Neuer SBB-Zug

18. Mai 2017 19:18; Akt: 18.05.2017 19:51 Print

«Dieser Zug wird zum Exportschlager»

von Stefan Ehrbar - Der neue Hochgeschwindigkeits-Zug von Stadler begeistert nicht nur Bundespräsidentin Doris Leuthard. Nun soll er die Welt erobern.

Freude herrscht: Bundespräsidentin Doris Leuthard, SBB-Chef Andreas Meyer und Stadler-Inhaber Peter Spuhler zum neuen Hochgeschwindigkeits-Zug.
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Jetzt rollt der erste Schweizer Hochgeschwindigkeits-Zug von Stadler Rail mit dem Namen «Giruno». Inhaber Peter Spuhler präsentierte ihn heute offiziell. Die SBB hat davon 29 Züge für den Verkehr nach Italien und Deutschland bestellt.

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Doch die Schweiz ist nur der Anfang. Der neue Zug soll in Zukunft auch in anderen Ländern unterwegs sein. Bereits seien zwei bis drei Interessenten bekannt, sagte Spuhler heute.

Stadler wird beobachtet

«Wir hoffen, dass wir den Zug in einigen europäischen Ländern verkaufen können», sagt er zu 20 Minuten. Ausländische Bahnen beobachteten nun genau, wie sich der Zug im Ernsteinsatz schlage und wie er den Passagieren gefalle.

Gute Chancen hat Stadler vor allem in westeuropäischen Ländern. Auch Privatbahnen setzen häufig auf Stadler-Züge, etwa die österreichische Westbahn. Ob diese auch den Giruno kauft, sei noch unklar, heisst es dort.

SBB-Auftrag als Eisbrecher

Spuhlers Traum ist, dass der SBB-Auftrag zum Eisbrecher wird. So erging es schon früheren Stadler-Zügen. Der einstöckige Regionalzug Flirt wurde etwa erstmals von der SBB bestellt. Mittlerweile fahren über 1'000 Exemplare auf der ganzen Welt herum.

Ähnlich erging es Stadler mit dem Regional-Doppelstockzug. Auch der trat nach einer Erstbestellung durch die SBB seinen Siegeszug an. Im besten Fall laufe es gleich wie bei diesen Zügen, sagt Spuhler.

«Bin dann schon am Rollator»

Vielleicht fahren die Züge in Zukunft sogar in den USA. Kalifornien etwa baut eine Schnellstrecke zwischen Los Angeles und San Francisco, ab 2025 sollen erste Teile fertig sein. Stadler hatte bereits früher angetönt, sich mit dem neuen Zug darauf bewerben. Er gehe dann wahrscheinlich schon am Rollator, sagt Peter Spuhler. Möglich wäre es dennoch.

Ähnliche Hoffnungen hegt die Bundespräsidentin Doris Leuthard. «Die Chancen für den Zug stehen wirklich gut», sagt sie zu 20 Minuten. Die Firma Stadler habe einen guten Ruf etwa in Deutschland oder Polen, und es werde überall in Bahninfrastruktur investiert (s. Video). Der Giruno sei ein absolut konkurrenzfähiges Produkt. «Dass der Zug familien- und businessfreundlich ist, könnte bei einigen Interessenten den Ausschlag geben.»

Viele Länder schotten sich ab

Skeptischer ist hingegen Christian Lässer, Mobilitäts-Professor an der Universität St. Gallen: «Im Markt der normalen Fernverkehrszüge könnte der Giruno durchaus zum Exportschlager werden», sagt er.

Im Hochgeschwindigkeits-Bereich werde aber meist eine Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde verlangt – zuviel für den Stadler-Zug. Und viele Länder wie China handelten protektionistisch und bevorzugten eigene Zugbauer.

Zug kommt noch früher

Wie viele Züge verkauft werden, hängt schlussendlich auch von der SBB ab. Sie kann bis 92 weitere Züge dazukaufen. Und das könnte schneller gehen als geplant. Eigentlich sollten die Stadler-Züge ab Ende 2019 im Fahrplaneinsatz stehen. Doch ein früherer Termin ist durchaus realistisch.

«Wir werden alles daran setzen, dass die Zulassungen schneller kommen und dass wir den Zug schneller in den Verkehr bringen», sagt Peter Spuhler. «In der Schweiz sollte das durchaus möglich sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • I. Ronmaiden am 18.05.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prima

    Super Sache! Super Reklame fuer den Werkplatz Schweiz! Bravo Stadler Rail!

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  • Angelo am 18.05.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Qualität

    Schweizer Präzisionsarbeit und Qualität zahlen sich mal wieder aus. Wünsche STADLER viel Erfolg für die Zukunft!

  • Walter Borpa am 18.05.2017 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Erlösung

    Bitte diese Züge in der Ostschweiz einsetzen. Eine Frechheit, was hier durch die Gegend rollt! Seit letzten Dezember gibt's hier Züge, die ich in den Achtzigern das letzte Mal gesehen habe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jonny am 19.05.2017 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadtler Qualität!

    Wenn er so gut ist wie "Flirt und Kiss", kann sich die Konkurenz "warm anziehen!

  • Sabine am 19.05.2017 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB Züge

    Ich finde es gut das es neue Züge gibt aber Ich hoffe das es mehr Platz hat für das Gepäck

  • Birchler Markus Benno am 19.05.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    0 % aus der Schweiz

    Ich arbeite bei dieser Firma und der Zug hat rein gar nichts mit der Schweiz zu tun. Ingenieure aus Deutschlang haben die Pläne gezeichnet, Teile kamen aus China und zusammengesetzt wurde er von Balkaner.

    • Peter am 19.05.2017 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      Sowas aber auch

      Das dürfen Sie doch nicht sagen!

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  • saubermann am 19.05.2017 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    händetrockner

    es ist zu hoffen dass auf den neuen toiletten die hände auch getrocknet werden können. mit starkem händetrockner oder papiertüchern. auf den jetzigen zügen nicht möglichh

  • Alberto M. am 19.05.2017 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    In den Zürcher Trams hat es Holzschalen-Sitze, die ich ebenso bequem finde wie die gepolsterten Sitze im Zug. Die sind vermutlich billiger in der Anschaffung, verschmutzen kaum und sind einfacher zu reinigen. Ausserdem sind sie ziemlich vandalensicher. Warum nicht in den Zügen? Da könnte man sicher ein wenig Geld sparen.

    • Peter am 19.05.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Holzklasse..

      Klar dann wäre die Holzklasse wieder lebendig. In den 50'ern war das ja auch so.

    • Berner Bär am 19.05.2017 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Bis 1956

      Abgeschafft wurde 1956 nicht die 3. Klasse, sondern die 1. und die 2. Klasse wurden deklassiert! Wenn ich die Zustände in gewissen Pendlerzügen sehe, wünsche ich mir die 3. Klasse zurück, damit man sich in die 2. Klasse verziehen könnte. (Uebrigens: In der Schweiz gab es sie nicht, aber einige Deutsche Länderbahnen (Staatsbahnen der Teilstaaten - die Verstaatlichung erfolgte erst 1920) hatten sogar die 4. Klasse eingeführt. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft schaffte diese 1928 ab.)

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