Johann Schneider-Ammann

15. Juli 2017 04:48; Akt: 15.07.2017 05:10 Print

«Ich verstehe Leute, die im Ausland einkaufen»

Der Bundesrat kündigt ein Massnahmenpaket gegen die Hochpreisinsel Schweiz an.

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Die Politik habe zwei Möglichkeiten, um gegen den Einkaufstourismus vorzugehen: Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Archivbild) (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Der Bundesrat will neue Massnahmen treffen, die helfen sollen, Preise zu senken und den Einkaufstourismus einzudämmen. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann lässt ein Paket für Importerleichterungen zur Bekämpfung der Hochpreisinsel ausarbeiten.

Wenn es dank besserer Rahmenbedingungen gelinge, in der Schweiz die Kosten zu senken, dann würden auch die Preise im Land sinken. Dies sei das beste Rezept gegen Einkaufstourismus, sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende» vom Samstag.

Die Politik hat laut dem Wirtschaftsminister zwei Möglichkeiten, für Unternehmen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, nämlich die Bürokratie zu reduzieren und Schranken für den Handel zu beseitigen oder diese tief zu halten.

Gesamtbundesrat entscheidet über Paket

Schneider-Amman nennt dabei etwa den Abbau kostentreibender Regeln und administrativer Belastungen oder die Vereinfachung von Bewilligungsverfahren. Auf einzelne mögliche Massnahmen wollte Schneider-Ammann im Zeitungsinterview nicht eingehen. In einigen Monaten soll sich der Gesamtbundesrat mit dem möglichen Paket beschäftigen.

Weiter sagte Schneider-Ammann, der Wirtschaftsminister könne den Konsumenten nicht vorschreiben, in der Schweiz einzukaufen. Er habe Verständnis zum Beispiel für Familien, die auf jeden Franken schauen müssten und deshalb ein günstiges Angebot suchten. Jeder könne jedoch mit einem Einkauf in der Schweiz einen Beitrag dazu leisten, im Land Arbeitsplätze und Wohlstand zu erhalten.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jorge am 15.07.2017 05:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas läuft schief

    Viele (Schweizer) Firmen verlagern ihre Arbeitsplätze ins Ausland weil die Schweiz zu teuer ist. Der Konsument soll aber brav in der Schweiz einkaufen damit die Gewinne der Firmen weiter sprudeln! Etwas läuft da schief!

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  • Beobachter am 15.07.2017 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so gut

    da merkt der Bundesrat nach X Jahren,dass was im argen liegt? Wahrlich eine Superleistung. Jetzt muss noch Berset merken dass die Gesundheitskosten mit dem Abstellen unnötiger Preistreiber wie unnützen Operationen oder überteuerten Medikamenten ein Riegel geschoben werden kann. Der Rest merkt noch lange nichts.

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  • Catwomen am 15.07.2017 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    50 % günstigere Schweizer Produkte

    Ich kaufe Schweizer Produkte wie Elmex , Weleda ua in Deutschland zum halben Preis. Wie erklärt man dies? In Deutschland verdient man ja auch noch mit dem Verkauf und hat Zölle drauf . Das Argument mit höheren Mieten und Verkaufspersonal berechtigt nicht zu 50 Prozent mehr.... Der Preis muss in der Schweiz nicht gleich tief sein - aber 50% mehr-da gibt es einfach kein Argument für den Einkauf in der Schweiz-leider.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CH Polska am 15.07.2017 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus der Praxis

    Warum wohl kann ich als emigrierter Schweizer hier in Polen Zimmer mit Halbpension für umgerechnet 35.- SFr vermieten? Weil erstens das Land billiger war, zweitens das Bauen billiger war drittens die Lebensmittel im Einkauf auch biliger sind. Viertens und das ist wohl das Wichtigste: Ich muss keine Fantasiepreise verlangen weil ich keine überrissenen Nebenkosten haben und mit selber auch nur den ortsüblichen Lohn berechne. PS. Meine Gäste können auch unbeschränkt Pilze sammeln und die hat es momentan in rauen Mengen

  • A werd am 15.07.2017 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Da unsere Löhne ca. doppelt so hoch sind als bspw in Deutschland, müssten auch die Produkte doppelt so teuer sein.

  • @Kalle am 15.07.2017 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    O jee

    Wen ich denke wie unsere Bürokratie zugenommen hat, ist es kein Wunder das bei uns alles so teuer ist! Wir müssen wieder lernen einfacher zu werden und nicht Computer gesteuert durchs Leben zu gehn. Die die ihre Ware im Ausland kaufen gehen, sollten auch zu dessen Lohn in der Schweiz arbeiten dürfen und sollen.

  • Parteiloser der Echte am 15.07.2017 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild Tessin

    Jammern aber Handweker von Italien bezahlen. Geschieht ALLEN recht die die Vorzüge der Schweiz geniessen im Gegenzug aber den Lohnbeutel im Ausland leeren. Jeder der im Ausland einkauft soll zu dörtigen Kondizionen auch behandelt werden.

  • Realist am 15.07.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie du mir...

    JSA versteht Schweizer die im Ausland einkaufen. Logisch. Er reist ja um die Welt um dort Geschäfte zu machen.