Wirbel um SRG-Magazin

05. Februar 2018 09:51; Akt: 05.02.2018 10:50 Print

«Die SRG missbraucht Gebühren für Propaganda»

Das mit Gebühren finanzierte SRG-Magazin «Link» feuert aus allen Rohren gegen die No-Billag-Initiative. Die Initianten schäumen.

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Die SRG Deutschschweiz gibt regelmässig das Magazin «Link» heraus. Die Januar-Ausgabe steht ganz im Zeichen der No-Billag-Initiative. Die Botschaft ist klar: Schon auf der Titelseite ist zu lesen: «Mehr Abhängigkeit, weniger Schweiz». Symbolisch ist eine Schweiz zu sehen, die unter einer Dürre leidet und von tiefen Furchen durchzogen wird.

Im Mitgliedermagazin des Trägervereins kommen einzig Gegner der Initiative zu Wort – von SRF-Direktor Ruedi Matter bis zum SRG-freundlichen Journalistikprofessor Vinzenz Wyss. Zu lesen sind Sätze wie: «Wer behauptet, von der Zerschlagung des öffentlich finanzierten Service public würde das Publikum profitieren, ist naiv, malt Luftschlösser – oder täuscht absichtlich.» Auch zahlreiche Prominente legen dar, warum sie ein Nein in die Urne legen werden.

Heft mit Gebührengeldern finanziert

Für die Herstellung und den Vertrieb einer Ausgabe stehen der SRG Deutschschweiz laut Geschäftsleiter Dani Ernst im Schnitt 45'000 Franken zur Verfügung. Die Mittel kämen vom Unternehmen SRG, das sich zu 75 Prozent aus Gebührengeldern und 25 Prozent aus kommerziellen Einnahmen finanziert.

Das Heft sorgt bei den Initianten der No-Billag-Initiative für rote Köpfe: «Hier missbraucht die SRG Gebühren für offensichtliche Propaganda. Dabei müsste sie ausgewogen berichten», sagt Kampagnenleiter Andreas Kleeb zu 20 Minuten.

Er betont, dass das Heft öffentlich im Internet zugänglich sei: «Der SRG ist nun jedes Mittel recht, um ihre gut 1,2 Milliarden an Gebührengeldern zu retten.» Man prüfe nun rechtliche Schritte gegen die SRG. «Wenn eine Seite ihre finanzielle Übermacht derart missbraucht, stellt sich die Frage, ob eine solche Abstimmung noch fair ist.»

«Verpflichtet, uns für das Unternehmen zu engagieren»

Geschäftsleiter Ernst sagt, er könne nachvollziehen, dass den Initianten alles, was sich gegen die Initiative richte, missfalle. Aber: «Gemäss den Statuten der Trägerschaft haben wir sogar die Pflicht, uns für das Unternehmen zu engagieren – natürlich mit massvollem Finanzeinsatz.»

Der Ausgewogenheit verpflichtet seien lediglich die Macher von Radio und Fernsehen. Dagegen habe die Regionalgesellschaft den Auftrag, die Diskussion über den Service public zu führen und zu fördern. «Das machen wir seit über 25 Jahren mit dem Magazin ‹Link›, an Podien oder Anlässen – und nicht erst seit der Debatte über die No-Billag-Initiative.»


Best-of zur «No Billag»-Arena. (Video: Tamedia/SRF)

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sir Addams am 05.02.2018 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aroganz Pur

    Wieder ein Grund mehr für die NonBillag zu stimmen. Eine solche Arroganz gegenüber den Gebührenzahlern sucht sondergleichen.

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  • StefanSch am 05.02.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Name ist Programm

    der Name des Magazins sagt ja schon alles.... und dass "Promis" Nein stimmen werden ist wohl auch klar - die vorgeschobenen Gründe müssten gar nicht dargelegt werden; es geht einzig um ihre Plattform und ihren Lohn!

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  • Grut am 05.02.2018 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    No Billag Ja

    Es wird Zeit für die Abstimmung. Macht Ihnen denn Garaus. No Billag Ja. Habe nur noch keine Abstimmunterlagen bekommen. Wehm geht das auch so?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian Habegger am 05.02.2018 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BlocherTV als Alternative?

    die Billag ist auf den tag gerechnet gar nicht teuer... klar die jährliche Rechnung mag einem den Boden unter den Füssen wegzuziehen aber dann hat derjenige seinBudget nicht im Griff... Auch als Student war ich dazu in der Lage... Wenn man bedenkt wie sich tägliche Kleinigkeiten wie das Gipfeli vom Beck oder den Kaffee morgens am Perron auf weit mehr als 1000 Fr jährlich häufen, finde ich die Disskussion wegen 1.50Fr pro Tag ein typisches FirstWorld Problem. Die Alternative ist dann SP-/ SVP-/ FDP- TV gespickt mit Big Brother und ich bin ein Star holt mich raus... Weder die Weltwoche noch der Tagesanzeiger oder NZZ berichten ausgewogen, ausnahme ist die SRG welche durch die Verfassung dazu verpflichtet ist. Daher NEIN zu No-Billag!

  • Markus Ruckstuhl am 05.02.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    1200 Millionen und kein Gegenvorschlag

    Es ist schade, dass immer nur mit Zwang reflektiert und gelernt wird. Gute Gründe dafür und dagegen - 1200 Millionen sind schlicht zu viel in einer Zeit, in der viele den Gürtel eng schnallen müssen. Einen Gegenvorschlag hat das Parlament nicht für nötig erachtet. Die SRG hätte von sich aus haushälterischer sein können und zeigt jetzt mit diesem Heft nur Initiative für sich selbst. Jetzt ist der Stecker zu ziehen und das System zu rebooten.

  • Hp123 am 05.02.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzsichtige Gebührenverweigerer

    Und schafft doch auch die Krankenhasse ab. Soll doch jeder selbst bezahlen für seine Bobos. Die AHV bitte auch noch, soll doch jeder selbst sparen fürs Alter. Warum soll ich als Fussgänger den Strassenbau mitfinanzieren? Und so weiter. Wo bleibt da die Solidarität. Ja und erst die Unis, sollen doch die angehenden Grossverdiener alles selbst bezahlen. Wollt ihr den alles abschaffen. Ihr Gebührenverweigerer seit ja so kurzsichtig.-

  • John Hunki am 05.02.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Noch ein Grund mehr

    Für JA No Billag. Und die paar gekauften angeblichen Promis können mich auch nicht umstimmen. Das dieser arogannte Laden dicht machen muss, ist keine Frage.

  • Reto Caruzo am 05.02.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitzli dänke!!

    Womit haben wohl die Krankenkassen ihre Propaganda damals finanziert? Nur so zum nachdenken... und, Hallo, es geht um 365.- im Jahr!! Das SRG Magazin geht ja nicht an alle Bürger... nur an SRG Trägerschaft! Also... las la bambele!!