Saas-Fee VS

30. Januar 2018 05:44; Akt: 30.01.2018 05:44 Print

Zu warmer Januar macht Eiszapfen lebensgefährlich

Wegen den warmen Temperaturen gefährden Eiszapfen und Dachlawinen die Fussgänger in den Skiorten. Ein Leser kletterte darum auf sein Hausdach.

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In den Schweizer Skiorten liegt noch immer meterhoher Schnee –
auch auf den Hausdächern. Die warme Sonne bringt die Massen nun zum Schmelzen und schafft damit eine lebensgefährliche Situation für Fussgänger: Dachlawinen und herunterfallende Eiszapfen werden zum Risiko.

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Patrick Suter, Meteorologe bei Meteonews, erklärt die Wetterlage: «Dort, wo es viel Schnee hat, steigen die Temperaturen nun tagsüber über null Grad, weshalb der Schnee schmilzt. In der Nacht gefriert er aber wieder und dadurch entstehen grosse Eiszapfen.» Da es den Tag über wieder sehr warm werde, könnten grosse Eiszapfen abbrechen und Passanten in Gefahr bringen. Der Meteorologe empfiehlt: «Wenn möglich sollten Eisstücke weggeschlagen werden. Geht das nicht, müssen je nach Situation Trottoir-Abschnitte gesperrt und Fussgänger auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden.»

Eiszapfen und Dachlawinen gefährden Passanten

Denn: Eiszapfen können laut der Versicherung Mobiliar mehrere Kilogramm schwer werden. Auch die Helvetia-Versicherung warnt vor Dachlawinen und herunterfallenden Eiszapfen: «Wird eine Person von einer Dachlawine getroffen und verletzt sich dabei, kann der Hauseigentümer haftbar gemacht werden», schreibt sie auf ihrer Website. Es gebe allerdings nur selten solche Schadensmeldungen. Das liege daran, dass sich Hauseigentümer in Schneegebieten der Gefahren meist bewusst seien und die Hausdächer mit Schneefängern ausrüsten oder den Gefahrenbereich absperren würden.

Leser Alois Marty aus Saas-Fee VS versucht auf seine Weise, sein Hausdach von Schnee und Eis zu befreien: Vom Balkon her habe er zuerst versucht, die grossen Eiszapfen abzuschlagen. Aber auch der Schnee sei ein zu grosses Risiko: «Ich kletterte darum durch das Fenster aufs Dach. Natürlich war ich die ganze Zeit über mit einem Seil gesichert», sagte der pensionierte Gastwirt. Die Partnerin von Marty, Karina Bömer, beobachtete die Aktion von unten und passte auf, dass keine Passanten vom herunterfallenden Eis getroffen wurden.

Ab Donnerstag nimmt Risiko wieder ab

Alle Häuser in Saas-Fee haben laut Marty viel Eis und Schnee auf den Dächern. Aber: «Es wagt sich sonst niemand rauf. Es ist halt schon gefährlich.» Denn nur ein falscher Schritt könne dazu führen, dass man abstürzt. Nach eineinhalb Stunden Arbeit musste Marty wieder aufhören: «Es hatte zu viele Fussgänger.» Die Gefahr sei nun beseitigt, zumindest auf der Seite des Hauses, wo Passanten vorbeigehen.

Die nächsten Tage über wird die Situation laut Meteorologe Suter noch so bleiben. «Am Donnerstag steht dann ein Wetterwechsel an.» Die Temperaturen würden dann in den Gebieten mit viel Schnee unter null Grad bleiben, weshalb sich das Risiko für herunterfallende Eiszapfen wieder vermindere.

(sil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig Live vom Ochsen am 30.01.2018 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Eiszapfen sind jedes Jahr im Januar oder und Februar lebensgefährlich

    einklappen einklappen
  • H. Motschi am 30.01.2018 06:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die alte Schuurnimasche

    Aus einem Nullereignis eine Geschichte mit moralinsaurem Unterton machen, das konnten die Zeitungsschreiber schon immer.

    einklappen einklappen
  • biodelic am 30.01.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in norwegen gehts auch so

    eigenverantwortung ist ein fremdwort geworden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • d.k. am 30.01.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Januarkillereiszapfen

    Sachen gibt's, müsste man also annehmen das im März Eiszapfen demnach keine Gefahr darstellen?!

  • First World Problems am 30.01.2018 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja... Dachrinnenheizung...

    Wen interessierts ob man deswegen einen Atommeiler mehr betreiben muss wenn das viele machen... Früher haben wir einfach Böller aufs Dach geschmissen, dann kam die Lawine von alleine runter. Und es hat auch noch Spass gemacht. Die heutige Jugend hat von nix Ahnung mehr...

  • Brrgler am 30.01.2018 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbeugen

    Bei uns hat fast jeder eine Dachrinnenheizung?!

  • Maxi am 30.01.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Verwandtschaft macht Druck

    Wunderbar, diesen Artikel werde ich all meinen Jungspunden in der Verwandtschaft zeigen, welche immer sagen: "Max, geh doch mal wieder nach draussen spazieren, sitze nicht nur drinnen rum, ist nicht gut für dich und deine Gesundheit" Ich gehe sicher nicht nach draussen, wenn die Gefahr besteht, dass mich ein Eiszapfen aufspiesset oder ich von einer Dachlawine getroffen werden könnte. Ich bin nun mal nicht mehr der schnellste und auch nicht mehr der stabilste, in vielerlei Hinsicht.

    • Grete am 30.01.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      Sind das Ihre Erben..

      die Ihnen vorschlagen, nach draussen in den Eiszapfensturm zu gehen?

    einklappen einklappen
  • marko 33 am 30.01.2018 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Es ist richtig gefährlich