Strafanzeige eingereicht

08. Juli 2017 22:28; Akt: 09.07.2017 13:41 Print

«Ein Mordaufruf gegen Juden schreckt uns auf»

Die Nazi-Plakate auf der A3 haben juristische Folgen: Schweizer Juden werden Anzeige erstatten. Die Ermittlungen zu den Urhebern laufen.

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Unbekannte haben am Freitagmorgen mehrere Transparente prominent an an der Autobahn A3 aufgehängt. Das Hakenkreuz an einer Brücke bei Richterswil war dabei noch fast das harmloseste. Ein Plakat rief zum Mord auf: «Juden töten» prangte da von einer Brücke.

Für Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebunds, ist dieses Transparent besonders schlimm. «Das beunruhigt die jüdische Gemeinschaft», sagt er. Deshalb werde der Gemeindebund Anzeige gegen Unbekannt einreichen.

Mordaufruf ist besonders schwerwiegend

Kreutner vermutet hinter den rechtsradikalen und judenfeindlichen Bannern eine gezielte Aktion. Das gehe weit über die bekannten Hakenkreuz Schmierereien hinaus.

Im Internet komme es regelmässig zu Hetzereien und Beschimpfungen gegen Juden, so Kreutner. Gerade weil sich die Anfeindungen so stark auf Social-Media-Kanäle verlagert hätten, seien Aktionen, wie jene auf der A3 besonders schwerwiegend. «Ein Mordaufruf gegen Juden in dieser Dimension schreckt uns auf.»

Die Nazi-Plakate werden auch anderweitig strafrechtlich verfolgt. Denn sie verstossen nach Meinung von Fachleuten ganz klar gegen die Rassismusstrafnorm.

(zum)