBB selber, ob sich der neue Fahrplan in der Realität auch überall bewähre oder ob es noch betriebliche Optimierungen brauche. «Sowohl Kunden als auch unser Zugpersonal liefern dabei wertvolle Hinweise», sagt Schärli.

Detailverbesserungen werden gemäss Schärli laufend durch die SBB vorgenommen. Doch: «Das ist nicht zu verwechseln mit einer Fahrplanänderung. Es werden keine Abfahrtszeiten geändert», sagt Schärli. «Vielmehr wird etwa die Zusammenstellung der Züge geprüft oder technische Abläufe im Hintergrund werden angepasst.»

«Die SBB sind kein Taxi»

Auch bei Pro Bahn Schweiz sind Reklamationen eingegangen: «Sie betrafen vor allem die Fahrzeiten, weil plötzlich gewisse Anschlüsse nicht mehr funktionierten», sagt Präsident Kurt Schreiber. Er beschwichtigt aber: «Jeder Fahrplanwechsel bringt Schwierigkeiten, das lässt sich nicht vermeiden.»

Zwar versuchten die SBB, solche Probleme in Grenzen zu halten und eine Optimierung für ein Maximum von Leuten zu erreichen. Dass damit nicht alle Fahrgäste zufrieden sind, sei verständlich. Schreiber: «Jeder muss zum Wohle der Gemeinschaft zurückstecken können, die SBB können nicht auf persönliche Wünsche oder Bedürfnisse eingehen. Sie sind kein Taxi.»

Falls Fahrgäste doch etwas verändern wollten, verweist Schreiber auf das Fahrplanverfahren, wo Änderungen angemeldet werden könnten: «Wenn die Veränderung überhaupt angenommen wird, braucht es in der Regel ein halbes bis zu zwei Jahre, bis sie durchgesetzt werden kann.»

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(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Koda am 17.12.2015 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger für immer mehr!?

    Toller Wechsel. Es hat nur noch alte und zu kurze Züge! Stehfahrten sollen wohl als normal gelten. Dafür zahl ich auch noch immer mehr!

  • Paul am 17.12.2015 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug

    Ich habe inmer einen Sitzplatz in meinem Auto

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  • Frech am 17.12.2015 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Bin als strickter nicht SBB kunde bestätigt worden. Pendler zahlen so viel für ein Ticket und müssen "zurückstecken" können? Dieser Fahrplan wechsel hat die Probleme nicht gelöst sondern verlagert. Danke SBB dank euch muss ich soviel steuern zahlen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kirigaya Kazuto am 17.12.2015 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin zufrieden.

    Also ich bin mit der SBB zufrieden. Habe seit dem Fahrplanwechsel einen Zug mehr sodass ich auf die 6 Uhr Züge ab Zürich kann und sonst bin ich zufrieden mit dem Service. Das gleiche gilt auch bei der Swiss und Swisscom. Wir sind kein billiges Land, aber den Service welcher wir bekommen ist vertretbar.

  • Wüthrich Robert am 17.12.2015 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ungastliche

    Ungastliche, traurige, zugige Perrons, unheimliche Unterführungen, defekte Billettautomaten, gedränge, geschubse beim Ein- und Aussteigen, Lärm und Gestank, Zugbegleiter - wenn überhaupt - von freundlich bis sehr unfreundlich! Was will man mehr?

  • Isodor am 17.12.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Stau oder SBB?

    Dann bin ich noch viel Lieber im Stau!

  • Greendotinface am 17.12.2015 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB sind kein Taxi

    Nein, aber die Preise dafür verlangen sie, ohne rot zu werden. Sich so frech aufführen kann nur, wer das Monopol hat. Habe mir gestern gerade ein neues Auto gekauft. Damit bin ich wohl nicht schneller und nicht billiger unterwegs. Aber ich kann sitzen und erwische JEDEN Anschluss. Von all den anderen Annehmlichkeiten ganz zu schweigen :)

  • Denker am 17.12.2015 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probe aufs Exempel

    Wenn jeder, der ein GA hat, damit seine Sitzplatznummer gleich mitbezahlen würde, natürlich nur die Pendler, könnte jeder sitzen.