Sefer Seferi (39)

18. April 2018 19:47; Akt: 18.04.2018 19:47 Print

Schweizer Boxer will «Bär» Tyson Fury erlegen

von Qendresa Llugiqi - Sefer Seferi aus Burgdorf BE soll Anfang Juni gegen die Box-Legende Tyson Fury antreten. Das sei ein Traum, der in Erfüllung gehe.

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Der Klitschko-Bezwinger und Ex-Weltmeister Tyson Fury wird am 9. Juni in der Manchester Arena nach zwei Jahren sein Comeback im Boxring geben. Laut englischen Medien ist der albanischstämmige Schweizer Sefer Seferi (39) aus Burgdorf BE der wahrscheinlichste Gegner. Zu 20 Minuten sagt Seferi, er gehe davon aus, dass er gegen Fury antreten werde. Damit würde ein Traum wahr werden: «Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Chance habe, gegen Fury – mein Idol – im Ring zu stehen», sagt Seferi. Fury sei eine Box-Legende des 21. Jahrhunderts: «Er ist gross, hat Gewicht und Kraft, bewegt sich dazu ganz leicht, und er hat Wladimir Klitschko 2015 entthront. Fury ist ein Bär.»

Seferi, der normalerweise im Cruisergewicht boxt, hat bereits Erfahrungen im Schwergewichtskampf. So kämpfte er als Aufbaugegner im September 2016 gegen den regulären WBA-Weltmeister Manuel Charr. Damals unterlag Seferi nach Punkten. «Dass ich ihm bis am Ende die Stirn geboten habe, spricht für mein Können als Boxer», so Seferi. «Vermutlich ist das der Grund, warum ich in der engeren Auswahl bin.» Seferi hat bisher 24 Kämpfe bestritten. 21 davon konnte er vorzeitig für sich entscheiden, seine einzige Niederlage ist diejenige gegen Charr.

2016 kämpfte Sefer Seferi gegen Manuel Charr.

«Ruhe ist sehr wichtig»

Nun plant Seferi die Vorbereitungen: «Ich werde nach Hamburg gehen, um zu trainieren», so der Boxer. «Danach geht es für die Kondition in die österreichischen Berge und dann wieder zurück nach Hamburg fürs Sparring.» Dass Seferi nur noch knapp eineinhalb Monate Zeit zur Vorbereitung hat, sei kein Problem: «Dadurch, dass ich jeden Tag trainiere und sehr diszipliniert bin, bin ich jederzeit für einen Kampf bereit.» Auch würde ihm seine 25-jährige Boxerfahrung helfen: «Ruhe ist vor einem solchen Kampf sehr wichtig. Die versuche ich trotz des Rummels zu bewahren.»

Seferi sei sich bewusst, dass er es trotz der ganzen Vorbereitung gegen Fury schwer haben dürfte. «Trotzdem werde ich es Fury nicht einfach machen. Ich werde versuchen, ihn unter Druck zu setzen. Jemand muss ihm im Aufbau ja die Stirn bieten.» Auch sei es kein Untergang, wenn er gegen Fury verlieren würde: «Wenn man gegen eine Legende wie Fury verliert, ist es für mich als Sportler keine Schande», so Seferi. «Irgendwie geht es immer weiter. Nach ein, zwei Aufbaukämpfen wäre ich wieder zurück.»

Kampfgeld als Bonus

Trotzdem werde er den Kampf ernst nehmen. Es gehe um viel: «Es geht um meinen Namen, meinen Ruf, meine Ehre», so Seferi. «Mein Bruder Nuri und ich sind fürs Kämpfen bekannt.» Der wahrscheinliche Kampf gegen Fury sei aber ganz klar auch ein lukratives Geschäft: «Wenn es um wenig Geld ginge, würde ich mir die ganze Vorbereitung und den nervenaufreibenden Kampf nicht antun.» In England werde derzeit viel Geld mit Boxen gemacht, sowohl der Gewinner als auch der Verlierer erhalten hohe Beträge. «Als Immobilienhändler geht es mir finanziell gut. Das Kampfgeld ist eine Art Bonus.»

Sein Bruder Nuri helfe ihm, in dieser Zeit nicht die Nerven zu verlieren. «Wir trainieren zusammen und motivieren uns gegenseitig», so Seferi. «Er ist die einzige Person, der ich vollkommen vertraue. Andere kommen und gehen, er war aber immer für mich da.» Ohne Nuri wäre er nie so weit gekommen. «Er hatte es eindeutig schwerer als ich, in die Boxwelt zu kommen. Durch seine Erfahrung und seine Beziehungen habe ich es bis hierher geschafft. Diesen legendären Kampf habe ich Nuri zu verdanken.»