Kein Verbot mehr

14. Dezember 2012 16:32; Akt: 14.12.2012 16:59 Print

«Einen schweren Kite-Unfall gabs noch nie»

von L. Helfenberger/D. Wild - Der Nationalrat hat entschieden: Kitesurfen soll erlaubt werden. Warum die Sportart zu Unrecht als gefährlich gilt, erklärt Mario Kaufmann von «Pro Kitesurfen» im Interview.

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Eine Extremsportart, die Schwimmer und Ruderer gefährdet und den Kursschiffen in die Quere kommt - schnell, unberechenbar und gefährlich. Das halten die Gegner der heute vom Nationalrat verabschiedeten Motion vom Wassersport Kitesurfen. Dennoch hat das Parlament zugunsten der Sportler entschieden: Das generelle Verbot soll aufgehoben werden. Die rund 4000 aktiven Kiter freuts - sie konnten bislang nur dank der Kulanz einzelner Kantone in bestimmten Zonen (siehe Bildstrecke) surfen. Mario Kaufmann ist Projektleiter von Pro Kitesurfen Schweiz. Er sagt, warum die Vorurteile gegenüber dem Wassersport längst überholt, die generelle Bewilligung ein fälliger Schritt ist und was sich mit dem Entscheid des Nationalrats ändert.

Mario Kaufmann, wo lässt sichs in der Schweiz am besten Kiten?

Ich fahre oft nach Silvaplana ins Engadin. Dort sind die Windverhältnisse ideal. Am liebsten kite ich aber auf dem Zugersee, meinem «Homespot» - die Nähe zur Stadt ist toll.

Umfrage
Halten Sie den Entscheid, Kitesurfen zu erlauben, für richtig?
66 %
26 %
8 %
Insgesamt 1397 Teilnehmer

Wie gefährlich ist dieser Wassersport?
Kiten ist nicht gefährlicher als andere Sportarten. Die häufigsten Verletzungen sind Zerrungen und Prellungen. Verwicklungen in den Leinen passieren nur bei starkem Wellengang im Meer - das ist in der Schweiz kaum der Fall.

Sind die Kiter für andere Seebenützer eine Gefahr?

Das Material unterliegt strikten Sicherheitsprüfungen und ohne standardisierte Ausbildung geht ohnehin niemand aufs Wasser. Laut einer Umfrage, die wir mit verschiedenen Kantonen gemacht haben, hat es bisher noch keinen einzigen schweren Unfall auf den Schweizer Seen gegeben. Die Gefahren für andere Wassersportler sind sehr klein, denn der Kite bleibt zu jeder Zeit mit dem Kiter verbunden. Zum Kiten braucht es zudem mindestens Windstärke 4, da traut sich kaum ein Schwimmer in den See. Es sind dann nur noch geübte Segler und Windsurfer auf dem Wasser unterwegs. Kursschiffe sind natürlich auch bei stärkerem Wind auf dem See, jedoch sind diese ja kaum zu übersehen.

Was verändert sich durch den Entscheid im Nationalrat?
Die Beweislast wird umgekehrt: Wenn einzelne Kantone keine Kiter auf ihrem See wollen, müssen sie beweisen, dass die Sportler eine konkrete Gefahr darstellen und die übrigen Seebenutzer stören. Bisher mussten immer die Kiter Überzeugungsarbeit bei den Kantonen leisten. Für uns wird es hoffentlich einfacher, durch den Entscheid mehr Bewilligungen zu erhalten. Jetzt müssen wir aber zuerst abwarten, wie die Motion von den zuständigen Stellen umgesetzt wird. Dann werden wir uns wohl weiterhin mit den Kantonen über die Zonen beraten.

Gibt es konkret Zonen, in denen Sie gerne kiten würden, aber bisher nicht durften?
Auf dem Sihlsee ist Kiten verboten - noch. Es wäre toll, wenn hier durch den Entscheid des Nationalrats eine Bewilligung für Sportler erreicht werden könnte. Schliesslich kommen die meisten Kiter aus Zürich - Angebote in der Nähe gibt es bislang keine. Auch beim Urnersee hoffen wir auf eine Lockerung der Einzonung. Dieser Spot ist noch windsicherer als Silvaplana. Bisher hatten wir eine kleine Zone zu Verfügung, die aber nur schwer nutzbar ist.

Wird man in Zukunft auch Kiter auf dem Zürichsee sehen?
Der Zürichsee hat eine eher kleine Priorität, denn die Windbedingungen sind nicht immer ideal. Bei günstigen Wetterlagen wäre Kiten aber natürlich auch auf dem Zürichsee möglich.

Mit diesem Video wirbt Pro Kitesurfing Schweiz für die Sportart:

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