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Amok-Rentner Kneubühl
12. Dezember 2012 21:16; Akt: 12.12.2012 21:17 Print
«Ich verbringe viel Zeit mit Schreiben»
Im September 2010 hielt Peter Hans Kneubühl die Bieler Polizei in Atem. Er verschanzte sich in seinem Haus und schoss auf einen Polizisten. Jetzt erzählt er von seinem Leben im Gefängnis.
Der Rentner, der vor über zwei Jahren in Biel die Polizei tagelang in Atem hielt, verbringt seine Zeit im Regionalgefängnis in Burgdorf vor allem mit Schreiben. Das sagte Peter Hans Kneubühl in seinem ersten Fernsehinterview mit dem Sender TeleBärn am Mittwochabend.
Es gehe ihm eigentlich relativ gut, sagte Kneubühl mit weicher, aber voller und ruhiger Stimme. Heute gehe es ihm etwas weniger gut, weil er über seinen Fall in der Zeitung gelesen habe.
Was es denn in ihm auslöse, wenn er über sich selber in der Zeitung lese, wollte die Reporterin von Kneubühl wissen. Es sei etwas deprimierend, denn er habe die Öffentlichkeit nicht gesucht, antwortete Kneubühl. Wenn die Berichterstattung der Wahrheit entspreche, sei es gut, aber oft sei dies nicht der Fall, dann sei es für ihn belastend.
Seinen Alltag beschrieb der Rentner als strikte Gefängnisroutine. Er sei mehr oder weniger den ganzen Tag eingeschlossen, ausser wenn er in den Spazierhof gelassen oder wenn zwischendurch fürs Putzen und Ähnliches aufgeschlossen werde. Er verbringe die Zeit damit, an seiner Verteidigung zu arbeiten, sagte Kneubühl. «Ich schreibe jeden Tag.»
Kein Kontakt zu Angehörigen
Zudem werde er «ständig bombardiert mit amtlicher Post», die es zu beantworten gelte. So gehe die Zeit rasch vorbei. Er erhalte keinen Besuch, erzählte Kneubühl, und habe auch mit keinen Angehörigen Kontakt.
Im Gefängnis könne man nicht frei kommunizieren, Briefe würden gelesen und zensiert, so Kneubühls Begründung. So könne man nicht schreiben und sagen, was man wolle. Die Leute, welche die Briefe erhielten, riskierten ihrerseits, registriert und untersucht zu werden.
Kneubühl wirkte während des Gesprächs ruhig, präsent und klar. Er war ausgesprochen höflich und strahlte eine gewisse Herzlichkeit mit leicht melancholischem Unterton aus.
Geschossen und geflohen
Im Herbst 2010 hatte sich Kneubühl im Zuge einer Erbstreitigkeit mit Waffengewalt gegen die Zwangsräumung seines Hauses in Biel gewehrt. Zunächst verschanzte er sich in der Liegenschaft. Als die Polizei anrückte, schoss Kneubühl auf einen Polizisten und verletzte ihn schwer. Dem Rentner gelang die Flucht. Tagelang hielt er ein Grossaufgebot der Polizei in Atem. Schliesslich konnte er oberhalb von Biel festgenommen werden.
Kneubühl war vor der Tat schon jahrelang mit verschiedenen Behörden im Streit gelegen und hatte Behördenvertreter immer wieder mit seitenlangen Briefen eingedeckt.
Anfang kommenden Jahres befasst sich das Regionalgericht Berner Jura-Seeland mit Kneubühl. Die Richter müssen entscheiden, ob er schuldunfähig ist und in eine Anstalt eingewiesen wird.
Der zweite Teil des Gesprächs strahlt der Regionalsender TeleBärn am Donnerstag aus.
(sda)
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Alle 14 Kommentare

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Krank und egoistisch
Ein kranker Mann hat eine Kranke Tat begangen, weil er einem Verwandten den Erbteil nicht ausbezahlen wollte. Und alle applaudieren, schimpfen gegen die Behörden und den Staat. Bis sie ihr eigenes Recht gewahrt haben wollen, dann soll der Staat plötzlich helfen. Ich hoffe dem Polizisten, den Kneubühl beinahe getötet hätte geht es wieder gut. Beim nächsten Mal riskieren seine Kollegen ihr Leben vielleicht für mich.
Erstes Reich Schweiz
Unsere Strafjustiz ist zu einem totalitären Gulag-Regime verkommen. Ein Strafgefangener hat keine Menschenrechte mehr. Dass in der U-Haft Briefe zensiert werden (Verdunkelungsgefahr), kann wohl jeder nachvollziehen. Wenn aber verurteilte Gefangene mundtot gemacht werden, hat der STAAT etwas zu verbergen.
polizei vs rentner
so erbärmlich, dutzende von spezialeinheiten, wahrscheinlich hunderte von polizisten oh gott, Polizei hat kläglich versagt!! das gibt mir wirklich zu bedenken